MES

Sparsamkeit am falschen Platz

Sparsamkeit am falschen Platz - ein Kommentar von Timo Brüggemann

Produktivität hat ihren Preis, und wer mit Hilfe von High-Tech produzieren will, weiß, dass er kräftig investieren muss. Automobilzulieferer, Maschinenbauer, chemische oder pharmazeutische Industrie müssen beim Aufbau der entsprechenden Anlagen heute daher mit Investitionen im siebenstelligen Bereich rechnen. Investitionen sind auch bei den ERP-Systemen erforderlich, schließlich müssen Bestellungen erfasst, Aufträge verarbeitet, Rechnungen gestellt werden - und zwar möglichst schnell und reibungslos, also ebenfalls mit höchster Produktivität. Diese Systeme bilden außerdem die Schnittstelle zum Management, ihr Funktionieren ist die Basis für betriebliche Entscheidungen. Und vermutlich möchte kein IT-Leiter ausgerechnet sein Management im Regen stehen lassen. Ein zusätzliches Motiv, hier mit Investitionen nicht unnötig zurückhaltend zu sein.

Zwischen Plant-Floor und ERP

"Produktivität hat ihren Preis, und wer mit Hilfe von High-Tech produzieren will, weiß, dass er kräftig investieren muss."

Trotzdem sind Budgets in der Regel knapp, und da jeder Euro nur einmal investiert werden kann, muss anderweitig gespart werden. Und so findet sich häufig das MES (Manufacturing Execution System) in der Sparzone wieder, das die Verbindung zwischen Management- und Produktionsebene herstellt. Dabei sind gerade MES für das reibungslose Funktionieren des Gesamtprozesses verantwortlich. Sie schaffen Transparenz und steuern den Materialfluss, so dass auch Qualitäts- oder Zeitprobleme rechtzeitig erkannt werden können. Natürlich sind solche Aufgaben alles andere als unwichtig, aber eben, wie es scheint, sind die dafür zuständigen Systeme "investitionspolitisch" ungünstig platziert - im Schatten zwischen den beiden Investitionsblöcken Plant-Floor und ERP.

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Risiko läuft mit

So ergibt sich gerade in vielen mittelständischen Unternehmen oft ein erstaunliches Missverhältnis: Millionenteure Anlagen werden durch Bil-ligserver gesteuert, die eigentlich für Büroanwendungen konzipiert sind, nicht aber für den Einsatz in der Produktion. Typische Büro-Server verfügen nämlich über kein Hochverfügbarkeitskonzept. Defekte mögen nach 20 Jahren PC-Technologie seltener geworden sein, aber sie sind keineswegs ausgeschlossen. Tatsächlich läuft bei diesen Systemen das Risiko immer mit, und da sich das Risiko betriebswirtschaftlich aus der Multiplikation von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe errechnet, ist es enorm: Ausfälle im MES können zu einem Verlust der Datenintegrität, zu falscher Ressourcensteuerung oder sogar zu einem Produktionsstillstand führen. Die Folgen von Server-Ausfällen, auch wenn sie kurzfristig sind, muss man sich nicht ausmalen, die mühsam erarbeitete Produktivität ist so jedenfalls wieder verloren.

Das Rückgrat eines Produktionsprozesses

Dabei stehen für MES längst leistungsfähige und absolut ausfallsichere Server-Technologien zur Verfügung. Fehlertolerante Server beispielsweise kommen auf eine Verfügbarkeit von etwa 99,9999 Prozent, was einer Ausfallszeit von einer halben Minute pro Jahr entspricht. Entsprechende Software-Lösungen erreichen immer noch mehr als 99,999 Prozent, bleiben also im Durchschnitt nur fünf Minuten im Jahr stehen. Eine Verfügbarkeit, die angemessen ist für Systeme, die immerhin das Rückgrat eines Produktionsprozesses bilden. Die Kosten sind marginal gegenüber dem, was gleichzeitig in Anlagen und ERP-Systeme investiert werden muss. Und erst recht gegenüber den Risiken, die damit vermieden werden. Timo Brüggemann ist Director Business Development EMEA bei Stratus in Eschborn. lg

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