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Spindeln, WälzlagerStetig gewachsen

Fraureuth bei Zwickau gehört zu den traditionsreichen Industriestandorten in Sachsen. Ein Unternehmen, das dort groß geworden ist, heißt SLF – Spindel und Lagerungstechnik Fraureuth GmbH. Was aus einem Management-Buy-Out Gutes entstehen kann, beschreibt dieser Artikel.

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Das Porträt: Stetig gewachsen

Wenn sich die eigenen Schleifspindeln in der eigenen Wälzlagerfertigung bewähren, dann ist das die beste Referenz und das Ergebnis großer Erfahrung. Das Unternehmen Spindel- und Lagerungstechnik steht in einer langen Traditionslinie in Fraureuth. Bereits im Jahr 1943 werden hier Wälzlager und -teile produziert. 1949 kommen dann Werkzeugmaschinenspindeln hinzu. Seit diesem Zeitpunkt werden diese Produkte ohne Unterbrechung in der Nähe von Chemnitz produziert, auch wenn der Standort in seiner Geschichte unterschiedliche Eigentümer hatte.

Fünfzig Jahre nach der Gründung steht das Unternehmen vor dem aus. Die Lösung heißt Management-buy-out. Als ehemalige Mitarbeiter gründen Siegfried Huster, Gerd Kahl, Dr. Frank Schlegel und Heinz Peinl im Jahr 1993 nach dem Konkurs das Unternehmen neu. Die Spindel- und Lagerungstechnik Fraureuth, wie wir sie heute kennen, ist geboren. Am 01.11.1993 wird mit der Produktion mit 29 Mitarbeitern begonnen. „Wir haben uns von Anfang an auf die Fertigung qualitativ hochwertiger Produkte, auf Sonderprodukte mit kleinen und mittleren Stückzahlen spezialisiert und uns bewusst gegen Massenprodukte entschieden. Die Ausrichtung vor allem auf den klassischen Maschinenbau, die stetige Erweiterung unseres Produktsortiments mit Blick auf einen langfristigen Marktbedarf und nicht zuletzt unsere stetigen Investitionen in moderne Produktionstechnik und in die Erweiterung von Produktionskapazitäten sind Gründe für unsere gute und solide Aufstellung am Markt“, erläutert Dr. Frank Schlegel, geschäftsführender Gesellschafter.

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Der selbständige nicht konzerngebundene Betrieb entwickelt sich zu einem renommierten Unternehmen auf dem Gebiet der Konstruktion und Herstellung von Wälzlagern und Werkzeugmaschinenspindeln. Es wächst: Im Jahr 2000 wird die Restrukturierung und Konzentration des Unternehmens mit dem Bau des Bürogebäudes 1 abgeschlossen. In diesem sind seitdem die Geschäftsleitung, der Vertrieb, die Buchhaltung sowie die beiden Bereichsleitungen untergebracht. Im Jahr 2008 wird eine neue Produktionshalle von 4.000 Quadratmetern Größe sowie ein weiteres Bürogebäude gebaut, u.a. mit Sanitäranlagen für die Mitarbeiter. Seitdem produziert das Unternehmen auch Wälzlager mit einem Außendurchmesser von bis zu 1600 Millimeter. „Innovation heißt für unser Unternehmen einerseits Produkte oder Produktgruppen, die wir bislang nicht fertigten, in unser Leistungsprogramm aufzunehmen und andererseits, ganz spezielle Kundenwünsche zu erfüllen. Qualität plus Liefertreue verbunden mit Flexibilität und Kundennähe und dies zu einem moderaten Preis und vor allem Made In Germany heißt unsere Firmenphilosophie, “ erklärt Dr. Schlegel. Das Unternehmen produziert sowohl Standardprodukte als auch Produkte auf Kundenwunsch, die unter den Markennamen SLF und DKFL an viele renommierte Firmen in Deutschland, aber auch in über 40 Länder in aller Welt gehen.

Umfassendes Produktportfolio

Zu den Produktgruppen gehören u.a. Spindellager in Normal- und Hochgeschwindigkeitsausführung, wobei beide auch in einer abgedichteten Variante erhältlich sind. Des Weiteren werden ein- und zweireihige Zylinderrollenlager, Schräg-, Rillen-, Pendelkugellager sowie Spann- und Sonderlager hergestellt. Zu der Produktgruppe der Werkzeugmaschinenspindeln zählen Motorspindeln, riemengetriebene Spindeln und Sonderanfertigungen für Anwendungen wie Drehen, Fräsen, Schleifen. Die Wälzlager sind zudem in den verschiedenen Modifikationen verfügbar: So werden beispielsweise stromisolierte Wälzlager mit Beschichtung oder mit keramischen Wälzkörpern hergestellt. Zum Service des Unternehmens gehört außerdem ein Reparaturdienst für Spindeln, der auch Fremdfabrikate mit einschließt. Alle neu gefertigten und instand gesetzten Spindeln werden auf Prüfständen getestet. Nach der Endkontrolle belegt ein Protokoll Produkteigenschaften wie das Schwingungs-, Rundlauf- und Temperaturverhalten sowie Steifigkeit. In Fraureuth ist man nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. In den letzten Jahren wurde dort begonnen, Wälzkörper, speziell Zylinderrollen, aber auch Tonnen- und Kegelrollen selbst herzustellen. Diese werden einerseits für eigene Produkte, andererseits aber auch für den Verkauf produziert. Weitere Produkte für die Zukunft sind, nach Auskunft von Herrn Dr. Schlegel, keramische Zylinderrollen.

Heute hat das Unternehmen 330 Mitarbeiter, inklusive 25 Auszubildender. Hinzu kommen circa 50 Zeitarbeiter. Es beliefert über 1000 Kunden in über 40 Ländern der Welt und dies in den unterschiedlichen Branchen, wie Werkzeugmaschinen- und Textilmaschinenbau, Automobilszulieferer sowie Schienenfahrzeuge. Dr. Schlegel: „Neben dem Werkzeug- und Textilmaschinenbau werden wir zukünftig auch andere Branchen beliefern. Dazu gehört beispielsweise die Windkraftanlagenindustrie. Wachstum generieren wir natürlich auch über den weiteren Ausbau unserer weltweiten Geschäftsbeziehungen. Wir werden weiter das Produktspektrum ausbauen, ohne dabei die bestehenden Produkte zu vernachlässigen. So wird die Produktion von Wälzkörpern speziell von Zylinderrollen weiter verstärkt.“ Im Jahr 2010 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 37,3 Millionen Euro. Ein Umsatz von 42,5 Millionen Euro ist im Jahr 2011 geplant. ee

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