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KraftfahrzeugtechnikGestern und morgen

Das Wichtigste zuerst: Robert Boschs Geburtstag jährt sich zum 150. Mal. Das von ihm gegründete Unternehmen begeht sein 125 jähriges Jubiläum. Und wenn man so vielseitig ist, dann können sich durchaus auch mal die Jubiläen häufen: Vor 90 Jahren wurden die Weichen für ein umfassendes Servicenetz, die Bosch Dienste, gestellt und vor 75 lieferte das schwäbische Unternehmen die Einspritztechnik für den weltweit ersten Dieselantrieb in einem Pkw.
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Kraftfahrzeugtechnik: Gestern  und morgen

Der junge Robert Bosch war von den damaligen Möglichkeiten der noch in den Kinderschuhen steckenden Elektrotechnik begeistert. Er nutzte gerne die neuesten technischen Errungenschaften seiner Zeit. So fuhr er bereits 1890 mit einem modernen englischen Fahrrad zu seinen Kunden in Stuttgart, als in Deutschland noch Hochräder üblich waren. Schon 1889 mietete er einen Telefonanschluss, um seine Geschäfte voranzutreiben. Diese Art der Kommunikation war damals noch längst nicht selbstverständlich und sehr teuer. Das starke Interesse für moderne Technik war auch die Triebfeder für sein unternehmerisches Schaffen. „Mein Geschäft, ursprünglich sehr klein, entwickelte sich nach langen, mühevollen Kämpfen allmählich immer rascher“, sagte er einmal über die frühen Jahre seiner im Jahr 1886 gegründeten „Werkstätte“. Diese wurde zur Keimzelle der – man kann es durchaus sagen - rasanten internationalen Unternehmensentwicklung. Mit dem Bau der Niederspannungs-Magnetzündung für Kraftfahrzeugmotoren im Jahr 1897 begann die lange Liste der Innovationen aus seinem Hause. Deren Nachfolgesystem, die 1902 eingeführte Hochspannungs-Magnetzündung, brachte den entscheidenden kommerziellen Durchbruch auf dem Weg zum erfolgreichen und führenden Automobilzulieferer.

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In den Jahren 1910 bis 1925 hatte sich die Zahl der produzierten Kraftfahrzeuge allein in Deutschland von 14 000 auf über 70 000 Stück pro Jahr erhöht. Mit der rasch zunehmenden Motorisierung stieg auch der Bedarf an Reparaturmöglichkeiten. Neben Zündsystemen hatten die Stuttgarter ab 1913 nach und nach weitere elektrische Komponenten wie Lichtmaschine, Anlasser, Scheinwerfer und Horn auf den Markt gebracht, die bald weltweit im Automobilbau eingesetzt wurden. So gab es um 1920 bereits unternehmenseigene Verkaufshäuser mit sogenannten Einbauhallen – zunächst in den Ballungsgebieten Deutschlands und dann auch zum Beispiel in Budapest, Genf, Mailand, Prag oder Wien. Noch war dieses Netz für einen flächendeckenden Service jedoch zu dünn. Das änderte sich 1921 mit der ersten offiziellen Werkstatt in Hamburg und dem anschließenden kontinuierlichen Ausbau des Werkstattnetzes. Der Name Bosch-Dienst mit einem eigenen Warenzeichen, der sogenannten „Bosch-Dienst-Laterne“, wurde 1926 bei der Gewerbeaufsicht angemeldet. Die Mechaniker erhielten eine spezielle Werkstattausrüstung und ein festgelegtes Warenkontingent zu günstigen Konditionen genauso wie Organisationsmittel für das tägliche Geschäft und praktische Hinweise wie zum Beispiel Gestaltungsvorschläge für das Schaufenster. 90 Jahre nach Eröffnung der ersten Reparaturwerkstatt sind die Betriebe als moderne Full-Service-Anbieter im unabhängigen Werkstattmarkt präsent. Weltweit warten und reparieren über 80 000 Mitarbeiter in den rund 15 000 Bosch Service Betrieben täglich mehr als 180 000 Fahrzeuge.

75 und noch spritzig

Robert Bosch selbst gab 1922 den Entwicklungsauftrag für die Dieseleinspritzpumpe – zunächst für den Einsatz in Lastwagen. So erschien bereits 1924 der erste serienmäßige dieselgetriebene Lkw in Deutschland und 1927 startete die Produktion der Diesel-Einspritztechnik in Großserie. Damit begründete er den Siegeszug des Dieselmotors im Straßenverkehr. In den 30er Jahren plante Daimler-Benz, den Dieselmotor mit besagter Einspritzung auch im Pkw anzubieten. Der erste serienmäßige Diesel-Pkw der Welt, ein Mercedes-Benz 260 D, feierte 1936 auf der Berliner Automobilausstellung seine Premiere. Er verbrauchte ein Drittel weniger Kraftstoff als ein gleich starker Benziner. Der Verkaufserfolg blieb vorerst moderat, da Leistung und Laufkultur damals noch nicht mit Benzinmotoren mithalten konnten. Dennoch war ein wichtiger Schritt getan und in der Nachkriegszeit stieg die Bedeutung des Dieselmotors auch im Pkw kontinuierlich. Auch in 20 Jahren wird im Pkw der Dieselantrieb noch zu den wichtigsten Antriebsformen zählen, heißt es. Das Unternehmen stützt seine Prognose auf das enorme Entwicklungspotenzial des Selbstzünders: Der Kraftstoffbedarf und die Emissionen werden auch in Zukunft weiter reduziert. Die Entwickler von Bosch Diesel Systems rechnen bereits für 2015 mit einem Verbrauch von lediglich 3,6 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer bei einem Diesel-Pkw der Kompaktklasse.

Mit jährlich rund 3.800 Patentanmeldungen und mehr als 3,5 Milliarden Euro Investitionen für Forschung und Entwicklung bleibt das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen auch in Zukunft auf Kurs und schafft die Voraussetzungen für weiteres nachhaltiges Wachstum. Mit den Produkten seiner drei Unternehmensbereiche Kraftfahrzeugtechnik, Industrietechnik sowie Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik verfügt es über ein vielseitiges Produktportfolio. Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschafteten rund 283.500 Mitarbeiter nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 47,3 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 300 Tochter- und Regionalgesellschaften in über 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist die Gruppe in rund 150 Ländern vertreten. Mit dem Unternehmensbereich Industrietechnik ist sie Spezialist bei Antriebs- und Steuerungstechnologien, zum Beispiel mit Großgetrieben für Windkraftanlagen. Hierzu zählen auch die Geschäftsbereiche Verpackungstechnik sowie Solar Energy. ee

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