Pharmabranche

Das Datenmanagement strukturiert sich neu

Business Intelligence Technologie für Ad-hoc-Analysen

Die Pharmabranche steht unter Druck. Die ertragsstarken Blockbuster werden zur Ausnahme. Die Zukunft gehört immer spezielleren Diagnose- und Therapieansätzen und sogenannten „Nichebustern“. Das Marketing richtet sich stärker auf kleine Zielgruppen und Spezialpopulationen und braucht dafür eine neue und flexiblere Datenbasis. Die alten Business-Intelligence-Tools (BI) tun sich schwer damit. Eine BI-Lösung auf Basis der In-Memory-Technologie liefert einen neuen Ansatz.

Keine BU

„Wir mussten uns von unserem alten Business-Intelligence-Ansatz trennen“, berichtet ein Insider. Er ist bei einem Pharmakonzern verantwortlich für die Bereitstellung der aufbereiteten Daten für Auswertungen. „Zu langsam, zu unflexibel und zu teuer“, lautet sein Urteil über das alte Business Intelligence (BI). Die Auswertungen mit dem BI-System führten immer häufiger zu Antwortzeiten im Minutenbereich. Die schlechte Abfragegeschwindigkeit ist das Top-Problem von BI-Projekten, noch vor schlechter Datenqualität und Unternehmenspolitik.

„Unsere gesamte Datenarchitektur ist historisch gewachsen und die Data-Marts waren optimiert für die eher statischen Anforderungen des Blockbuster-Geschäfts“, ergänzt der Datenmanagement-Praktiker aus dem Pharmaunternehmen. Jeder Analyst hatte seine eigenen, ständig optimierten Lösungen und nutzte selbst erstellte Access- und Excel-Auswertungen für die Standard-Reports. Die Veränderungen im Pharma-Markt führten zum Bruch mit diesem Vorgehen. Jetzt waren viel differenziertere und schnellere Auswertungen gefragt. Mit dem vorhandenen BI-Tool und den wenigen Analysen war das nicht zu realisieren. Es fehlte an gemeinsamen Lösungen und der Möglichkeit, gleichzeitig möglichst komfortabel an den Projekten zu arbeiten. In dem sich immer schneller verändernden Markt verloren Standard-Reports an Bedeutung. Jetzt waren mehr Ad-hoc-Analysen gefordert. Der Praktiker berichtet von einem neuen Szenario: „Der neue Trend heißt Reaktion in Echtzeit. Selbst eine Pressemeldung kann heute so gravierende Änderungen auslösen, dass eine sofortige Analyse erforderlich ist. Und dieses „sofort“ ist wörtlich gemeint.“ Ähnliche Anforderungen beschreibt er auch bei rechtlichen Änderungen, weil dann sehr schnell unterschiedliche Szenarien durchgespielt werden müssen.

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BI-Auswahl für Ad-hoc-Analysen

„Für die Anforderung von mehr und schnelleren Ad-hoc-Analysen haben wir uns nach einer neuen BI-Plattform umgeschaut und sind mit Qlikview und der fme AG als Beratungspartner fündig geworden“, berichtet der Datenmanagement-Verantwortliche. Dabei wurden mehrere BI-Suiten vor allem hinsichtlich der Performance und Bedienbarkeit verglichen. Komplexe Anforderungen, wie das Zusammenführen unterschiedlicher Datenquellen in einem Dashboard sollten schnell umsetzbar sein und die Standard-Antwortzeit sollte im Sekundenbereich liegen. Qlikview war das einzige Tool, das alle Anforderungen erfüllte.

Die Datenspeicherung in der BI-Lösung Qlikview basiert auf einer multidimensionalen Datenbank, die komplett im Arbeitsspeicher gehalten wird.

„Unser Weg geht jetzt weg vom Report hin zur zukunftsorientierten Analyse“, benennt der Datenanalyst den neuen Trend. Früher hätten bei einem neuen Analyseansatz die Data-Warehouse-Architektur und das verwendete Datenmodell angepasst werden müssen. Dazu fehlten in der IT ständig die Kapazitäten. Mit dem Konzept von Qlikview und der Beratung von fme hat das Pharmaunternehmen eine bessere Lösung gefunden. Qlikview ermöglicht die Integration unterschiedlichster Datenquellen ohne die Definition von voraggregierten Datenwürfeln. Um die Berechnung und Darstellung der Analysen kann sich jetzt der Fachbereich selbst kümmern. Neben einer enormen Zeitersparnis ermöglicht dieses Vorgehen eine schrittweise Erweiterung des Datenmodells, ohne jedes Mal das bisherige Modell komplett überarbeiten zu müssen.

Die fme nennt den Trend „Activity versus Performance“. „Das Pharmaunternehmen kann jetzt viel schneller und flexibler analysieren, welche Aktivitäten zu welchen Verkaufsresultaten führen. Der Vertrieb kann seine Aktivitäten gezielter nach Umsatzpotenzial und Teilmärkten steuern“, erläutert Andreas Buchholz. Der Analyst bestätigt, dass mit Qlikview auch bei Datenmengen im Terrabyte-Bereich schnelle Antwortzeiten erreicht werden. Ein großer Datenpool aus soziodemografische Daten, Geoinformationen und Arztdaten kann übereinander gelegt, aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachtetund das Nutzungspotenzial besser und schneller erkannt werden.

Die neue Flexibilität

Der genannte Pharmakonzern erstellt auch seine Standard-Analysen künftig mit Qlikview. Das Handling des BI-Tools mit einer gemeinsamen Benutzeroberfläche sei so intuitiv, dass die Analysen immer häufiger direkt vom Business durchgeführt werden. „Ad-hoc-Analysen können wir zusammen mit dem Inhouse-Kunden erstellen, denn durch die gute Drill-Down-Funktionalität können wir jetzt immer tiefer in die Details gehen, bis wir zum entscheidenden Punkt kommen“, erläutert der Analyst. Früher habe es nach einem Report viele Rückfragen gegeben, die dann erst über weitere Ad-hoc-Analysen gelöst werden konnten.

In dem sich immer schneller verändernden Pharmamarkt verlieren Standard-Reports zugunsten von mehr Ad-hoc-Analysen an Bedeutung - der neue Trend heißt Reaktion in Echtzeit.

Das neue Vorgehen ist aus Sicht des Pharmaanalysten ein qualitativer Quantensprung – viel schneller, viel informativer, stärker anwendergesteuert und mit deutlich weniger Aufwand. Wo früher viel Zeit damit verbracht werden musste, viele Standard-Reports zu lesen, sei es heute möglich, sofort die richtige Antwort auf die richtige Frage zu geben. Das sei machbar, obwohl die Datenmengen immer spezifischer würden. Der große Vorteil ist aus seiner Sicht, dass die Visualisierung wesentlich schneller erfolgt. Voraussetzung ist, dass das Datenmodell sauber angelegt ist. Wo früher 80 Prozent der Zeit in die Erstellung des Reports investiert werden musste und wenig Raum für die Datenbereitstellung blieb, ist jetzt mehr Zeit für die sorgfältige Entwicklung des Datenmodells verfügbar. „Die Reports ergeben sich dann von selbst“, so der Analyst. Er betont, dass bei Qlikview die Verknüpfung der Daten einfacher und besser ersichtlich sei: „Es gibt eine logischere Sicht auf die Daten und die Datenfelder sind besser vorauszuberechnen.“ Die neue Produktivität zeige sich sofort, weil die Reports in sehr großer Geschwindigkeit erstellt würden. Dabei sei das Datenmodell lebend, weil neue Felder schnell zu implementieren sind.

Erster Schritt in das neue Business Intelligence

Nach den Erfahrungen der fme AG sind bei Praktikern die Vorbehalte gegenüber der tatsächlichen Leistungsfähigkeit und Performance eines BI-Tools groß. Deshalb hat der BI-Hersteller den Workshop „Seeing is Believing“ entwickelt. „Wir können die Machbarkeit innerhalb weniger Tage anhand der konkreten Kundendaten zeigen, ohne dass dafür Lizenzen gekauft werden müssen“, beschreibt Andreas Buchholz das Angebot. Dabei gehe es nicht um eine Powerpoint-Präsentation, sondern um die Entwicklung eines echten Lösungsansatzes auf Basis realer Aktivitäts- und/oder Umsatzdaten und individueller Fragestellungen des Kunden.

Auch die anschließende Projektierung des BI-Systems unterscheidet sich grundlegend von der üblichen Vorgehensweise. Die Berater erarbeiten gemeinsam mit dem Fachbereich Schritt für Schritt eine Reporting-Lösung, ohne dass vorher umfassende Konzepte oder komplexe Datenwürfel ausgearbeitet werden müssen. Der Fachbereich wird so mit der Vorgehensweise vertraut und lernt schrittweise die Möglichkeiten des neuen Ansatzes kennen, um eigene Auswertungen anschließend selbstständig ausführen zu können.

Der Datenmanagement-Verantwortliche des Pharmakonzerns betont die intuitive Handhabung des BI-Tools. Der Schulungsaufwand sei erstaunlich gering. Wesentlich für die erfolgreiche Einführung des neuen BI-Ansatzes sei aber auch die Projekt-Unterstützung durch die fme AG. Sowohl die Effizienz, als auch die Qualität und Flexibilität der Mitarbeiter sei wichtig gewesen: „Dank dieser externen Expertise konnten wir einen Blick über den Tellerrand werfen und einen großen Nutzen für unser Projekt generieren.“ -sg-

fme AG, Braunschweig, Tel. 0531/23854-0, http://www.fme.de

Qliktech GmbH, Düsseldorf, Tel. 0211/58668-0, http://www.qlikview.com

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