Leuchtpigmente

Frei von Radioaktivität

sind nachleuchtende Pigmente. Die Leuchtkristalle werden durch das auftreffende Umgebungslicht aufgeladen und geben die aufgenommene Energie im Dunkeln als sichtbares Licht wieder ab. Dieser Aktivierungs- und Nachleuchtzyklus ist unbeschränkt wiederholbar. Die Intensität der Phosphoreszenz hängt von der Menge der eingesetzten Leuchtkristalle und der Intensität des aktivierenden Lichtes ab. Dabei wird der beste Effekt mit kurzwelligem Licht (idealerweise Sonnenlicht) erzielt.

Auch Thermoplaste können mit Leuchtpigmenten hergestellt werden. Durch die lange Nachleuchtdauer eröffnen sich Anwendungsmöglichkeiten wie Notschalter, Handgriffe, Lichtschalter, Instrumententeile, Fluchtwegmarkierungen oder Freizeitprodukte und Fun-Artikel. Wo immer die Strom unabhängige Sichtbarkeit erforderlich ist, können Bedien­elemente und Markierungen angebracht werden, die ohne Verkabelung die erforderliche Erkennbarkeit bieten.

Bei optimaler Aktivierung hält das Nachleuchten viele Stunden an. Wichtig ist aber immer die richtige Einschätzung der Anwendungsbedingungen und -erfordernisse (Art des Aktivierungslichts, Intensität, Dauer, Wellenlänge). Über die Wahl des Leuchtpigment-Typs und konstruktive Massnahmen kann ein auf den Bedarf zugeschnittenes Ergebnis erzielt werden. Um den Materialeinsatz zu optimieren ist eine fachmännische Beratung unumgänglich.

Bei den verschiedenen Leuchtpigment-Typen variiert die Aktivierungs-Sensibilität. Standard-Typen haben bei langer Aktivierungszeit eine lange Nachleucht-Dauer. Hoch sensible Pigmente kommen mit einer kürzeren Anregung aus, weisen aber eine steilere Abklingkurve auf. Außerdem wird die Nachleuchtfarbe unterschieden (gelb-grün, blau). Unabhängig davon ist die Körperfarbe des Materials, also die farbliche Erscheinung bei Tageslicht. Das beste Ergebnis wird mit der Farbe natur (gelblich) erreicht. Einfärbungen sind möglich, sie schränken aber die Nachleuchtdichte ein.

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Wichtiger als die technische Nachleuchtdichte ist die subjektive Wahrnehmung, die sich nach der Akkomodation des Auges richtet. Wer aus einer hellen Umgebung kommt, kann möglicherweise einen leuchtenden Gegenstand nicht wahrnehmen; wer sich länger in Dunkelheit aufhält, nimmt den gleichen Gegenstand noch als hell wahr. Zudem wird die gelb-grüne Nachleuchtfarbe vom Auge besser wahrgenommen als die blaue – trotz technisch gleicher Nachleuchtdichte.

Nachleuchtende Kunststoffe können mit jedem transparenten Thermoplast hergestellt werden. Bei der Verarbeitung müssen gewisse Eigenheiten beachtet werden, ansonsten gleichen die Verarbeitungsparameter jenen des Ausgangsmaterials. Die Leuchtkristalle sind extrem hart und weisen eine hohe Abrasivität auf. Die Verarbeitung darf daher nur mit gepanzerten und sauberen Werkzeugen erfolgen. Andernfalls würde das gespritzte Teil vergrauen, dadurch unansehnlich werden und wesentlich an Leuchtkraft einbüßen. Zur Verarbeitung kommen Compounds mit eingearbeiteten Leuchtpigmenten. Vielfach ist auch der Einsatz von Masterbatch mit einer hohen Konzentration von Leuchtpigmenten angebracht.

Die Lebensdauer nachleuchtender Kunststoffe hängt von den Eigenschaften des Trägermaterials ab. Die Pigmente sind bis zu 1000 Grad Celsius stabil. Solange beim Trägermaterial keine Eintrübung erfolgt, bleibt die Nachleuchtkraft unverändert. ms

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