Zühlke Round Table

Agiler Festpreis in der IT-Beschaffung

Beim Zühlke Roundtable in Wien Ende Juni erläuterten Spezialisten u.a. warum agile Fixpreisverträge in der IT-Beschaffung Sinn machen, welche rechtlichen Aspekte dabei zu berücksichtigen sind und wie das Modell in der Praxis funktioniert.

Richard Brenner, Business Development Manager bei Zühlke Engineering Austria, stellte das Zühlke-Modell für agile Festpreisprojekte dar, das auf enger Kollaboration zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer basiert.

Im Anschluss diskutierten die rund 30 Teilnehmer mit den Referenten und tauschten ihre Erfahrungen aus. „Mit der Veranstaltung haben wir eine Rundum-Sicht zum Thema agiler Festpreis ermöglicht. Die spannende Diskussion hat gezeigt, dass für einen erfolgreichen Projektabschluss das entsprechende Wissen um agile Fixpreisprojekte notwendig ist. Wenn alle Vor- und Nachteile beachtet werden, können agile Projekte erfolgreich und nutzenbringend für Auftraggeber und -nehmer abgeschlossen werden“, erklärt Dr. Nikolaus Kawka, Geschäftsführer Zühlke Engineering (Austria) GmbH.

Im ersten Vortrag stellte Richard Brenner, Business Development Manager bei Zühlke Engineering Austria, das Zühlke-Modell für agile Festpreisprojekte dar, das auf enger Kollaboration zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer basiert. Da die meisten Auftraggeber ein Budget für das beauftragte Projekt benötigen, fördert Zühlke Engineering agile Fixpreisverträge, die einerseits ein Budget-Dach definieren, aber dennoch ein agiles Vorgehensmodell unterstützen. Auf Basis eines initialen Backlogs inklusive Scope-Schätzung können in diesem Vertrag leicht Stories ausgetauscht, sofern die Gesamtkomplexität nicht verändert wird („Changes for free“), oder der Scope reduziert werden. Sowohl für Auftragnehmer als auch -geber stellt der Vertrag sicher, dass nicht nur das Budget aufgebraucht wird, sondern dass Softwareprodukte mit höchst möglichem Kundennutzen entstehen.

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Rechtliche Aspekte des agilen Festpreismodells

Dr. Lukas Feiler, Rechtsanwalt bei Baker & McKenzie in Wien, erläuterte anschaulich die rechtlichen Spannungsfelder des agilen Festpreises. Nach einer Einführung zu den Vertragstypen (Dienst- versus Werkvertrag) stellte er verschiedene Fixpreismodelle vor. Im Hauptteil seines Vortrages behandelte er die wichtigsten Vertragsbausteine bei Fixpreisprojekten: Bestimmung des Leistungsgegenstandes und Change-Management, Liefer- und Zahlungstermine, Verzug, Abnahme, Gewährleistung und Kündigung. Zudem gab er einen Überblick über Fixpreis-Vertragsmodelle. Dr. Feiler betonte mehrfach die große Wichtigkeit der Definition von „Done“, also der Abnahme von Entwicklungsschritten. Für alle Vertragspartner muss klar sein, welche Leistung bis wann erbracht werden muss, damit die Abnahme erfolgen kann.

Spannende Praxiserfahrungen

Richard Gunitzberger, Product Developer Verkehrsmanagementsysteme ASFINAG Maut Service, zeigte in beeindruckender Weise, wie ein agiles Festpreisprojekt im öffentlichen Bereich funktionieren kann. Er sprach über das Software-Entwicklungsprojekt „Baustellen-Management-System 2012“, das unter seiner Leitung als agiles Fixpreisprojekt mit einem externen Anbieter durchgeführt wurde. Er ging auf die Gründe für die agile Vorgehensweise sowie die Herausforderungen im Spannungsfeld von Termintreue, Kosten und Qualität ein. Besonderen Wert legte er auf die Miteinbeziehung aller Key-User des Systems in das Projekt, um den Erfolg zu gewährleisten. kf

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