Scope Online - Industriemagazin für Produktion und Technik
Sie befinden sich hier:
Home> Produktion> Digitale Fabrik>

Cloud-Strategie: 5 Must-dos bei der Datenmigration

Blockchain-Technologie„Es gibt fast keine Branche, in der Blockchain nicht relevant werden kann“

Dr. Rolf Werner

Visionen und Technologien standen im Fokus des diesjährigen Fujitsu Forums Anfang November in München. Dr. Rolf Werner, Head of Central Europe und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Fujitsu, weiß, dass die Digitalisierung in all ihren Facetten sowohl Unternehmen aller Branchen und Größen als auch die öffentliche Hand bewegt.

…mehr

Cloud-StrategieDiese 5 Dinge müssen bei der Datenmigration beachtet werden

Die Anzahl der Cloud-Befürworter steigt stetig und die Vorteile, die mit der Verlagerung von Anwendungen und Workloads in die Cloud einhergehen, sind bekannt: Kostensenkungen, mehr Agilität, bessere Skalierbarkeit usw. Was aber, wenn man den Cloud-Anbieter wechseln will? Oder wenn bestimmte Anwendungen oder andere IT-Komponenten wieder intern bereitgestellt werden sollen?

sep
sep
sep
sep
Datenmigration

Bei der Planung einer Cloud-Strategie muss mehr berücksichtigt werden als die reine Auslagerung von Daten in die Cloud. Es wird zusätzlich eine Exit-Strategie benötigt – für den Fall, dass Daten von einer Cloud in eine andere oder zurück ins eigene Rechenzentrum migriert werden sollen.

Damit sowohl beim Datenmanagement als auch bei der Cloud-Strategie eine größtmögliche Flexibilität erhalten bleibt, müssen laut Stefano Marmonti, DACH Sales Director bei MarkLogic, folgende fünf Punkte berücksichtigt werden:

1. Multi-Cloud-Architektur als Strategie für mehr Unabhängigkeit

Die schöne Redensart, man solle nicht alles auf eine Karte setzen, gilt auch hier: Es sollten nicht alle Daten in eine einzige Cloud verlagert werden. Um wirklich unabhängig zu bleiben und eine „Zwangsehe“ mit einem Anbieter zu vermeiden, werden z.B. Geschäftsanwendungen über mehrere Cloud-Anbieter verteilt und auch beim Disaster Recovery und der Software-Entwicklung sollte wiederum auf andere Partner gesetzt werden. Wer verschiedene Projekte auf unterschiedliche Cloud-Plattformen verteilt, macht sich nicht von einem Anbieter abhängig.

Anzeige

 2. Vorbereitung auf End-of-Service-Szenarien mit Cloud-Anbietern.

Die Zusammenarbeit mit Cloud-Anbietern läuft nicht immer rund und nimmt manchmal auch kein gutes Ende. In einigen Fällen haben Cloud-Anbieter den Kunden das Leben schwer gemacht, als diese nach Vertragsende ihre eigenen Daten wiederhaben wollten. Kunden müssen sich dann mit kostspieligen Lösungen oder zeitaufwendigen Prozessen behelfen, um eigene Daten wiederherzustellen. Oft wurden auch für den Fall von Datenverlusten vertraglich keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen. Daher sollte jeder Vertrag mit einem Cloud-Anbieter eine Klausel enthalten, die die sichere Rückgabe der Daten konkret regelt– vom Datenformat und Übertragungsverfahren bis hin zu einem Zeitrahmen, der für beide Seiten akzeptabel ist. Auch ist bei der Einplanung künftiger Cloud-Kapazitäten sicherzustellen, dass die Daten und ihre zugehörigen Metadaten, Entitäten und Zugriffsrechte nicht an eine bestimmte Software gebunden sind.

3. Unabhängige Zugriffskontrolle auf eigene Daten.

Die Zugriffskontrolle auf die Daten eines Unternehmens muss unbedingt vom Cloud-Anbieter unabhängig bleiben. Dadurch lassen sich Probleme beim Zurückholen der Daten nach Vertragsende bereits im Vorfeld vermeiden. Auch ist es so einfacher, den Cloud-Anbieter zu wechseln und man ist besser vorbereitet, sollte ein Cloud-Anbieter irgendwann mit anderen Subunternehmern arbeiten. Zudem bringt eine externe Zugriffskontrolle, kombiniert mit einer Datenverschlüsselung, weitere Vorteile: Wenn die Daten verschoben werden, bleiben die Informationen verschlüsselt und sind selbst dann sicher, wenn sie in falsche Hände geraten. Unternehmen sollten stets den direkten Zugriff auf die Backend-Datenbank und die WebServices behalten, um bei künftigen Bereitstellungen flexibler zu sein. Mehr Kontrolle über die eigenen Daten lässt sich auch erreichen, wenn Anwendungen intern entwickelt und der Cloud-Anbieter hauptsächlich für Infrastruktur-Dienste genutzt wird.

4. Einsatz von unabhängigen externen Tools und SLAs.

Bei der Datenqualität und der DataGovernance allein auf die Tools vertrauen, die der Cloud-Anbieter bereitstellt, ist keine gute Idee. Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie das beste Tool für eine bestimmte Aufgabe verwenden. Ob dieses Tool vom Cloud-Anbieter, einem Drittanbieter oder aus der eigenen Software-Entwicklung stammt, spielt keine Rolle. Auch auf die Auditing-Tools des Cloud-Anbieters sollte verzichtet werden. Schließlich hat ein Anbieter kein Interesse, mögliche Ineffizienzen seines eigenen Leistungsangebots offenzulegen. Daher sollten externe Prüfprotokolle in Betracht gezogen werden, die sicher und verschlüsselt sowie zentral abrufbar sind und eine unabhängige Kontrolle bieten.

Idealerweise sollten SLAs anbieterneutral sein. Auch sind unabhängige Tools zur Überwachung der Daten sowie über SLA-Metriken wichtig. Weiter empfiehlt es sich, Zugriffsprotokolle und SLA-Metriken in einer sicheren, externen Datenbank zu speichern.

5. Implementation cloud-neutraler Technologien.

Unternehmen sollten sich alle Optionen offenhalten, wenn es darum geht, wo die Software ausgeführt werden kann. Viele Lizenzvereinbarungen regeln konkret, ob Software in der Cloud laufen darf. Ideal wäre eine flexible Vereinbarung, damit die Software überall ausgeführt kann. Auch sollten Anwendungen in jeder Cloud, mit unterschiedlichsten Cloud-Diensten gleichzeitig und auch auf On-Premise-Systemen laufen können. Die Software sollte mehrere Formate für die Datenspeicherung sowie Industriestandards unterstützen. Zudem sollten sich Daten einfach umgebungsübergreifend replizieren lassen. Weiter benötigen Unternehmen eine eigene Zugriffskontrolle unabhängig vom Cloud-Anbieter und den Nachweis, dass es bei „Datenumzügen“ zu keinen Ausfallzeiten kommt.

Einer der Vorteile der Cloud ist die größere Flexibilität für Unternehmen. Denn damit lassen sich Anwendungen und Workloads praktisch überall speichern und ausführen. Doch manchmal ist es auch die Cloud, die den Handlungsspielraum einschränkt. Wer jedoch diese fünf Tipps berücksichtigt, hat schon viel getan, um den Wechsel zwischen Cloud-Anbietern so problemlos wie möglich zu gestalten.  Stefano Marmonti/cs

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Dassault Systèmes und Deutsche Telekom

Open Telekom CloudDassault Systèmes und Telekom: Partnerschaft in der Cloud-Nutzung

Dassault Systèmes wird seinen deutschen Kunden die Open Telekom Cloud als Infrastruktur zur Nutzung der 3DExperience Plattform anbieten.

…mehr
Vakuum-Greifer: Intelligenz im Vakuum

Vakuum-GreiferIntelligenz im Vakuum

Digitalisierung und elektronische Vernetzung verändert Prozesse und Geschäftsmodelle. Schmalz bietet jetzt sogar die Überwachung von Vakuum-Greifern via App mit dem Smartphone an.

…mehr

Künstliche IntelligenzOracle erweitert IoT Cloud Portfolio

Oracle erweitert sein Internet-of-Things (IoT)-Cloud-Angebot. Es umfasst nun auch Features für künstliche Intelligenz und Machine Learning sowie Digital Twin und Digital Thread. Kunden und Partner gewinnen damit Einblicke in Projekte und Prozesse und können Prognosedaten wirksam einsetzen.

…mehr
Rainer Downar, Executive Vice President Central Europe bei Sage

Cloud-Computing-Dienste von SageRainer Downar: „Software as a Service ist ein globaler Megatrend“

Zehn Jahre ist es etwa her, dass erste Cloud-Computing-Dienste live gingen. Heutzutage etabliert sich die Bereitstellung von Server, Speicher, Datenbanken, Netzwerkkomponenten, Software, Analyseoptionen und mehr über das Internet zunehmend auch im Mittelstand.

…mehr
Thomas Schildknecht und Rainer Hönle

Delta Logic und Schildknecht kooperierenEinfaches IoT-Retrofit mit Accon-AGLink und Dataeagle

Delta Logic Automatisierungstechnik und Schildknecht bündeln ihre Kompetenzen für durchgängige SPS-zu-Cloud-Kommunikation.

…mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neue Stellenanzeigen

Anzeige

Direkt zu:


ExtraSCOPE


TrendSCOPE


Robotik in der industriellen Fertigung