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„Radar Road Signature“Automatisiertes Fahren mit Radarsignalen

Bosch Radar Straßensignatur
Ab sofort lassen sich Lokalisierungsschichten für hochauflösende Karten anhand von Radarsignalen erstellen. Das erleichtert den automatisiert fahrenden Autos, die Fahrspur zentimetergenau zu lokalisieren.
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Spedition, TransportdienstleistungenFreie Auswahl

Es müssen ja nicht immer so spektakuläre Aufgaben sein wie der Transport des neuen Geläuts der Dresdener Frauenkirche, obwohl diese Aufgabe eine ganze Reihe von Aspekten typischer Speditionsaufgaben enthält: Neben hohem Gewicht und der Größe waren die Empfindlichkeit des Transportguts, der pünktliche Anliefertermin und selbstverständlich die Kosten zu berücksichtigen. Die Glockengießerei Bachert aus Bad Friedrichshall hatte die Deutsche Bahn-Tochter Schenker mit dieser Aufgabe betraut. Von der Verladung beim Hersteller bis zur Ablieferung in der Dresdener Innenstadt waren alle Schritte exakt zu planen: Mitarbeiter von Bachert und Schenker verluden die zwischen 290 und 1740 Kilogramm wiegenden Glocken auf einen Lkw. Der bewältigte die rund 550 Kilometer lange Strecke in einer Nachtfahrt.

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Dienstleistungen (DI): Freie Auswahl

Neben den sieben Glocken wurde auch Zubehör wie die Joche für die Aufhängung des Geläuts nach Dresden überführen. Zuvor hatte das gleiche Unternehmen bereits das Kuppelkreuz aus Gold und Stahl, dessen Installation auf dem Turm der Frauenkirche für das kommende Jahr vorgesehen ist, von einer Londoner Silberschmiede nach Dresden transportiert.

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Solche Projekte bilden nur einen kleinen Teil der industriellen Logistik. Das ,,Butter-und-Brot-Geschäft" findet an anderer Stelle statt: beim Transport von Gütern zwischen Zulieferern verschiedener Stufen und Weiterverarbeitern bis hin zum Endkunden. Hier herrschen Kosten- und Termindruck, besonders deutlich wird das am Beispiel der Automobilindustrie.

In den letzten Jahrzehnten sind unterschiedliche Transportkonzepte und -wege sowie unterschiedliche Kombinationen daraus ausprobiert worden. Die Leistungsfähigkeit von Schiene und Straße wurde unter den Schlagworten ,,Just-in-Time-Anlieferung" oder ,,das Lager aus der Landstraße", bis an die Grenzen – und darüber hinaus – ausgeschöpft. Zwischen Lkw und Bahn ergaben sich zum Teil deutliche Verschiebungen hinsichtlich der Transportvolumina. Mit angepassten Strategien und rollendem Material hat die Bahn es jedoch geschafft, wichtiger Baustein im Zusammenspiel von Zulieferern und Autobauern im deutschen und europäischen Zusammenspiel zu bleiben. Nicht durch Zufall besteht beispielsweise die Zusammenarbeit mit Opel bereits seit 75 Jahren.

Autoteile auf die Schiene

Die strategische Kooperation der beiden Unternehmen ist heute ein entscheidender Faktor für den reibungslosen Teile-Verkehr zwischen den Werken im europäischen Opel-Produktionsverbund. Nach eigenen Angaben transportiert DB Cargo, der Güterverkehr der Deutschen Bahn, mehr als eine Million Tonnen Güter und damit 95 Prozent des Transportvolumens der Adam Opel durch Europa.

Wolfgang Pfaff, Koordinator für die europaweiten Bahntransporte bei Opel, sieht eine Fülle von Argumenten, die für die Nutzung der Bahn sprechen: ,,Neben wirtschaftlichen Vorteilen im Vergleich zum Lkw-Transport wird vor allem dem Umweltaspekt langfristig Rechnung getragen. Als nachhaltig orientiertes Unternehmen wird Opel damit auch in Sachen Transport seiner Verantwortung mehr als gerecht." Wie wichtig die intensive Zusammenarbeit der beiden Unternehmen ist, zeigt das von Opel für den Verkehr mit seinem Werk in Zaragoza (Spanien) entwickelte und von der Bahn umgesetzte Otello-Konzept. Früher mussten in einigen Fällen Waggons samt Ladung auf Grund der in Europa unterschiedlichen Schienenformate zeitraubend an der spanischen Staatsgrenze ausgetauscht werden. Das Otello-Konzept sorgt nun für einen wirtschaftlicheren Ablauf, da sich die europäischen Bahnen geeinigt haben, dass verschiedene Ladungsarten in einem Zug zusammengefasst werden können. Durch diese Genehmigung können jetzt für alle Lieferungen Wagen benutzt werden, die flexibel auf andere Achsen umsetzbar und somit auf den unterschiedlichen Spurbreiten in Spanien eingesetzt werden können. Über die Drehscheibe Mainz-Bischofsheim gehen Ladungen in die Opel-Werke Szentgotthard (Ungarn), Wien-Aspern (Österreich), Antwerpen (Belgien) und Zaragoza (Spanien) sowie Eisenach, Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern.

Eine zweite Innovation in der kreativen Zusammenarbeit ist der Opel-Benelux-Express. Er transportiert seit Ende 2002 täglich mit vier Zügen Teile zwischen den Opel-Werken in Bochum und Antwerpen. Ab Herbst dieses Jahres sollen Mehrsystemloks, den bisher notwendigen Lokwechsel an der niederländischen Grenze überflüssig machen und für eine weitere Zeitersparnis sorgen.

Wilfried Kramer, Leiter Marktbereich Automotive bei DB Cargo sagte zu der Zusammenarbeit mit Opel: ,,Die klaren Wünsche von Opel an uns als Transport- und Logistikdienstleister haben zu einer langen und fruchtbaren Zusammenarbeit geführt. Den Schienenverkehr als verlängertes Fließband zu betrachten, war Ursprung vieler Innovationen bei der gemeinsamen Erarbeitung von neuen Konzepten."

Eine dieser zitierten Innovationen zielt auf ein weiteres Glied in der Logistikkette bis zum Endkunden: Nicht für Opel sonder Daimler Chrysler wurde ein spezieller Zug für den Transport von Pkw entwickelt und in Betrieb genommen. Hans-Heinrich Weingarten, Leiter des Daimler Chrysler-Werks Sindelfingen: ,,Mit der Inbetriebnahme dieser modernen geschlossenen Waggons können wir eine optimale Logistik vom Werk Sindelfingen bis zur Verschiffung in Bremerhaven sicherstellen." Die ,,gedeckten" Waggons schützen die Ladung durch stabile Seitenwände und verschließbare Stirntüren gegen Witterungseinflüsse, Diebstahl und Vandalismus. Ein Hydrauliksystem, das die Antriebe von Dach, Türen und Klappen steuert, erleichtert und beschleunigt die Be- und Entladung. Während der Verladung wird das Dach automatisch angehoben, ein integriertes Belüftungssystem sorgt für optimale Luftzirkulation.

Branchen-Specials nutzen

Neben der Automobilindustrie sind spezifisch zugeschnittene Angebote auch für eine Fülle anderer Branchen nutzbar: So wurde unter dem Namen Papersolution ein Dienstleitungspaket für die Papier- und Zellstoff-Industrie geschaffen, das ab Juni 2003 wichtige Produktions- und Verarbeitungsstandorte dieser Branche verbindet. In der Anfangsphase sind 38 Hauptrelationen und durch entsprechende Anschlüsse insgesamt mehr als 80 Relationen, zunächst nur national, in dem Branchennetz integriert.

Um den zeitkritischen Produktionsabläufen dieser Branche Rechnung zu tragen, soll die Pünktlichkeit der Transporte durch fest planbare Laufzeiten und eine punktgenaue Abwicklung der Transporte eingehalten werden. Erste Ergebnisse in der vorherigen einjährigen Pilotphase sind vielversprechend. Die Testläufe konnten nach Angaben der Bahn mit bis zu 97 Prozent pünktlich abgewickelt werden.

Das besondere an dem Branchenprodukt ist die Gliederung in integrale und optionale Produkteigenschaften. Integral sind Grundeigenschaften, wie der branchenspezifische Kundenservice 24 Stunden an 7 Tage die Woche, die permanente Transportüberwachung, die Umweltbilanz und die proaktive Kundeninformation. Optionale Produkteigenschaften sind hingegen Servicebausteine, wie das In-Time-Management und eine priorisierte Leerwagengestellung. Das In-Time-Management stellt im Störungsfall sicher, dass die Wagen durch alternative Transportmaßnahmen auf jeden Fall pünktlich beim Empfänger ankommen. Dabei werden die Güter wenn möglich über den Umschlag Schiene-Straße mit definierten Leistungspartnern zugestellt, oder aber die Ware muss ersatzweise direkt ab dem Versender über die Straße transportiert werden. Die priorisierte Leerwagengestellung kann für konkrete Papersolution-Relationen für die gesamte Vertragsdauer zugekauft werden. Für diese Relationen werden die konkreten Leerwagenbestellungen mit einer erhöhten Priorität versehen und vorrangig behandelt. Ein Serviceteam überwacht die Transporte durchgängig und ist rund um die Uhr für den Kunden erreichbar. Sollten Störungen im Transportablauf auftreten, wird der Kunde benachrichtigt und transportbeschleunigende Maßnahmen eingeleitet.

Klaus Schymke, Marktbereichsleiter Kaufmannsgüter von DB Cargo: ,,Das Leistungsprofil dieses Angebots entspricht den wachsenden Anforderungen der Kunden der Branche und noch weiterentwickelt. Wir planen bereits für das nächste Jahr die Einführung von drei zusätzlichen Service-Modulen, die dem Kunden branchenspezifisches Transportequipment, die Übernahme der Zulaufsteuerung und eine Beladungsoptimierung anbieten."

Flexible Schiene

Aus dem Leistungsangebot und dem Auftreten der Bahn in der Vergangenheit resultiert, besonders im Bereich Güterverkehr, ein mitunter durchaus problematisches Image. Es kann jedoch lohnen, die aktuellen Angebote erneut kritisch zu prüfen. Zunehmend scheint das Unternehmen bereit, auch spezielle Anforderungen durch organisatorische und technische Anpassungen zu erfüllen. Als Beleg dafür kann das Angebot Flextrain gelten: Es bietet mit nur 24 Stunden Bestellvorlauf kurzfristige Dispositionsmöglichkeiten. Das Angebot eignet sich für Kunden, die beispielsweise Konsumgüter transportieren und Termine sowie Mengen sehr kurzfristig bestimmen wollen. Deshalb werden keine festen Übergabezeiten und keine Mindestmengen im Voraus vereinbart.

Zudem bietet die Einbindung verschiedener Speditionen wie Schenker, Stinnes und Hangartner mit jeweils speziellen Leistungsportfolios eine Fülle von Ansätzen zur Rationalisierung der Logistik. Damit hat die Industrie die freie Auswahl zwischen verschiedenen Verkehrsträgern und nahezu beliebigen Kombinationen daraus ohne den Logistikpartner wechseln zu müssen. Meinolf Droege

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