KPMG-Umfrage

Apps statt PS - Automobilbauer vor neuen Herausforderungen

In der 17. Ausgabe der Global Automotive Executive Survey von KPMG nennen die 800 befragten Vertreter der Automobilbranche erstmalig die Themen Vernetzung und Digitalisierung als Top Trend.

Künftig zählen neben PS auch Apps, und Daten werden zum ebenso wichtigen Treibstoff wie Benzin. Mit der allgegenwärtigen Vernetzung, so die KPMG-Erperten, wird sich zum einen das Kundenverhalten erheblich verändern. Zum anderen drängen zahlreiche neue Wettbewerber in den Markt, die mit vernetzten Dienstleistungen den Kunden direkt im Auto bedienen wollen. Daraus ergeben sich tiefgreifende Veränderungen für das traditionelle Geschäftsmodell und deren gesamte Wertschöpfungskette – von Entwicklungszyklen über Produkte, Dienstleistungen und Technologien, bis hin zu Kundenbeziehungen und völlig neuen Vertriebsstrukturen.

Um nicht die Kundenschnittstelle an Unternehmen aus dem Silicon Valley zu verlieren, müssen sich traditionelle Hersteller schon heute vorsehen und mit innovativen Produkten und intelligenten Dienstleistungen versuchen den Kunden und seine Datenspur für sich zu gewinnen. In einer hochgradig vernetzten Welt wird der Kunde zum absoluten Mittelpunkt. Daher hat KPMG in der Studie zum ersten Mal die Meinung der Führungskräfte auch denen von mehr als 2.100 Kunden gegenüber gestellt. Daraus ergibt sich ein umfassendes Bild des Automarktes der Zukunft.

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Die Ergebnisse zeigen:

  • Vernetzung und Digitalisierung sind die Megatrends und Wegbereiter neuer Geschäftsmodelle.
  • Der Markt wird sich von Grund auf verändern – der Countdown hat schon jetzt begonnen.
  • Wer die Kundenschnittstelle im Auto besetzen wird, ist noch nicht entschieden – haben Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) möglichweise die besseren Chancen?
  • Vernetzte Dienstleistungen werden neue, beliebig skalierbare und nachhaltige Umsatzströme generieren – Daten und deren intelligente Analyse (Informational Engineering) sind dabei der Schlüssel zum Erfolg.
  • Es gilt die Datenhoheit zu erobern: Nur wer die richtigen Anreize schafft wird zum vertrauensvollen „Daten-hub“.
  • Selbstfahrende Autos werden zum absoluten Kaufkriterium, was das traditionelle Geschäftsmodell der Autobranche langfristig in Frage stellt.
  • Die Autoindustrie steckt in einem „clockspeed dilemma“: Nur wer die Taktgeschwindigkeit bei Innovationen, Prozessen und Unternehmenskultur an die der IKT-Industrie anpasst, kann es schaffen. 
  • Die Autoindustrie lebt nicht in einem Vakuum: Trotz des Hypes um Digitalisierung hat der Gesetzgeber immer noch großen Einfluss auf die Branche. ‚Dieselgate‘ zeigt, der Druck auf die Branchen bezüglich umweltfreundlicher Technologien ist nicht kleiner, sondern eher größer geworden. 
  • Neue Märkte stehen weiterhin im Fokus: Nicht nur China ist der Markt der Zukunft – auch Südostasien wird interessant.
  • Die Technologie- und Innovationsvorherrschaft der Autokonzerne ist nicht in Stein gemeißelt – Wettbewerber vor allem aus dem Silicon Valley stehen schon in den Startlöchern.

Die Studie basiert auf den Aussagen von 800 Führungskräften der Autoindustrie weltweit, viermal so viele wie im Vorjahr. Knapp die Hälfte davon sind Vorsitzende ihres Unternehmens oder C-Level Executives. Befragt wurden Hersteller, Zulieferer, Händler, Dienstleister für Finanzen und Mobilität und auch erstmalig IKT-Unternehmen mit Mobilitätsfokus. 40 Prozent der teilnehmenden Unternehmen verzeichnen einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Dollar.

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Global Automotive Executive SurveyNichts wird in der Automobilindustrie mehr so sein, wie es war: Das Wichtigste im Auto wird die direkte Verbindung zum Kunden in Echtzeit sein, wie die 17. Ausgabe der Global Automotive Executive Survey von KPMG ergeben hat.

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