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Armaturen, Pumpen, RegelsystemeDem Wasser Dampf machen

Die Quelle allen Lebens ist Wasser, aber häufig auch dessen Ende. Hohe technische Errungenschaften sind notwendig, es dem Menschen in optimaler Menge und Qualität zur Verfügung zu stellen: Schröpfwerkspumpen entwässern hochwassergefährdete Gebiete, während Spiralgehäusepumpen Wasser über hohe Distanzen in die Wüste schicken. Seit ihrer Gründung im Jahr 1871 widmet sich die KSB dem Fördern von nassen Elementen.

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Das Porträt: Dem Wasser Dampf machen

„Wo simmer denn dran? Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin.“ Damit Heinrich Spoerl seinem Lehrer Bömmel diese unsterblichen Worte in den Mund legen konnte, musste 62 Jahre zuvor Johannes Klein eine Erfindung machen, die gewährleistete, dass eine mit Hilfe von Dampf angetriebene Maschine effizienter funktionierte: der Kesselspeiseautomat. Diese Pumpe sorgte dafür, dass der entweichende Dampf wieder aufgefangen wurde und in Form von Wasser dem Kessel erneut zugeführt werden konnte. Der Erfolg blieb nicht aus in den Gründerjahren, die einen nie gekannten wirtschaftlichen Aufschwung darstellten, und noch im selben Jahr gründete Johannes Klein in Frankenthal zusammen mit Friedrich Schanzlin und Jakob Becker die Firma „Frankenthaler Maschinen- & Armatur-Fabrik Klein, Schanzlin & Becker“, um Kesselspeiseautomaten und Armaturen zu fertigen. 1887 wurde die KSB unter der Leitung des Firmengründers eine Aktiengesellschaft und erst im Jahr 1964 zog sich die Familie Klein langsam zurück: Dr. Otto Klein-Kühbort, Adoptivsohn von Johannes Kleins jüngerem Bruder, verzichtete zugunsten der gemeinnützigen KSB-Stiftung auf eine qualifizierte Mehrheit des Aktienkapitals. Diese Schenkung verschaffte der KSB Gruppe ein dauerhaft stabiles Fundament für die weitere Entwicklung – eine bis heute erfolgreiche.

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Hoffnungen erfüllen...

Überall dort, wo Wasser herangeführt oder entsorgt werden soll, setzt das rheinland-pfälzische Unternehmen mit moderner Pumpen- und Armaturentechnik alles in Bewegung. Dabei fördern die Produkte weit mehr als nur Wasser. Sie transportieren, steuern und regeln nahezu alle Arten von Flüssigkeiten, gleich welcher Temperaturen, Beschaffenheiten und Gefährdungspotenziale. Pumpen und Armaturen der Frankenthaler finden Einsatz in der Wasser- und Abwasserwirtschaft wie in der Industrie- und Gebäudetechnik, in Kraftwerken und im Bergbau. Ihr Standardprodukt ist die Eta-Pumpe, die als eine energiesparende, einstufige Spiralgehäusepumpe 1935 in den Markt eingeführt wurde. Im Dezember des Jahres 2006 lief die 60.000ste vom Band, während ihre Standardhydraulik und ihre Vielseitigkeit für weitere Innovationen des Unternehmens als Grundlage dienen. Wie die RDLO, die einen besonderen Einsatz in Libyen findet, dessen Fläche zu über 80 Prozent aus Wüste besteht.

Anfang der 60er Jahre stießen Bohrtrupps bei der Suche nach Öl auf reiche Süßwasserquellen. Es bot sich die Chance, die Landwirtschaft endlich mit ausreichend Wasser zu versorgen. Es entstand der größte künstliche Fluss der Welt: der Great Man-Made River. Die dritte Ausbauphase des Projekts verbindet die Städte Assdada und Algardabiya mit einer über 190 Kilometer langen Pipeline von vier Metern Durchmesser. Zwanzig Spiralgehäusepumpen der Frankenthaler transportieren jeweils bis zu 5.800 Kubikmeter Wasser pro Stunde. An diesem Großprojekt sind sie seit 1995 auch mit Engineering-Leistungen und dem Bau kompletter Pumpstationen beteiligt.

Doch vor dieser Art Spiralgehäusepumpe kam die Tauchpumpe (1890), und 1903 begannen die Frankenthaler ihr Fertigungsprogramm schrittweise um Kreiselpumpen zu erweitern. Dazu gehörten in den Anfangszeiten Hoch- und Niederdruckpumpen zur Kesselspeisung, Wasserhaltung sowie zur Förderung von Ölen und Kohlenwasserstoffen. Speziell für den Einsatz in den Nebenkreisläufen der Rauchgas-Entschwefelung präsentieren die Frankenthaler derzeit die neue KWPKC-Monobloc-Baureihe. Diese Pumpen sind besonders geeignet für den Transport von Kalksteinsuspension, Umlaufwasser und zum Abziehen von Gipssuspensionen sowie zum Eindicken von Lösungen. Die größte Fördermenge beträgt 3.000 Kubikmeter pro Stunde und die maximale Förderhöhe liegt bei 120 Metern. Außerdem hat das Unternehmen jüngst seine Microchem-Pumpe weiterentwickelt. Die Kreiselpumpe zur Förderung von Kleinstmengen wurde für die chemische Großindustrie entwickelt und kann nun zusätzlich in lebensmitteltechnischen Prozessen und Vorprozessen der pharmazeutischen Industrie eingesetzt werden. Von jedem ihrer Bauteile muss die genaue chemische Zusammensetzung dokumentiert sein, ein Tribut an die sensiblen Prozesse, in denen die Pumpen mit kleinen und großen Fördermengen ihren Einsatz finden - weltweit.

...Träume realisieren

Zum Beispiel in Vietnam: Etwa 70 Kilometer nordöstlich von Ho-Chi-Minh-Stadt, im Industriepark Phu My steht das größte Gas-und-Dampf-Kraftwerk Vietnams. Es speist im Grundlastbetrieb 3.800 Megawatt Strom in das Netz des staatlichen Energieversorgers. Befeuert wird das Kraftwerk mit Erdgas aus zwei neu erschlossenen Gasfeldern im südchinesischen Meer. Bei dem Gas-und-Dampf-Kraftwerk erzeugt die Abwärme der Gasturbine in einem Kessel Dampf, der eine Turbine antreibt. Das erhöht den Wirkungsgrad der Anlage um rund 30 Prozent. Geliefert wurde die Pumpentechnologie – unter anderem moderne „Kesselspeiseautomaten“ – aus Frankenthal.

Und international macht das Unternehmen schon seit 1896 Dampf. Damals entstand in Großbritannien die erste Auslandsgesellschaft. In den Jahren 1924 bis 1934 folgen Tochtergesellschaften in ganz Europa. 1941 nimmt die KSB Compañía Sudamericana de Bombas in Argentinien als erste unternehmens- eigene Gesellschaft auf dem amerikanischen Kontinent ihre Arbeit auf. 1953 sind die Frankenthaler mit einem Tochterunternehmen in Pakistan erstmals im asiatisch-pazifischen Markt vertreten. Und bereits im Jahr 2002 produziert die KSB an insgesamt 27 Standorten. Mit zwei asiatischen Unternehmen gründet das rheinland-pfälzische Unternehmen im Jahr 2008 Jointventures.

Die erste Pumpe des Firmengründers Johannes Klein förderte nur wenige Kubikmeter pro Stunde. Heute schafft eine besonders leistungsstarke Pumpe in der gleichen Zeit mehr als 60.000 Kubikmeter. Und was als Drei-Mann Betrieb begann, umfasst konzernweit nun 14.350 Mitarbeiter - ordentlich Dampf gemacht! Evelin Eitelmann

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