Buchtipp

Warum es sich lohnt, ein Sinnstifter zu sein

"Wer nicht bereit ist, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen, der er seinen Erfolg verdankt, wird über kurz oder lang vom Markt verschwinden", sagt Jürgen Schöntauf. In seinem Buch »Sinnstifter – Wie Unternehmen davon profitieren, soziale Verantwortung zu übernehmen« zeigt der gefragte Berater und Keynote-Speaker, dass Firmen, die sich für die Gesellschaft engagieren, langfristig erfolgreicher sind.

Jürgen Schöntauf: Sinnstifter, Campus-Verlag, ISBN 978-3-593-50575-6, 39,95 Euro

Schöntauf hat zahlreiche, vor allem mittelständische Unternehmer getroffen, die er als Sinnstifter bezeichnet.

Jürgen Schöntauf

Ihnen allen ist bewusst, dass sie als Unternehmer Verantwortung haben: für ihre Mitarbeiter, Produzenten und Zulieferer, Kunden und Geschäftspartner, für die Umwelt, ihre Branche, die Strukturen an ihren Standorten etc. Das mag erschrecken, macht aber auch deutlich, wie viele Gestaltungsmöglichkeiten Unternehmer haben. Schöntauf zeigt die teilweise außergewöhnlichen Geschäftsmodelle, um anderen Mut zu machen, selbst den Weg zum Sinnstifter zu gehen: „Wer glaubt, allein auf weiter Flur zu sein, muss schon ein Held sein, um überhaupt anzufangen.“

Mit Einblicken in globale Entwicklungen, die erheblich positiver sind als wir denken, ermutigt der Experte für Megatrends seine Leser, ihren eigenen Beitrag zu leisten: „Wir müssen nicht zuerst Maßnahmen entwickeln, sondern unser Denken ändern, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.“ Wie das geht, zeigen seine 7 MindShift-Steps zu den Themen Kultur und Werte, Führung, Vernetzung, Beziehungen, Leidenschaft, Bildung und Gewinn.

Anzeige

Die Interviews im Buch machen deutlich, dass Sinn sich nicht herstellen lässt, sondern ein längerer Prozess ist, der bei der Führung eines Unternehmens beginnt, aber nicht endet. Sinnstifter involvieren ihre Mitarbeiter in Veränderungsprozesse, führen, indem sie vertrauen, und schaffen durch ihr Vorbild eine Atmosphäre, in der Mitarbeiter motiviert und begeistert die Firmenziele vorantreiben. Das Branchenspektrum ist groß: von einem "Unverpackt"-Einzelhandel über ein IT-Unternehmen und einen Verlag bis zu einem Hersteller von Ladungssicherungen und einer zukunftsweisenden Stadtteilentwicklung.

Ein Beispiel: Gardeur, Atelier für hochwertige Hosenmode, bezahlt seine Mitarbeiter im eigenen Werk in Tunesien deutlich über dem Landesdurchschnitt. Die Arbeitsräume sind klimatisiert. Im Produktionsprozess verbrauchtes Wasser kommt über eine eigene Kläranlage zurück in den Trinkwasserzyklus. Es gibt eine eigene Berufsschule und demnächst einen Kindergarten. "Ein gut organisiertes Produkt darf der Umwelt und den Menschen nicht schaden", sagt der Geschäftsführer Gerhard Kränzle. Dabei ist er überzeugt, dass diese Haltung einen wichtigen Beitrag zum Erfolg seines Hauses leistet: Mitarbeiter suchen Sinn, wollen sich engagieren und wissen, welche Auswirkungen ihr Unternehmen auf die Gesellschaft hat.

Jürgen Schöntaufs Beispiele zeigen viele verschiedene Wege, Sinnstifter zu sein. Wer dieses Buch gelesen hat, weiß nicht nur, was einen Unternehmer zum Sinnstifter macht und warum es sich lohnt, ein solcher zu sein, sondern auch, wie man diesen Prozess in Gang bringt. kf

Der Autor

Jürgen Schöntauf zeigt seit über 20 Jahren Unternehmern und Führungskräften, wie sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen. Der gefragte Keynote-Speaker und Berater engagiert sich in der Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e. V., der World Future Society und ist Future Circle Member des Zukunftsinstituts.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Buchtipp

Management grandios vermasselt

Eine sehr ordentliche Prise Humor, gelegentlich lakonisch mal mit einem Anflug von Sarkasmus oder ironisch zugespitzt: Autor Erwin Leonhardi analysiert üble Managementfehler und inhaltbefreites BWLer-Denglisch, beleuchtet substanzloses...

mehr...

Buchtipp

Interna verraten

In diesem Fachbuch finden erfahrene Windows-User und Administratoren umfassende Informationen zur optimalen Ersteinrichtung, Konfiguration und zum Betrieb von Windows 7. Von der Planung und Vorbereitung der (komplett unbeaufsichtigten) Installation,...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Mehrwegkreislauf

Mietsystem für Putztücher

Das Mewa-Putztuchsystem ist sowohl umweltschonend als auch bequem für die Kunden: Sie mieten die saugstarken Tücher, die der Anbieter zum vereinbarten Zeitpunkt abholt, wäscht und frisch gewaschen wieder anliefert. Die aufwendige Entsorgung, die...

mehr...
Anzeige

Coworking

Mitarbeiterzufriedenheit wichtiger denn je

Fachkräftemangel ist für viele deutsche Unternehmen ein allgegenwärtiges Thema, auch in der Industrie. Laut einer Befragung gaben 53 Prozent der Industrie-Unternehmen an, offene Stellen nicht mit den passenden Arbeitskräften besetzen zu können.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Auszeichnung

Deutsche Lichtmiete erneut in den TOP 100

Die Deutsche Lichtmiete hat beim Innovationswettbewerbs TOP 100 den Sprung unter die Besten geschafft. Das Unternehmen wurde deshalb vom Mentor des Wettbewerbs, Ranga Yogeshwar, sowie dem wissenschaftlichen Leiter des Vergleichs, Prof. Dr. Nikolaus...

mehr...

Fabrikbeleuchtung

Beleuchtung outsourcen

Wer sich auf die eigenen Kernkompetenzen fokussieren und dabei Investitionen gering halten will, kommt an Outsourcing nicht vorbei. Ein Thema gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung: das Auslagern von Beleuchtung. Ein Pionier für das Outsourcing von...

mehr...