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SteigtechnikAlle Stufen gemeistert

Seit nunmehr 112 Jahren hat sich die Familie Munk der Steigtechnik verschrieben. Mit welcher Leidenschaft die Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik dabei vorgingen und noch vorgehen, beschreibt SCOPE-Redakteurin Evelin Eitelmann.

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Das Porträt: Alle Stufen gemeistert

Kopfschüttelnd dürften die Dorfältesten des schwäbischen Örtchens Reisenburg das Tun von Leopold Munk bestaunt haben: In den Anfangsjahren des vergangenen Jahrhunderts radelt er als erster Reisenburger durch den Ort. Immerhin sind Fahrräder damals noch eine Seltenheit. Aber nicht nur das sorgt für Gesprächsstoff. Der junge Mann ist unterwegs zu seiner fortschrittlichen Fabrik. Eine kleine Sensation im Ort ist die dort installierte und durch Motorkraft betriebene Produktionsmaschine, mit deren Hilfe Munk Leitern herstellt. „Steigtechnik vor über hundert Jahren, das waren fast ausschließlich Leitern aus Holz“, weiß der heutige Geschäftsführer Ferdinand Munk. „Mein Urgroßvater Leopold, der ursprünglich eine Wagnerei betrieb, baute Anfang des 20. Jahrhunderts für die Feuerwehren im Landkreis Günzburg die ersten Leitern, 1925 erhielt er dann auf der Handwerksmesse in München die erste Auszeichnung: Die Goldmedaille für die von ihm entwickelte Gartenleiter.“ Produkte aus dem Hause Munk sind in der Region bald erste Wahl.

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Als Ludwig Munk 1948 das Geschäft übernimmt, kann man sagen „wie der Vater so der Sohn“: Er ist der erste Reisenburger mit einem Motorrad und er nutzt es eifrig. Von Dorf zu Dorf bei jedem Wetter fährt er zu den Feuerwehren und Gemeinden der Region. Im Rucksack immer mit dabei ist das selbst gefertigte Modell einer mehrteiligen, ausfahrbaren Feuerwehrleiter. Sein Durchhaltevermögen bringt ihm den Erfolg: Anfang der 1950er-Jahre wird die Firma Munk Leiternbau aus der Taufe gehoben. Ludwig gibt die Wagnerei auf und widmet sich von nun an ganz dem Bau von hochwertigen Leitern. 1969 schließlich kann die erste Patentanmeldung gefeiert werden: Spezialstützen für Gartenleitern. Seinen Sohn benennt Ludwig nach dem Vater „Leopold“. Er wird 1974 Unternehmenschef und modernisiert den gesamten Maschinenpark, erweitert die Produktpalette und widmet sich mit Begeisterung seiner zweiten großen Passion, der Feuerwehr. Leopold Munk ist ein Tüftler und setzt seine Tatkraft im Dienste seiner Leidenschaft ein. Das Ergebnis ist eine ganze Reihe neuartiger Produkte wie zum Beispiel Schlauchbrücken, Hebebäume und Auffahrdielen. Mit seiner Innovationskraft befördert Leopold Munk das Unternehmen alsbald zum führenden Feuerwehrausstatter der Region.

Heute zählt die Günzburger Steigtechnik zu den bedeutendsten Anbietern von Steigtechnik aller Art und verfügt über mehr als 50 Patente und Schutzrechte. Im Geschäftsjahr 2010 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um knapp sieben Prozent auf 26,5 Millionen Euro. Es profitierte von der ansteigenden Nachfrage, die dem Unternehmen mehrere Großaufträge wie zum Beispiel Dockanlagen für den Airbus A-380 oder komplexe Laufsteganlagen für die Bahn und die Großindustrie brachten, aber auch einen starken Absatz bei den bewährten Serienprodukten wie Leitern, Podesten und Rollgerüsten.

In Deutschland fest verankert

Der Betrieb ist seit Gründung fest in Familienhand: Geschäftsführer heute ist Ferdinand Munk, der Urenkel des Gründers. Im Jahre 1982 gründete er die Firma Ferdinand Munk Leiternbau und widmete sich von da an voller Eifer der Entwicklung, Konstruktion, Fertigung sowie dem Vertrieb von Leitern, eben vornehmlich aus Aluminium. Gerade mal 20 Jahre jung war es sein Verdienst, dass die Kunden nicht mehr so schwer an den Leitern zu tragen hatten. Der junge Mann sah als Werkstoff der Zukunft Aluminium. Als der Vater starb, übernahm Ferdinand Munk das Ruder der Leopold Munk KG und vereinte kaum zwei Jahre später das Stammunternehmen mit seiner eigenen Firma zur Günzburger Steigtechnik.

In den letzten 25 Jahren hat das Unternehmen 30 Millionen Euro investiert, vor allem in den Ausbau am Standort Günzburg. „Die Infrastruktur hier ist hervorragend und wir haben eine durch Mittelständler und Familienunternehmen geprägte sehr gute Zulieferindustrie, auf die man sich verlassen kann“, weiß Ferdinand Munk. „Ebenfalls wichtig sind Forschung und Entwicklung vor Ort. Sowohl in Gesamtdeutschland als auch speziell in unserer Region in Bayern gibt es ausgezeichnete Kooperationen. Auch die gute Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, die miteinander Forschungsobjekte auf die Beine stellen, ist wichtig. Davon profitieren wir sehr.“ Ungefähr 200 Mitarbeiter sorgen dafür, dass 350.000 Leitern jährlich pünktlich und sicher das Werk verlassen. Und man hält fest am Standort Deutschland. Ferdinand Munk: „Wichtig ist auch, dass ich hier in Deutschland als Unternehmer verwurzelt und nicht nur als Gast geduldet bin. In Deutschland kann man langfristig planen und muss nicht damit rechnen, aufgrund veränderter politischer Bedingungen oder anderer Faktoren den Standort aufgeben zu müssen. Hier kann ich auch aktiv auf die Politik zugehen, wobei ich als Mittelständler gerade in unserer Stadt und im Landkreis immer wieder Gehör finde.“

Als erstes Unternehmen in Deutschland darf die Günzburger Steigtechnik offiziell den zertifizierten Herkunftsnachweis „Made in Germany“ führen. Von der TÜV Nord Cert GmbH verliehen, bescheinigt das Prüfzeichen dem Unternehmen eine gute Wertschöpfungstiefe und bestätigt, dass der Herstellungsprozess in Deutschland verankert ist. Evelin Eitelmann

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