Onlinebanking

Digitale Angebote für Firmenkunden sind rar gesät

Für 64 Prozent der Unternehmen in Deutschland gehören moderne Kommunikations- und Vertriebswege zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Dienstleistern. In der Geschäftsbeziehung mit ihrer Hausbank müssen die Firmen bisher jedoch Abstriche machen. Ein sehr gutes Digitalangebot bescheinigt aktuell weniger als jede zehnte Firma ihrer Hausbank.

Ein sehr gutes Digitalangebot bescheinigt aktuell nicht einmal jede zehnte Firma ihrer Hausbank.

Deutsche Firmen treiben derzeit die Digitalisierung ihres Geschäfts voran. Der Vertrieb läuft in 46 Prozent der Unternehmen bereits überwiegend digital ab, der Kundenservice in 38 Prozent der Betriebe. Doch nicht nur im eigenen Haus haben Unternehmen die Bedeutung der Digitalisierung erkannt: Fast zwei Drittel der Firmen achten bei der Wahl ihrer Dienstleister darauf, ob diese moderne Kommunikations- und Vertriebswege anbieten. Bei großen Unternehmen mit 100 bis 250 Millionen Euro Umsatz legen neun von zehn auf diesen Aspekt wert.

Ein sehr gutes Digitalangebot bescheinigt aktuell jedoch weniger als jede zehnte Firma ihrer Hausbank. Digitale Services wie Kontaktformulare im Online-Banking-Bereich für Firmenkunden, seit Jahren Standard im Privatkundengeschäft, sind abseits von E-Mail bei 43 Prozent der Banken Fehlanzeige. Eine App hat gerade einmal eine von fünf Banken im Programm, Chatfunktionen sind ähnlich rar gesät (17 Prozent). Über soziale Medien ist nur jede zehnte Bank für ihre Geschäftskunden erreichbar - und auch die viel beworbene Videoberatung ist mit sechs Prozent Verbreitung alles andere als ein etablierter Kanal.

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Onlinekontakt als wichtiges Ergänzungsangebot

Dies sind Ergebnisse der Studie „Geschäftsbeziehungen von Firmenkunden zu Banken“ der Unternehmensberatung Kampmann, Berg & Partner. Für die Studie befragte das Institut Forsa 200 Geschäftsführer, Vorstände und Entscheider aus mittelständischen Unternehmen.

„Banken mit ausgefeilten digitalen Serviceangeboten sind ihrer Zeit ein Stück weit voraus“, erklärt Dr. Marc Jochims, Executive Partner der Unternehmensberatung Kampmann, Berg & Partner. „Bei freier Wahl bevorzugen die meisten Entscheider für Servicefragen noch die klassischen Kanäle - Telefon, E-Mail und persönlichen Kontakt, wie die Studie zeigt.“

Ein Kontaktformular dagegen nutzt nur einer von 100 Geschäftskunden, wenn er die Wahl hat. Jochims begründet diese Zurückhaltung mit den hohen Ansprüchen, die Geschäftskunden an Bankdienstleistungen haben. Sicherheit und individuelle Betreuung seien dabei das A und O, wie auch die Studie zeigt.

Als Ergänzungsangebot sind die digitalen Kontaktmöglichkeiten dem Experten zufolge für Banken aber wichtig, um vor allem junge Entscheider sowie Dienstleistungsunternehmen von der Zukunftsfähigkeit zu überzeugen. Diese Zielgruppen zeigen sich besonders aufgeschlossen gegenüber digitalen Kommunikationswegen.

Hier äußerten überdurchschnittlich viele Teilnehmer in der Studie den expliziten Wunsch, ihre Hausbank möge sowohl für Servicefragen als auch für die Abwicklung von Bankgeschäften weitere Kommunikationskanäle zur Verfügung stellen, die sie aktuell noch nicht bietet. „Beim Aufbau digitaler Servicekanäle geht Qualität vor Quantität“, so der Finanzdienstleister. „Besonderes Augenmerk sollte auf Datenschutzaspekte und individuelle Betreuung gelegt werden, so werden digitale Services zum Kontaktangebot mit echtem Mehrwert.“ cs

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