Scope Online - Industriemagazin für Produktion und Technik
Sie befinden sich hier:
Home> Betrieb + Beschaffung> Dienstleistungen> Strahlend verbunden

Blockchain-LabErste Prototypen entwickelt

Blockchain

Vor einem Jahr hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informations-technik FIT das Blockchain-Lab eröffnet. Die Kunden kommen aus allen Bereichen der Wirtschaft. Sie wollen wissen: Was ist dran an dem Hype um die neue Technologie? Und was bedeutet sie für mein Geschäftsfeld? Die Fraunhofer-Experten klären auf, identifizieren Anwendungsfälle und entwickeln Prototypen.

…mehr

Infrarot(IR)-Strahler für dasStrahlend verbunden

Hinlänglich bekannt sein dürfte, dass bei der Verarbeitung von Kunststoffen, vor allem bei der von thermoplastischen Materialien, ohne Wärme fast nichts läuft. Ziemlich egal, ob nun Millimeter dicke Platten aus Polycarbonat gekantet, Folienbahnen aus Polypropylen biaxial gestreckt oder Formteile miteinander verbunden werden müssen, immer ist eine gehörige Dosis Wärme im Spiel. Und das könnte die aus dem roten Spektralbereich sein: also Infrarot-Strahlung, auch Freunden von Höhensonne, Sonnenbänken und beheizten Kaffeehausterrassen ein Begriff.

sep
sep
sep
sep
Dienstleistungen (DI): Strahlend verbunden

Eigentlich liegt nahe, diese Strahlen mit ihren relativ kurzen Wellenlängen (zwischen 800 nm und etwa 1 mm) auch zum Verschweißen von Kunststoffteilen einzusetzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: IR-Strahlung erwärmt das Schweißgut kontaktfrei und damit sauber. Die Teile können ohne zusätzlichen Kleber oder andere Hilfsmittel verbunden werden. Innerhalb einer kurzen Phase schmilzt durch die IR-Strahlung eine dünne Oberflächenschicht der Kunststoffteile, die dann durch einfaches Zusammendrücken verbunden werden. Das Schweißen mittels IR erfolgt ohne zusätzliche Geräuschentwicklung und ohne Geruchsbelästigung. Im Gegensatz zum Kontaktschweißen bleibt kein Material an der Wärmequelle hängen. Der Erwärmungsschritt erfolgt im Sekundentakt jederzeit reproduzierbar.

Anzeige

Die Hitze der IR-Wärme

Heraeus Noblelight mit Sitz in Klein­ost­heim sowie Tochtergesellschaften in den USA und Großbritannien, gehört zu den weltweit führenden Lieferanten von IR-Strahlern. Vor drei Jahren bereits, auf der regionalen Kunststoffverarbeitungsmesse Fakuma in Friedrichshafen, demonstrierte das Unternehmen, wie sich mit Hilfe der kurzwelligen ultraroten Strahlen Kunststoffteile einfach und elegant verschweißen oder auch vernieten lassen. Herausgestellt wurde auf dieser Messe an den Ufern des Bodensees, wie die IR-Wärme heiß genug sein kann, um Rohre zu verbinden, Vorratsbehälter zu verschweißen oder Innenverkleidungen von Opel-Limousinen zu vernieten. Im Gegensatz zu konventionellen Methoden – so konnte gezeigt werden – lassen sich viele der Produktionsschritte durch die IR-Strahlung wesentlich vereinfachen und beschleunigen.

Infrarot-Strahler werden exakt auf den jeweiligen Prozessvorgang abgestimmt. Sie erwärmen große Oberflächen genauso wie schmale Randbereiche. Flexible Bauformen ermöglichen, dass die Strahler selbst komplex geformten Werkstücken angepasst werden können. Und durch den Vorteil, dass IR-Strahler innerhalb von Sekunden an- oder abgeschaltet werden können, lassen sich Energie und damit Kosten sparen. Insbesondere werden Kunststoffteile innerhalb weniger Sekunden effektiv vernietet, weil Wärme dabei – zeitlich begrenzt – exakt an der richtigen Stelle ganz gezielt eingesetzt wird.

Gezeigt hat sich, dass konträr zu den herkömmlichen Fügemethoden in der Plastverarbeitung wie etwa beim Heiz­element-Kontaktschweißen der Energiebedarf geringer ausfällt. Herausgestellt hat sich ebenfalls, dass beim IR-Verfahren aufgrund der hohen Intensität der Abstand vom Strahler zur Fügefläche so ausgelegt werden kann, dass ein Kontakt und somit eine Geruchsbelästigung ausgeschlossen wird. Ausgeschlossen ist somit ebenfalls, dass die Schmelze durch Ablagerungen auf dem Heizelement (wie bei der Kontakterwärmung) verunreinigt werden kann und dadurch Fehler in der Fügenaht auftreten.

Ein typisches Beispiel für das Fügen von Kunststoffteilen mit IR-Strahlung ist das Verschweißen von Polyethylenrohren, über das Rudolf Lembke, bei Heraeus Spezialist für IR-Anwendungen, auf einer Fachtagung in Essen berichtete. Die zu verbindenden Rohre (siehe Bild) werden an den betreffenden Enden angeschmolzen, um dann mit leichtem Druck zusammengefügt zu werden. Weitere Einsatzgebiete für die IR-Technologie sind Schweißnahtgeometrien, die mit den traditionellen Kontaktheizelementen nicht oder schwer zugänglich sind.

Ein ganz anderes Beispiel sind die sogenannten Getränkesäulen aus Plexiglas, wie sie im Sichtbereich von Getränkezapfanlagen als dekoratives Element fungieren. Zwei Platten aus dem transparenten Acrylglas werden hier jeweils einseitig bis zum Schmelzpunkt von etwa 230 °C erwärmt und dann aneinander gefügt. Die in dem Material eingefrästen Kanäle ergeben die Getränkeleitungen.

Strahler für jede Aufgabe

Heraeus Noblelight liefert nach eigenen Angaben entsprechende Strahler für das IR-Schweißen und auf die jeweils anstehenden Aufgaben zugeschnitten. Das Unternehmen betont, ständig neue kundenspezifische Strahler auch für komplexe Prozesse zu entwickeln. Lieferbar sind unter anderem:

Kontaktstrahler, individuell geformte Strahler, die Kanten oder Ränder von Werkstücken nachbilden und so gezielte Biegeprozesse erlauben oder Kleber aktivieren.

Kleine Flächenstrahler, die mit kurzwelligen Strahlen komplizierte Geometrien erwärmen, um zwei Oberflächen ohne Einsatz von Klebstoff zu verbinden.

Omegastrahler, kreisförmig gebogene Strahler für das Heißnieten.

Heißniet-Strahler, eine Weiterentwicklung der Omegastrahler, mit denen auch sehr kleine oder schwer zugänglich installierte Kunststoffstifte heißgenietet werden.

Geboten wird die gesamte Palette der IR-Strahlung: vom nahen Infrarot NIR bis zu den mittelwelligen Carbon Infrarot Strahlern CIR. Lassen Sie sich informieren. Siegfried Heimlich

Bildtext

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zu dieser Firma

News: Dämpfer für Heraeus: Umsatz und Ergebnis rückläufig

NewsDämpfer für Heraeus: Umsatz und Ergebnis rückläufig

Der Hanauer Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus hat das Geschäftsjahr 2012 insgesamt zufriedenstellend abgeschlossen. Spuren in der Bilanz hinterließen jedoch sowohl der weltweite Einbruch der Photovoltaikindustrie, von dem mehrere Geschäftsbereiche betroffen waren, als auch interne Restrukturierungskosten.

…mehr
News: Heraeus ist Gründungsmitglied der neuen Initiative Light Alliance

NewsHeraeus ist Gründungsmitglied der neuen Initiative Light Alliance

Der Speziallichtquellen-Hersteller Heraeus Noblelight - ein Konzernbereich des Edelmetall- und Technologiekonzerns Heraeus - ist Mitglied der neu gegründeten Light Alliance.

…mehr

Weitere Beiträge in dieser Rubrik

Antrieb ohne Zukunft?

AutomobilindustrieAtradius prognostiziert steigende Zahlungsrisiken

Atradius sieht in der aktuellen Debatte um Diesel- und Benzinmoto­ren erhöhte Liquiditätsgefahren für Automobilzulieferer. Nach Einschätzung der Risikoanalysten des Kreditversicherers drohen in absehbarer Zeit mehrere spezialisierte Komponenten- und Einzelteilanbieter in Zahlungsschwierigkei­ten zu geraten, sollte der Anteil von Dieselzulassungen in Deutschland  im selben Tempo zurückgehen wie zuletzt. 

…mehr
Whitepaper zur DSGVO

DatenschutzgrundverordnungWarum auch kleine und mittlere Unternehmen sich jetzt fit machen sollten

Bereit für die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)? Was sich bei Abreitsabläufen und IT-Systemen ändern muss und welches die häufigsten Irrtümer weind, weiß die Abas Software AG.

…mehr
Globaler Transportversicherungsservice

TransportversicherungGlobaler Transportversicherungsservice

DHL Global Forwarding, der Luft- und Seefrachtspezialist von Deutsche Post DHL Group, hat seine All-Risk-Transportversicherung auf Ghana, Kenia, Marokko und Mosambik ausgeweitet.

…mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neue Stellenanzeigen

Direkt zu:


ExtraSCOPE


TrendSCOPE


Robotik in der industriellen Fertigung