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SchraubwerkzeugeWuppertaler Weichzonen

Im vergangenen August feierte das Unternehmen Wera sein 75-jähriges Bestehen. Seit seiner Gründung ist es zu einem weltweit tätigen Konzern der Werkzeugbranche heran gewachsen. Das Leistungsspektrum umfasst die Entwicklung und Produktion von Schraubwerkzeugen für Handwerk und Industrie. Um sich vom internationalen Wettbewerb abzusetzen, verfolgt das Management einen systematischen Innovationsprozess und eine globale Schutzrechtstrategie mit internationaler Marktüberwachung.

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Das Porträt: Wuppertaler Weichzonen

Der erste Pkw mit Dieselantrieb geht in Serie, der Motorenbauer Humboldt-Deutz übernimmt den Fahrzeug-Hersteller Magirus und ein gewisser Emil Lumbeck entwickelt in Bochum die Kaltklebebindung von Büchern. Das – und vieles andere auch – geschah 1936 in Deutschland. In Wuppertal nimmt in diesem Jahr das Unternehmen Hermann Werner KG seine Arbeit auf. Im Mittelpunkt seiner Geschäftstätigkeit steht zunächst der Handel mit Werkzeugen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entsteht daraus 1951 – also in der Hochzeit des deutschen Wirtschaftswunders – die Firma Wera, die nun von zwei Familien geführt wird: Den Werners und den Amtenbrinks. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich dieses Zwei-Familien-Unternehmen zu einem überaus erfolgreichen Hersteller von Handwerkzeugen. Heute zählt Wera zu den führenden Lieferanten hochwertiger Schraubwerkzeuge für Handwerk und Industrie. Im Jahr seines 75-jährigen Bestehens beschäftigt das Unternehmen rund 700 Mitarbeiter in Deutschland, den USA, Kanada, England, Spanien sowie in Singapur und in der Tschechischen Republik. Seine Schraubwerkzeuge sind dank eines umfassenden Vertriebssystems weltweit erhältlich.

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Wera hat sich im Laufe seiner Firmengeschichte zu einem erfolgreichen und weltweit anerkannten Konzern der Werkzeugbranche entwickelt. Statt dabei aber auf Diversifikation zu setzen – wie viele andere – spezialisiert sich der Hersteller bereits seit Generationen konsequent auf die Entwicklung und Produktion von ergonomischen, langlebigen Schraubwerkzeugen für den Profibereich. Das Portfolio reicht heute von Schraubendrehern über Knarren und Bits bis hin zu Winkelschlüsseln und Drehmoment-Werkzeugen. Und trotz seiner internationalen Präsenz ist Wera – und darauf legt man großen Wert – ein Familienunternehmen geblieben, in dem Entscheidungen langfristig ausgerichtet sind. Als Grundlage seines nachhaltigen Erfolgs sieht das Unternehmen das kontinuierliche Streben nach Innovationen.

So präsentiert der Hersteller beispielsweise 1968 – in diesem Jahr führt die Bunderepublik übrigens die Mehrwertsteuer ein! – den Kraftform-Schraubendrehergriff. Diese seinerzeit in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut entwickelte Produktinnovation findet seither nationale und internationale Anerkennung. Das Besondere daran war und ist die ergonomische Formgebung des Griffes, der sich der menschlichen Hand geradezu ideal anpasst. Hergestellt als moderne Mehrkomponenten-Verbundlösung sorgt er für ein Optimum aus Arbeitstempo und Kraftübertragung. Seine Weichzonen bewirken eine hohe Griffigkeit, wodurch die üblichen Handverletzungen bei manuellen Arbeiten – typischerweise Schwielen oder Blasen – vermieden werden. Der integrierte Abrollschutz sorgt zudem für ein komfortables und sicheres Handling.

Produkttechnisch interessant ist weiterhin, dass Wera zu den ersten deutschen Unternehmen gehört, die mit der Produktion maschinell betätigter Schraubendrehereinsätze (Bits) begannen. So brachte der Hersteller 1992 die Idee des diamantbeschichteten Bits in den Markt. Solche hochwertigen Bits sorgen seither für einen besonders sicheren Sitz des Bits in der Schraube. Ein wichtiges Ziel solcher Innovationen ist dabei stets, den Anwendern ganz konkrete neue Problemlösungen bereits zu stellen, die zum Zeitpunkt ihrer Markteinführung in dieser Form noch nicht verfügbar sind. Ein sehr erfolgreiches, aktuelles Beispiel dafür ist auch der Zyklop. Das ist eine Knarre, die fünf verschiedene Knarren und einen Schraubendreher in einem einzigen, sehr robusten Werkzeug vereint.

Schulung und Markenschutz

Das Unternehmen setzt seit vielen Jahren auf einen systematischen, fortschrittlich organisierten Innovationsprozess. Unterstützt von moderner Technik und Software verlaufen die einzelnen Entwicklungsschritte stets strukturiert und erfolgsorientiert. Der Prozess reicht vom Ideenmanagement – es schließt aktuelle Kreativitätstechniken mit ein – über den Bau von Prototypen bis hin zu anwenderorientierten Trainings aller Mitarbeiter und Partner im Vertrieb. Um den Kunden größtmöglichen Nutzen zu bieten, bezieht man auch die Anwender bereits frühzeitig im Rahmen professionell durchgeführter Zirkel in die Entwicklung neuer Produkte ein.

Seit 2006 steht sowohl dem Handel als auch den Anwendern seit außerdem das Werarium in Wuppertal zur Verfügung. Das ist ein Schulungs- und Kompetenzzentrum, das in dieser Branche bislang einmalig sein dürfte. Auf 700 Quadratmeter informiert das Unternehmen hier interaktiv über den Einsatz seiner Produkte.
In den letzten Jahren beobachtete man bei Wera eine zunehmende Nutzung von Schlagschraubern. Das Unternehmen nahm diesen Trend zum Anlass, seine Impaktor-Linie zu entwickeln. Dabei handelt es sich um ein System aus Haltern und Bits, das den starken Schlägen und dem daraus resultierenden Verschleiß der Werkzeuge entgegenwirkt.

Unternehmen wie Wera, die eigene Entwicklungsarbeit betreiben und ihre Produkte international anbieten, müssen sich heute gegen Ideenräuberei und Produktpiraterie wehren. Die Wuppertaler betreiben daher eine global angelegte Schutzrechtstrategie. Dank einer internationalen Marktüberwachung ist das Unternehmen in der Lage, bei einer Verletzung von Schutzrechten sofort einzugreifen. Imitate werden dann sofort vom Markt entfernt und Lagerbestände sowie Produktionsmittel der Verursacher umgehend vernichtet. ms

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