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Porträt40 Jahre Iscar-Werkzeuge

Vom Außenseiter zum Nischenspezialist zum Vollsortimenter - auf diesen kurzen Nenner lässt sich die Erfolgsstory des Spezialisten für Zerspanwerkzeuge Iscar bringen. Von Stef Wertheimer im Jahr 1952 in Israel gegründet, hat sich der "Außenseiter" in ein weltweit agierendes Zerspantechnologie-Unternehmen mit über 10.000 Beschäftigten und rund 2 Milliarden Euro Umsatz entwickelt.

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Das Porträt: 40 Jahre Iscar-Werkzeuge

Den ambitionierten und unkonventionellen Anfängen in den 50er Jahren folgte bald die wegweisende Entwicklung des Stechwerkzeugsystems Self-Grip. Dieses trat ab dem Jahr 1976 seinen Siegeszug rund um den Erdball an und legte zudem den Grundstein für den Nimbus des Unternehmens als hoch innovativer Technologie- und Marketing-Treiber. Fortan eilte Iscar der Ruf voraus, mit seinen werkzeugtechnischen Entwicklungen den Kunden durch spürbare Zuwächse an Produktivität und Wirtschaftlichkeit einen echten Mehrwert zu verschaffen.

Vom Newcomer zum Technologieführer

Wohl wissend, dass nicht nur die Entwicklung hochleistungsfähiger Werkzeuge, sondern erst das Zusammenspiel mit Vertrieb, Marketing und Service zum Erfolg führt, organisierte das damalige Management um Stef Wertheimer und Jacob Harpaz den internationalen Verkauf. Mit der Zeit wurden daher weltweit Niederlassungen gegründet, unter anderem 1972 in Deutschland - der "alten Heimat" von Wertheimer, die er im Jahr 1937 gen Palästina verließ, um sich dort eine Existenz aufzubauen. Mit der Gründung der Iscar Deutschland im badischen Bühl nahm eine weitere Erfolgsgeschichte ihren Lauf. Diese war vor allen Dingen von pfiffigen Initiativen der damaligen Geschäftsführung um Peter Geisendörfer sowie dem großen Engagement der zunächst nur wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt. In dem mit 150 Quadratmetern eher bescheidenen Büro in Bühl wickelten gerade mal insgesamt sechs Beschäftigte den Einkauf, den Import sowie die Vertriebsaktivitäten bezüglich Endkunden, Handelspartnern und Handelsvertretern ab. Bereits in dieser Phase wurde der eigene Vertrieb sehr stark forciert, um die Handelspartner sowie die Anwender jederzeit über die herausragenden Leistungsmerkmale der Werkzeuglösungen ins Bild setzen zu können.

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Innovationen für die Praxis

Legte vor allem das Ab-/Einstech-Werkzeugsystem Self-Grip die Basis für den Zugang zum anspruchsvollen deutschen Markt, konnten sich die Entwickler in den Folgejahren mit vielen weiteren Werkzeug-Neuheiten behaupten. Zu nennen sind hier zum Beispiel die Fräswerkzeuge der damals wirklich revolutionären Baureihe Helimill, oder auch das Wechselkopf-Bohrwerkzeugsystem Chamdrill, das ein absolutes Novum darstellte und viele Nachahmer fand, bis heute jedoch die Performance-Benchmark darstellt. Den rasanten Entwicklungen entsprechend schenkte man auch dem Thema Marketing mehr und mehr Beachtung. So wurde in Deutschland seit dem Start der Fachmesse-Aktivitäten anlässlich der Fameta in Stuttgart im Jahr 1976 bis heute keine relevante Fachmesse mehr ausgelassen.

Umzug nach Ettlingen

Für die mittlerweile bestens etablierte ISCAR Deutschland - die spätere ISCAR Germany GmbH - wirkten die Innovationen wie ein Beschleuniger, weshalb das stetige Wachstum 1982 die Übersiedlung in ein neues eigenes Geschäftsgebäude in Ettlingen bei Karlsruhe erforderte. Parallel dazu wurde konsequenterweise die Vertriebs- und Anwendungstechnik-Mannschaft deutlich ausgebaut, so dass Iscar Deutschland schon bald 35 Beschäftigte zählte. Der Erfolg rechtfertigte die Investitionen in Ettlingen in die anfangs 1.000 Quadratmeter Büro und 600 Quadratmeter Lagerfläche: im Jahr 2003 fiel die strategische Entscheidung, den Standort Ettlingen in Bezug auf Entwicklung, Konstruktion, Herstellung und Service von kundenspezifischen (Sonder-)Werkzeugen und besonders auch von PKD-Werkzeugen auszubauen.

Kundennähe durch Service und Eigenproduktion

In mehreren Aus- und Neubaustufen wurde die Betriebsfläche sukzessive auf nunmehr 6.300 Quadratmeter - davon 3.400 Quadratmeter Produktionsfläche - erweitert, um den steigenden Anforderungen an die schnelle und flexible Belieferung der zahlreichen Kunden aus allen Industriezweigen Rechnung tragen zu können. Heute beschäftigt die Iscar Germany GmbH 256 Mitarbeiter. Durch die flächendeckende Einteilung in sieben Verkaufsregionen sowie die Bereiche Automotive, Maschinenhersteller und Handel mit der entsprechenden personellen Ausstattung im Außendienst ist eine intensive, praxisnahe Beratung und Betreuung vor Ort gewährleistet. Die vom Geschäftsführer Hans-Jürgen Büchner und seinem Leitungsteam gesteuerte deutsche niederlassung ist heute - neben der Endkunden- und Händlerbelieferung mit Standardwerkzeugen - in der Lage, werkzeugspezifisch und technologisch gesehen Fullservice zu offerieren: ab der Beratung und Auslegung über die Konstruktion, die Produktion und die Inbetriebnahme bis hin zum Ersatzteil- und Upgrade-Service. Dafür teilen sich die 256 Beschäftigten auf die Bereiche Vertrieb (Außendienst, Anwendungsberatung und Anwendungstechnik) mit 97, Techniksupport (Konstruktion, Prozess- und Projektplanung) mit 54, Produktion mit 55, Verkaufsinnendienst mit 20 Personen sowie die Administration auf. Die rasante Umsatzentwicklung (1980 = 5 Millionen Euro, 1990 = 26 Millionen Euro, 2000 = 62 Millionen Euro und 2011 = 127 Millionen Euro) und der nachhaltige Erfolg verdeutlichen die Leistungsfähigkeit der Produkte und des Vertriebs mitsamt technischem Support.

Gutes bleibt, Neues kommt hinzu

Das Produkt-Portfolio von ISCAR Germany umfasst die ganze Welt an Dreh-, Bohr-, Fräs- und Feinbearbeitungswerkzeugen sowie den Spannaufnahmen. Für jedes der drei Segmente (Dreh- und Abstech-/Stechwerkzeuge, Fräswerkzeuge, Bohren, Reiben und PKD-Werkzeuge) gibt es Produktspezialisten, die sich um Anregungen aus Sicht der Anwender sowie die technische Unterstützung des gesamten Außendienstes kümmern. Nicht zuletzt obliegt dem Produktmanagement die Einführung neuer Werkzeuge, die zuvor in harten Industrietests ihrer Praxistauglichkeit unterzogen wurden. Diesem Bereich misst man eine große Bedeutung zu, denn im Vordergrund einer Neuentwicklung steht immer die Performance-Steigerung zugunsten des Kunden. Dies bedeutet aber auch, jeweils vorhandene und bewährte Werkzeuge nicht aufgrund neuer Werkzeuge aus dem Programm zu nehmen, sondern solange im Programm zu belassen, wie es die Kunden wünschen. Bestes Beispiel dafür ist die ¿Iscar-Urzelle¿, das Stechwerkzeugsystem Self-Grip, das im Laufe der Jahre immer wieder weiterentwickelt und ergänzt wurde und bis heute auf dem Markt sehr gefragt ist. Schließlich sorgt das Unternehmen durch neue Schneidstoffe, hoch entwickelte Beschichtungen, innovative Geometrien, ausgeklügelte Kantenpräparation und spezialisiertes Finish nach dem Beschichten für Furore. Nicht zuletzt macht die Tatsache, dass Ettlingen im globalen Vertriebs- und Produktionsverbund zu einem der wichtigsten Standorte ausgebaut wurde, den hohen Stellenwert, den man dem deutschen und den angrenzenden Märkten beimisst, sehr deutlich. kf

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