Finanzdienstleistungen von Trumpf

Aus der Realwirtschaft für die Realwirtschaft

Als erster seiner Branche hat der Laser- und Werkzeugmaschinenbauer Trumpf Anfang diesen Jahres eine eigene, mit allen Kompetenzen ausgestattete Bank gegründet. Das Kreditinstitut trägt den Namen Trumpf Financial Services GmbH und bietet Kunden und Mitarbeitern künftig eine breite Palette von Finanzdienstleistungen an. Wie SCOPE-Redakteur Michael Stöcker außerdem erfuhr, handelt sich dabei um die erste Bankgründung in Baden-Württemberg seit dreieinhalb Jahren.

Attraktive Konditionen: Die Trumpf Bank bietet innovative Finanzierungskonzepte und ermöglicht die Anschaffung von Maschinen wie dieser neuen Trumatic 6000 Fiber. (Bild: Trumpf)

„Mit der Bankgründung heben wir uns von den Branchen ab, in denen wir normalerweise unterwegs sind. Wir sind in der Lage, unsere Kunden noch besser und umfangreicher mit Finanzdienstleistungen zu unterstützen, weit über die reine Maschinenfinanzierung hinaus“, sagt Hans-Joachim Dörr, der Geschäftsführer der Trumpf Financial Services GmbH. Erfahrung als Finanzdienstleister konnte das Ditzinger Unternehmen seit 2001 durch eine eigene Leasinggesellschaft sammeln. Diese Gesellschaft heißt bereits seit Oktober 2012 Trumpf Financial Services. 2007 kam dann mit der Trumpf Finance Schweiz eine zweite Leasinggesellschaft hinzu, die seither aufgrund anderer Rahmenbedingungen auch weltweit im Cross-Border-Geschäft aktiv ist. In vielen Ländern profitieren Kunden so bereits schon seit längerem von Finanzierungsmodellen, die das Unternehmen entweder selbst oder über Kooperationspartner wie die französische Société Générale Equipment Finance und die Deutsche Leasing anbietet. Bei etwa 25 Prozent der Maschinenverkäufe lief schon bisher die Finanzierung über Trumpf. Derzeit nutzen Kunden in 22 Ländern die Finanzierungsmodelle des Unternehmens, in elf Staaten gibt es dafür Kooperationspartner.

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Die regulatorischen Vorschriften im Leasing-Bereich haben in den letzten Jahren stetig zugenommen. Das führt dazu, dass immer mehr Gesellschaften ihre Lizenzen abgeben. Trumpf dagegen entschied sich dafür, die regulatorischen Verschärfungen vorwegzunehmen und sich als Vollbank direkt unter die schärfste Aufsicht zu begeben.

Die Zulassung zur Universalbank bietet aber auch viele zusätzliche Vorteile für die Kunden des Unternehmens. Denn der Maschinenbauer kann sein Finanzierungsangebot deutlich erweitern und neue Produkte rund um Absatzfinanzierung, Kreditvergabe und Existenzgründung anbieten – nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Denn die Vollbank-Lizenz bringt den so genannten EU-Passport mit sich, der ein grenzüberschreitendes Dienstleistungsangebot ohne gesonderte Zulassungsverfahren ermöglicht. „So verwirklichen wir auch bei der Finanzierung die Idee: Wo der Kunde ist, ist Trumpf“, erklärt Geschäftsführer Dörr. „Durch den EU-Passport sind wir heute in

der Lage in allen EU-Ländern die gesamte Produktpalette von Finanzierungsleasing über Kredit bis zu Einlagen ohne weitere, regionale Banklizenzen anzubieten“, sagt er. Die Anmeldungen der Aktivitäten bei der jeweiligen Aufsicht im Gastland erfolgt durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Voraussetzung hierfür ist die Einreichung eines Businessplans unter Angabe der jeweiligen Produkte. Erste Zulassungen für die Niederlande, Dänemark, Großbritannien und Spanien liegen bereits vor.

„Wir interpretieren bei Finanzierungen nicht nur nackte Zahlen, Bilanzen und Businesspläne und erkennen so Potenzial, das klassische Dienstleister möglicherweise nicht sehen“, sagt Hans-Joachim Dörr, Geschäftsführer von Trumpf Financial Services.

Von den neuen Möglichkeiten profitieren auch die Kunden in Süd-europa, denn in dieser Region sind die Auswirkungen der Finanzkrise im klassischen Bankensektor noch immer deutlich zu spüren. Das beeinflusst auch die Realwirtschaft, die langsam wieder Fuß fasst. Speziell Firmenkunden erhalten nicht immer die notwendige Unterstützung. Dabei müssen lang aufgeschobene Investitionen zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Umfeld jetzt getätigt werden – und nicht erst dann, wenn der Kunde seiner Hausbank wieder die Bilanzen von drei guten Jahren vorlegen kann. In solchen Fällen kann die Trumpf Bank helfen. „Wir kennen unsere Branche wie kein anderer und verstehen das Geschäft unserer Kunden in der Gesamtheit. Daher interpretieren wir bei Finanzierungen nicht nur nackte Zahlen, Bilanzen und Businesspläne und erkennen so Potenzial, das klassische Dienstleister möglicherweise nicht sehen“, führt Dörr aus.

Trotz der Universallizenz wird die Trumpf Bank eine Spezialbank bleiben, die in erster Linie Kunden aus dem Bereich der Fertigungstechnik anspricht. „Hier punkten wir mit dem branchenspezifischen Fachwissen in unseren Geschäftsbereichen“, so Dörr. Im Vordergrund der Angebote der Bank steht dabei immer die Investition in die Maschine. Daher bleibt das klassische Finanzierungsgeschäft mit Finanzierungsleasing und Mietkauf weiterhin ein Hauptbestandteil der Aktivitäten der neuen Bank. Dazu kommen auch Operate Lease Modelle. Das ist im Grunde eine kurz- und mittelfristige Miete von Maschinen, bei der Kunden die volle Rückgabeoption haben. Das Risiko der Vermarktung bei Austausch und Rückgabe trägt Trumpf. „Bei unseren Kunden verbessert das die Eigenkapitalratio, da sie die Maschinen nicht bilanzieren müssen“, erklärt Dörr.

In Kombination mit weiteren Angeboten wie Krediten entsteht eine breite Palette an individuellen Lösungsansätzen, die weit über das Produkt Maschine hinausgehen. Beispielsweise kann Trumpf bei Existenzgründungen unterstützen. Das Kerngeschäft, die Absatzförderung, wird so durch neue Produkte wie den klassischen Investitionskredit ergänzt. Ebenso können Betriebsmittel-Kredite vergeben werden. Als Bank kann sich Trumpf in Zukunft auch bei Förderbanken akkreditieren lassen und so seinen Kunden einen direkten Zugang zu Fördermitteln bieten. Dies ist reinen Leasinggesellschaften ohne Bankhintergrund bisher verwehrt und führt regelmäßig zu einer Verzerrung im Wettbewerb mit den Hausbanken des Kunden.

Die Vorteile für den Kunden beschränken sich aber nicht nur auf die breite Produktpalette. Insbesondere in der jüngsten Finanzkrise hat sich das Angebot aus der Realwirtschaft für die Realwirtschaft als grundlegende Hilfe für betroffene Kunden erwiesen. Trumpf hatte die Auswirkungen der Krise ebenfalls im Auftragseingang und Umsatz zu spüren bekommen und kannte so die Situation seiner Kunden, unabhängig von Bilanzzahlen oder Sicherheitsdenken. Durch vielfältige Maßnahmen, von der Tilgungsaussetzung bis hin zur Beratung hat das Unternehmen die Voraussetzung für ein wirtschaftliches Überleben einer nicht kleinen Zahl von Firmen im In- und Ausland geschaffen. Hier zeigt sich auch der entscheidende Vorteil der Trumpf Bank: die direkte Anbindung an den Hersteller und die Sicherheit im Objekt, der Maschine. ms

Weltweit spitze

Trumpf gilt als ein weltweit führendes Technologieunternehmen mit den Geschäftsfeldern Werkzeugmaschinen, Lasertechnik und Elektronik. Die Produkte und Leistungen aus der Fertigungstechnik des Unternehmens kommen in nahezu jeder Branche zum Einsatz. Das Unternehmen ist Technologie- und Marktführer bei Werkzeugmaschinen für die flexible Blechbearbeitung und bei industriellen Lasern. 2013/14 erwirtschaftete es mit rund 11.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,58 Milliarden Euro (vorläufige Zahlen). Mit mehr als 60 Tochtergesellschaften und Niederlassungen ist die Gruppe in fast allen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Asien vertreten. Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien, Japan, Mexiko, Österreich, Polen, in der Schweiz, in Tschechien und in den USA.

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