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Cloud-StrategieDiese 5 Dinge müssen bei der Datenmigration beachtet werden

Datenmigration

Bei der Planung einer Cloud-Strategie muss neben der reinen Auslagerung von Daten in die Cloud zusätzlich eine Exit-Strategie bedacht werden. Damit sowohl beim Datenmanagement als auch bei der Cloud-Strategie eine größtmögliche Flexibilität erhalten bleibt, müssen folgende fünf Punkte berücksichtigt werden.

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APS-PlanungLöcher im Blech, nicht in der Planung

Solvaro liefert der Industrie kundenspezifische und individuelle Lösungen. Chefredakteur Hajo Stotz beschreibt, wie es mit Hilfe der APS-Kapazitätsplanung gelingt, die Fertigung kunden- spezifischer Bauteile und Produkte aus perforiertem Metall mit hoher Pünktlichkeitsrate und geringer Durchlaufzeit durch das Unternehmen zu schleusen - trotz eines steil ansteigenden Auftragseingangs.

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APS-Planung: Löcher im Blech, nicht in der Planung

Als architektonisches Highlight setzen Lochbleche Akzente bei der Gestaltung von Fassaden und im Gebäudeinneren. Weniger auffällig, aber dafür funktional, finden solche Metall-Komponenten in Industrie-Anwendungen ihren Einsatz. Vom Schallschutz über Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik, Industriewaschmaschinen und den Maschinenbau bis zum Schalldämpfer und der Schaltschranktür reicht das Spektrum. Dass solche Anwendungen noch Potenziale haben, zeigt die Entwicklung der Solvaro GmbH: Der erst seit 2006 strategisch entwickelte Geschäftsbereich Industrieprodukte von Mevaco, der dann in Form des Unternehmens Solvaro verselbständigt wurde, weist eine steile Wachstumskurve auf. Am Solvaro Stammsitz in Kirchheim/Teck wurde beschlossen, die Expansion weiter zu forcieren und die Kapazitäten zu erweitern. Mit Verlagerung der Produktion ins ungarische Werk wurden gleichzeitig Flächen frei, um die Logistik von Mevaco neu ordnen zu können und auch hier Wachstumsreserven zu schaffen. Zudem wurden einige Produkte aus Ungarn nach Deutschland verlagert.

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Mit dem Markterfolg des neuen Unternehmens einher ging die Notwendigkeit, eine effiziente Fertigungssteuerung zu installieren, um das Wachstum nicht durch organisatorische Schwächen zu bremsen. Bereits seit Mitte 2002 ist am deutschen Standort Proalpha im Einsatz, seit Mitte 2003 – in der lokalisierten Version – in Ungarn. Da die Industrieprodukte aufgrund ihrer vergleichsweise höheren Komplexität eine exaktere Produktionsplanung als die bis dato übliche Grobterminierung erfordern, wurde beschlossen, in diesem Bereich Proalpha APS (Advanced Planning and Scheduling) zu nutzen. Das Projekt startete im März 2007, fünf Monate später war das System im Echtbetrieb. Diese schnelle Umsetzung ist umso bemerkenswerter, weil sie in der Endphase der Produktionsverlagerung stattfand.

Planung ohne Reserven

Üblich sind pro Auftrag fünf bis sechs Stücklistenpositionen und durchschnittlich zehn bis zwölf Arbeitsgänge einschließlich Fremdarbeiten wie Oberflächenbehandlung und dreidimensionaler Laserbearbeitung. Das sind keine Werte, die eine besondere Komplexität der Planung befürchten lassen. Jochen Schott, der von Ende 2005 bis Oktober 2007 als Projektleiter bei Solvaro für die Produktionsverlagerung und den Know-How-Transfer verantwortlich war und seit November 2007 Technischer Leiter bei Mevaco ist, erklärt: „Aufgrund des Auftragbooms drohten jedoch schon recht bald Termine aus dem Ruder zu laufen und die ‚sportlich’ geplanten Durchlaufzeiten wurden trotz eingebauter Puffer zu lang“.

Solvaro plant dreischichtig über fünf Wochentage ohne Kapazitätsreserven unter der Prämisse, die Lagerhaltung zu minimieren. Trotz dieser konträren Forderungen werden heute realistische Planungen erzeugt. Das ist vor allem ein Ergebnis der flexiblen und schnellen Umplanungsmöglichkeiten im APS-System. Mit wenigen Handgriffen sind bei Auftragsänderungen Anpassungen der Planungen möglich, ohne Kapazitätsengpässe oder Verspätungen bei anderen Aufträgen zu riskieren. Das grafische Ändern der Auftragsreihenfolge ist schnell und komfortabel möglich. Als schwierig, und damit habe er wohl einen Schwachpunkt ausgemacht, empfindet Jochen Schott das Umplanen bei Verspätungen. Hier sei noch Verbesserungsbedarf vorhanden.

Zweiter wichtiger Punkt sei die Möglichkeit, sich auf Knopfdruck den frühesten Liefertermin eines einzulastenden Auftrags anzeigen zu lassen. Die freien Kapazitäten werden sehr zuverlässig simuliert. So sind auch „Chefaufträge“ möglich, alle üblichen Aufträge werden automatisch darum herum angeordnet. Der Planer sieht auf einen Blick, welche Auswirkungen das auf alle anderen Aufträge hat und kann bei Bedarf manuell eingreifen oder schon im Vorfeld Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Das kann beispielsweise das Einfügen einiger Samstagsstunden als zusätzliche Kapazität sein. In wenigen Augenblicken plant dann das System neu, die Auswirkungen auf alle Aufträge sind direkt sichtbar. Um das Planungsgerüst so flexibel wie möglich zu gestalten, sind für die meisten Mitarbeiter Mehrfachqualifikationen hinterlegt und die Aufträge sind priorisiert: So haben Fixtermine und Reklamationen die höchste Prioritätsstufe. Musterbau, Vorfertigung und andere sind niedriger eingestuft. „Wir haben meist brutal kurze Durchlaufzeiten und viele Aufträge parallel laufen. Auch wenn es jeweils eine überschaubare Anzahl von Arbeitsgängen ist, wäre unser Geschäft anders nicht handhabbar“, fasst Jochen Schott die Erfahrungen zusammen. Und die übliche Planung ist objektiv, nicht abhängig von den Erfahrungen einzelner Personen, was die Risiken minimiert und persönliche Vorlieben ausblendet.

Entsprechend den Kundenanforderungen hat Solvaro sein APS hinsichtlich der Zielgrößen

– Termineinhaltung (Priorität 1) und

– Ressourcenauslastung (Priorität 2)

konfiguriert. Die Erfolge lassen sich in Zahlen darstellen: Vor der APS-Einführung waren etwa 30 Prozent der Aufträge zu früh fertig, knapp die Hälfte verspätet und knapp 25 Prozent rechtzeitig. Heute rechnet Solvaro mit nur noch rund acht Prozent Verspätungen, und das sind im Schnitt nur noch 1,5 Tage gegenüber dem Doppelten in der früheren Situation. Allerdings haben auch die Verfrühungen leicht zugenommen. Das führt Jochen Schott auf die verbesserte Maschinenauslastung zurück, was wiederum auf kleinere Kapazitätsreserven hindeutet.

Aber auch die wird man bei Solvaro auszulasten wissen, schließlich gibt es immer eine noch etwas bessere Lösung – wie schon der Unternehmensname sagt: Denn der leitet sich vom lateinischen solvere ab, was soviel bedeutet wie Streben nach einer Lösung. hs

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