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Produktdatenmanagement

Wie stellt der rein kundenspezifisch arbeitende Werkzeug-, Modell- und Formenbau sicher, dass Produktentwicklung und Auftragssteuerung mit einheitlichen Daten arbeiten? Die Ausgangsbasis dafür könnte kaum anspruchsvoller sein.

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Business-SoftwareService, der sich lohnt

Was Anwender schon lange beschäftigt kommt inzwischen auch bei vielen Herstellern als Erkenntnis an: Der Service von Maschinen und Anlagen ist kein notwendiges Übel, sondern muss frühzeitig geplant werden und bei Bedarf verfügbar sein. Hinter dem Begriff „After Market Services“ verbirgt sich ein erfolgversprechender Ansatz, der auf dem Product Lifecycle- Gedanken basiert und durch entsprechende IT-Systeme unterstützt wird.

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Business-Software: Service,  der sich lohnt

Globalisierung, Kostendruck, sinkende Margen – der Wettbewerb im Segment der Maschinen- und Anlagenbauer verschärft sich. Erfolgreiche Perspektiven im Kampf um Marktanteile attestieren Branchenkenner Unternehmen, deren Produktportfolio an den gesamten Lebenszyklus einer Maschine angepasst ist: „In der Fertigungsindustrie müssen sich die Unternehmen nicht nur auf die Entwicklung innovativer Erzeugnisse und die profunde Ausbildung der Mitarbeiter konzentrieren. Genauso wichtig sind umfassendes Know-how im jeweiligen Marktsegment und das Anpassen des Servicegeschäfts auf die Anforderungen der Zukunft“, sagt Markus Stahl, Manager Global Industry Marketing bei Infor.

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Der Manager des auf die Fertigungsindustrie spezialisierten ERP-Anbieters bezieht seine Aussage auf eine gewichtige Branche: Mit einem Umsatz von rund 143 Milliarden Euro und 865.000 Beschäftigten zählt der Maschinen- und Anlagenbaubau seit jeher zur klassischen Paradedisziplin der deutschen Wirtschaft und ist nach wie vor ein Exportmeister.

Doch während moderne, IT-gestützte Mechanismen längst flächendeckend prozessoptimierte Abläufe im Product Lifecycle - von der Konzeption über die Produktion bis zur Fertigstellung und Entsorgung - unterstützen, hinken so genannte After Market Services häufig noch den internationalen Maßstäben hinterher. „Services müssen sich von reaktiven Maßnahmen zu proaktiven Geschäftstreibern entwickeln“, ist sich Stahl sicher. Auch aus diesem Grund sei zunehmend ein Trend in der Fertigungsindustrie erkennbar, eigenverantwortliche und eigenständig geführte Business-Units für Service-Aufgaben zu etablieren. Der Vorteil autarker Geschäftseinheiten: Schnellere und effektivere Dienstleistungen aufgrund eigener Zuständigkeiten und eigenständiger Prozesse.

Agieren statt reagieren

Wenn es um die künftige Relevanz von Dienstleistungen mit Maschinen und Anlagen geht, argumentieren auch unabhängige Marktforscher in diese Richtung. Dan Miklovic von Gartner etwa prognostiziert in einer kürzlich veröffentlichten Studie ein hohes Wachstumspotenzial im Management professioneller Services – sowohl für die Fertigungsindustrie, als auch für spezialisierte IT-Hersteller. „In der Fertigungsindustrie geht es künftig darum, auch die Faktoren Reparatur, Erweiterung und Wartung in den gesamten Entwicklungsprozess eines Produkts einzubinden, um ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb zu erzielen“, erklärt Infor-Manager Stahl.

Hier trenne sich die Spreu vom Weizen – in den Reihen der Maschinen- und Anlagenbauer ebenso, wie im Umfeld der Anbieter von IT-Lösungen. Absolut essentiell sei es für die Entwicklung eines professionellen Service-Konzepts, sowohl wirtschaftliche Faktoren, als auch geschäftstypische Prozesse, die IT und nicht zuletzt die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden in ein unternehmerisches Gesamtkonzept einzubinden. Hierzu zählten beispielsweise dedizierte Lösungen wie etwa intelligente Diagnosesysteme in Anlagen und Maschinen.

Eine kontinuierliche Überwachung von Parametern innerhalb der Anlage ermöglicht es, dass Maschinen im Fall von Störungen oder Ausfällen „eigenständig“ den Wartungsdienst des Herstellers oder Servicebetreibers „kontaktieren“, noch bevor der Defekt dem Personal auffällt. Hinzu kommen moderne Support-Call-Center mit direkter Anbindung an die Produktionssysteme oder aber neue E-Services.

„Wichtig ist jedoch stets, dass Einzelkomponenten wie Planungs-, Produktions- und Kommunikationssysteme mit Workflow-Funktionalität auf die Anforderungen des Service-Markts zugeschnitten sind und so eine Synergie über sämtliche Unternehmensprozesse hinweg bilden“, betont Stahl. Eine nach seiner Ansicht bewährte Methodik ist das Sammeln und Bewerten von Informationen als Basis für den Service. Denn nur wenn sämtliche Daten aus der gesamten Produkt- und Kundenhistorie vorliegen, lassen sich nach den Worten des Experten auch effiziente Maßnahmen für ein optimales Service-Management treffen.

Stahl verdeutlicht den Vorteil eines konsolidierten Datenbestands an einem Beispiel: Ein Ingenieur eines Fertigungsbetriebs müsse jederzeit über aktuelle Informationen verfügen, um einen perfekten Service leisten zu können. Dazu gehörten Daten über die Maschinen und Anlagen des Kunden, spezifische Einstellungen der Geräte oder den richtigen Ansprechpartner für die jeweilige Produktgruppe. Hinzu kommen Details zu Wartungsverträgen und damit verbundenen Zusagen zu einzelnen Supportleistungen sowie Unterlagen zur Produktbeschreibung. Des weiteren sollten Informationen über die Gerätehistorie inklusive etwaiger früherer Reparaturen, über Lagerbestände sowie aktuell verwendeter Versionen von Software im Datenpool liegen. „Grundsätzlich sollten alle Daten aus allen relevanten Bereichen bereitgestellt werden, um dem Service-Team eine ideale Basis für ein perfektes Knowledge Management zur Verfügung stellen zu können“, sagt Stahl. Positiver Nebeneffekt: Stets aktualisierte Informationen erlauben zudem die Optimierung der Lagerhaltung aufgrund einer effizienteren Planung von Ersatzteilen. Dies sind Fakten, die Maschinen- und Anlagenbauern schließlich auch bei der Wahl eines geeigneten IT-Partners berücksichtigen sollten. Ebenso ganzheitlich wie die Unternehmensstrategie mit Services sieht Stahl auch die Rolle des ERP-Anbieters bei der Konzeption und Implementierung von IT-Systemen: „Professionelle IT-Anbieter zeichnen sich dadurch aus, den gesamten Lifecycle von der Produktplanung bis zum After Market Service prozess- und DV-technisch abbilden zu können.“ Nur im Rahmen eines integrierten Ansatzes sei es möglich, eine wettbewerbsfähige Plattform mit konsolidiertem Datenbestand für optimale Geschäftsprozesse bis hin zum Service-Management zu montieren. Anders als bei so genannten Best-of-Breed-Ansätzen, in denen heterogene Bauteile für lose Informationen im Geschäftsalltag sorgen, „lassen sich auf einer einheitlichen Systemgrundlage auch brauchbare Auskünfte über sämtliche Produktzyklen einholen.“ Der Grund liegt auf der Hand: Unterschiedliche Schnittstellen von unterschiedlichen Herstellern führen früher oder später mitunter zu inkompatiblen Insellösungen und Geschäftsprozessen.

Eine Position, die auch Dr. Eric Scherer, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens i2s Research GmbH, Zürich, teilt. Vor allem in mittelständischen Fertigungsbetrieben sei häufig festzustellen, dass der Entwicklung und Optimierung von Schnittstellen nicht das erforderliche Augenmerk gewidmet werde. Oft würden Interfaces innerhalb der Unternehmen über Jahre hinweg weiterentwickelt, obwohl es aus Rentabilitätsgründen keinen Sinn mache. Anstatt eine gesamte IT-Abteilung mit der Wartung selbstgestrickter oder heterogener Systeminseln zu beschäftigen, sollten Maschinen- und Anlagenbauer auf Standardsoftware von Komplettanbietern vertrauen, die bereits einen hohen Grad an Integration zur Verfügung stellen.

Susanne Höke / Stefan Graf

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