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KunststoffverpackungenVom Kamm zum Koffer

„Aus einem kleinen Bedarf kann mal ein großer werden“. Diese Parole gab Heinrich Horstmann Senior, der verstorbene Besitzer und Namensgeber der Firma Licefa, an seine Mitarbeiter aus, wenn es um Aufträge ging. So simpel diese Unternehmensphilosophie auch anmutet – in den vergangenen Jahrzehnten hat sie sich als richtig erwiesen. Heute würde man ein solches Denken mit dem Wort „Flexibilität“ umschreiben und damit gleichzeitig den wichtigsten Grund der Erfolgsgeschichte des Unternehmens aus Ostwestfalen-Lippe nennen.

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Das Porträt: Vom Kamm zum Koffer

Im Jahr 1907 erhält Albert Abraham Michelson für die Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit den Nobelpreis. Die Brüder Lumière veröffentlichen erstmals Farbfotos, und dem deutschen Hermann Anschütz-Kaempfe wird das Patent auf den Kreiselkompass zugesprochen. Zu dieser Zeit werden in Deutschland Produkte aus modernen Kunststoffen immer beliebter. Ob Haarspangen oder Kämme: Die über die Spritzgusstechnik ermöglichte Massenfertigung von hochwertigen Elfenbein- und Schildplatt-Imitaten aus halbsynthetischen Kunststoffen revolutioniert das Konsumverhalten der Deutschen nachhaltig.

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Die Gründung der Firma Licefa erfolgte 1907 in Ohrsen, einem damals verschlafenen Dorf nahe dem lippischen Lage, und zwar unter dem Namen „Lippische Celluloidwarenfabrik H. Wellmeier“, aus dem sich Jahrzehnte später die Abkürzung des heutigen Firmennamens entwickelte („Li“ für Lippische, „Ce“ für Celluloid, „Fa“ für Fabrik“). Gründer waren die Bauernsöhne Hermann und Gustav Wellmeier, die sich die vielen florierenden Betriebe der Schötmaraner Celluloidwaren-Industrie zum Vorbild genommen hatten. Die Produktpalette umfasste Kämme und Haarschmuckartikel, die sich auf Grund ihrer soliden Qualität eines guten Absatzes erfreuten. 1909 kauften die Bremer Kaufleute Carl Knigge und Wilhelm Lindloff das Unternehmen, das bis 1926 in Ohrsen ansässig blieb. Erst später wurde der Sitz nach Schötmar verlegt. Im Jahre 1936 ging die Firma als Fusion mit zwei anderen Unternehmen in den Besitz von Heinrich Horstmann Senior über, ab diesem Zeitpunkt trägt sie den Namen „Licefa“. Die Produktpalette konzentrierte sich zu diesem Zeitpunkt auf Haarklemmen, Haarnadeln, Haarspangen und Zopfhalter, aber auch Seitenkämme und Kragenstäbchen, alles hergestellt aus Celluloid. Innerhalb von Schötmar zog man schließlich 1962 an den heutigen Standort.

Auch in Zukunft: Made in Germany

Über die Jahre haben sich Produktpalette, Werkstoffe und Produktionsverfahren geändert und dem Geist der Zeit angepasst. Geblieben sind Qualitätsanspruch, Kompetenz und innovatives Denken. Mit diesem Know-how hat sich das Unternehmen im Bereich der Kunststoffverpackungen einen sehr guten Namen gemacht. Das Standard-Programm an unterschiedlichen Größen und kundenspezifischer Fertigungstiefe, wie Sonderfarben, Siebdruck, Schaumstoff- oder Tiefzieheinlagen sowie einem breiten Sortiment mit Dosen, Sortimentskästen, Koffern und Aufbauschränken, bietet praktische, sichere und branchenspezifische Verpackungslösungen für Kunden in den Branchen Dental, Promotion und Optik sowie Akustik, Elektronik und Medizin.

In der Tatsache, dass Licefa bis heute ein Familienunternehmen geblieben ist, sieht Heinrich Horstmann, Geschäftsführer und Gesellschafter, einen weiteren Erfolgsfaktor. „Unsere Strategie ist nach wie vor ganz einfach: immer flexibel denken und handeln. Aus diesem Grund sehen wir uns auch nicht so sehr als klassischen Zulieferer. Vielmehr verstehen wir uns als eine Art ‚Marketing-Agentur‘ mit eigener Fertigung und intensiven Handelsaktivitäten.“

Zusätzlich hat das Unternehmen über die Jahre ein zweites Standbein etabliert, welches ebenfalls auf eine lange Tradition zurückblicken kann: Von 1947 bis 1999 produzierte es Brillen in einem eigens gegründeten Werk in Hille bei Bielefeld. In der Anfangszeit wurden sie aus Celluloid gefertigt, ab 1955 dann aus Acetat-Kunststoff. Nach der Einstellung der Produktion konzentriert sich dieser Unternehmenszweig ausschließlich auf das Design und den Vertrieb von Brillengestellen sowie Sonnenbrillen für so bekannte Marken wie Jette Joop, Otto Kern und Kappa.

Und wie geht es weiter mit der Licefa? „Wir wollen unser bewährtes Sortiment kontinuierlich ausbauen und legen dabei weiterhin größten Wert auf die Entwicklung innovativer Verpackungen. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Gewinnung neuer Märkte und Kunden sowie die Intensivierung bestehender Geschäftsbeziehungen. Unsere Position ist dank modernster Technik gegenüber der Konkurrenz aus dem fernen Osten gefestigt. Wir setzen auf ‚made in Germany‘, um in Zukunft die Arbeitsplätze am Standort Deutschland sichern zu können“, gibt Heinrich Horstmann einen Ausblick und ist sich dabei bewusst, dass auch heute noch aus einem kleinen Bedarf mal ein großer werden kann. ee

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