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Bluetooth-Lösungen, Rollringgetriebe, SpannelementeExakt geführt, gut gewickelt

Die Entwicklung des Rollring-Getriebes Anfang der 1950er-Jahre begründete den weltweiten Erfolg von Uhing. Heute bietet das norddeutsche Familienunternehmen hochinnovative Lösungen für zahlreiche Anwendungen der Wickel- und Verlegetechnik in Draht-, Seil- und Kabelindustrie. Spannelemente und Lineareinheiten runden das Produktprogramm ab.

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Das Porträt: Exakt geführt, gut gewickelt

Als der damals 38-jährige Joachim Uhing sein Ingenieurbüro gründete, schrieb man das Jahr 1943. Da hatte der vielseitige Techniker bereits sein Elektrotechnik-Studium an der Universität Dresden absolviert. Er beschäftigte sich zunächst mit der Entwicklung von Kleinbild-Kameras und Wanduhren. Auch ein Vorläufer der vierten Achse zur mehrseitigen Bearbeitung in einer Aufspannung entspringt dem Erfindergeist des Ingenieurs. Den Grundstein für den großen Erfolg des Unternehmens und seine wachsende internationale Bedeutung legt er aber mit der Entwicklung und Produktion von Fadenführern für den Einsatz in Strickmaschinen. Sein damaliger Ansatz, mit pfiffigen Lösungen Marktnischen zu besetzen, ist bis heute Triebfeder für den Erfolg des inzwischen weltweit vertretenen Unternehmens.

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So war es schließlich auch die enge Beziehung zu den Hersteller der Strickmaschinen, die dem Familienunternehmen immer wieder Impulse für ein stetiges Wachstum verlieh. Ausgehend von deren Wunsch, die seinerzeit noch manuell durchgeführten Hin- und Herbewegungen der Strickschlitten zu automatisieren, entwickelte das Unternehmen im Jahr 1952 sein bis heute bedeutendstes Produkt – das Rollringgetriebe.

Es ist letzthin dieses Getriebe, das den Namen Uhing auf dem ganzen Globus bekannt macht. Dabei ist es nicht zuletzt die ebenso geniale wie verblüffende Einfachheit, die es zu einem Topseller macht: Auf rein mechanischem Weg wandelt es die Drehbewegung einer glatten Welle in ein permanentes Hin und Her um (mehr über Rollringgetriebe erfahren Sie durch Eingabe des Wortes als Suchbegriff bei http://www.scope-online.de).

Die Betriebsgebäude des heutigen Stammsitzes bezog das Unternehmen 1973 in Mielkendorf. Der wachsende Exportanteil – bis heute etwa 60 Prozent des Umsatzes – machte zudem den Aufbau eines internationalen Vertretungsnetzes erforderlich. Derzeit werden Kunden in über 45 Ländern vor Ort betreut.

Rollringgetriebe in vielen Varianten sind zwar bis heute eine zentrale Produktgruppe von Uhing; inzwischen wurde das Sortiment aber durch weitere Innovationen ausgebaut. So entwickelte das Unternehmen 1983 auf der Basis des weltweit patentierten Rollringprinzips die Wälzmutter. Dabei handelt es sich um einen kraftschlüssigen, spielfreien Schraubentrieb ohne internen Umschaltmechanismus. Er erfreut sich als Antriebselement vor allem bei den Herstellern von Messmaschinen großer Beliebtheit.

Im Jahr 1989 präsentierten die Mielkendorfer den Z-Drive, eine Linearachse mit Zahnriemenantrieb. Der Einstieg in ein umfangreiches Programm von werkzeuglos bedienbaren Spannelementen für glatte Wellen gelang 1992 mit dem Schnellspannsystem Easylock. Es wurde 2002 um den preiswerten U-Clip ergänzt.

Mechatronik und Kunststoff

Parallel dazu konzentrierte sich Uhing auf die Weiterentwicklung seiner Rollringgetriebe. Seit 1998 hielt die Elektronik verstärkt Einzug in das Produktprogramm – etwa in Form elektronischer Komponenten für die Wickeltechnik, die ein automatisches Anpassen der Hublänge des Rollringgetriebes an wechselnde Spulenbreiten regeln. 2001 stellte der Hersteller mit Kinemax KI-5 das weltweit erste Rollringgetriebe mit Polyamid-Gehäuse vor, das durch geringes Gewicht überzeugt. Auch bei den Schnellspannsystemen erreicht das Unternehmen durch den Einsatz von Kunststoffen Gewichtsreduzierungen von bis zu 50 Prozent.

Die Entwicklung neuer und die Optimierung bestehender Produkte machte über die Jahrzehnte immer wieder Investitionen in neue Verfahren für Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung erforderlich. Heute sind in Mielkendorf moderne Mehrachsen-CNC-Bearbeitungszentren am Werk und präzise Koordinaten-Messtechnik. Konstruktion und Entwicklung arbeiten mit 3D-CAD-Systemen und nutzen die Möglichkeiten des Rapid Prototyping. Vertrieb und Beratung finden durch das Stammwerk oder Vertretungen vor Ort statt. Um dabei ein hohes Niveau gewährleisten zu können, lies Uhing exklusiv Simulations- und Berechnungsprogramme entwickeln.
Zu den erfolgreichsten Lösungen des Unternehmens gehört neben dem Rollringgetriebe die automatische Verlegebreiten-Steuerung AVS. Als weitere mechatronische Innovation im Bereich Wickeln und Verlegen präsentierte man jüngst eine schleifringlose Signalübertragung für Verlegungen in Doppelschlag-Verseilmaschinen, die die Bluetooth-Technik nutzt. Vor allem für die Draht-, Seil- und Kabelindustrie ist das ein Fortschritt.

Wer das Unternehmen übrigens auf der vergangenen Motek besuchte, erfuhr viel über die neuen Entwicklungen und Einsatzgebiete seiner Produkte. Es wurde beispielsweise der neue Zahnriemenantrieb AZ 1040 in vertikaler Anwendung gezeigt. Er hat ein durchgehendes Trägerprofil ohne angesetzte Kopfstücke und eine integrierte Schlittenführung. Er überzeugt durch große Steifigkeit und attraktiven Preis. Daneben weckte auch der kleine Zahnriemenantrieb AZ1010 (Profilquerschnitt nur 40 x 40 mm) die Neugierde der Messebesucher. Seine Umschaltung wurde drahtlos mit dem Uhing Reg Blue-System geregelt.

Aus dem Bereich der Rollringgetriebe zeigt man speziell für die Anwendung in der Mischtechnik entwickelte RG12-Getriebe. Sie verfügen über eine mechanische gegenkraftabhängige Umschaltung, die das selbsttätige schrittweise ‚Hineinfressen’ in hoch viskoses Rührgut ermöglicht. Die Umschaltung eignet sich auch zum Einschieben empfindlicher Produkte in Verpackungsstationen.

Im Produktbereich der Spann- und Klemmelemente für glatte Wellen präsentierte Uhing sein neues Schnellspannsystem EL III und diverse U-Clip-Modelle. Das EL III für Wellen von 10 bis 40 mm ist um 50 Prozent gewichtsreduziert und in der Bedienung verbessert. Die Baureihe U-Clip wurde durch eine größere Variante ergänzt, die den Durchmesser von 25 bis 35 mm abdeckt. Michael Stöcker

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