Data Lakes

Andrea Gillhuber,

Wie die Industrie Daten sichern und nutzen kann

Die Daten, die vernetzte Geräte erzeugen, tragen einen gewissen Wert in sich. Die Datenströme im IoT sollten daher in Echtzeit verfügbar sein. Nur so können Unternehmen jederzeit von den neuesten Informationen profitieren. Doch sollten die Daten sicher gespeichert werden.
© Pexels / trashhand

In der Industrie 4.0 entstehen immense Datenmengen. Damit Unternehmen ihre Produktion noch effizienter machen können, müssen sie diese Datenschätze heben und nutzen. Doch noch immer ist die Angst vor dem Umgang mit Daten aus dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) groß und stellt IT-Verantwortliche vor enorme Herausforderungen.

Sensordaten richtig speichern und verwalten

Immer mehr Geräte haben Zugang zum Internet und produzieren gewaltige Mengen an Sensordaten. Typischerweise werden IoT-Geräte einzeln und aus der Ferne verwaltet und fungieren als eingebettete Appliances wie beispielsweise Kameras. Das ist jedoch nicht immer der Fall: Viele Unternehmen verfügen über verteilte Umgebungen, in denen Server in verschiedenen Niederlassungen den Zugang zum Gebäude überwachen, die Umgebung kontrollieren oder andere, firmenspezifische Aufgaben übernehmen. Das IoT vernetzt dabei Geräte, mit denen sich Inhalte an vielen Standorten erstellen, speichern und verarbeiten lassen.

Verteilte Daten entstehen oft außerhalb des Rechenzentrums oder Netzwerks eines Unternehmens. Der Begriff „Edge“ beschreibt dabei Rechen- und Datenmanagement-Aufgaben, die außerhalb dieser Kern-Infrastrukturen ausgeführt werden. Obwohl Cloud-Computing bereits seit vielen Jahren existiert, entwickelt sich die Technologie zusammen mit dem IoT aufgrund des wachsenden, externen Datenvolumens rasant weiter.

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Diese neuen Entwicklungen stellen IT-Abteilungen vor große Herausforderungen: Sie müssen gewährleisten, dass die Daten angemessen gesichert, zugeordnet und verarbeitet werden. Die meisten IT-Organisationen wissen zwar (halbwegs) genau, wo sich ihre Daten befinden, das IoT macht es aber schwieriger, den gesamten Content eines Unternehmens sicher in den Griff zu bekommen. Dies wirkt sich auch auf den Datenschutz und die Einhaltung von Vorschriften wie der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) aus.

Da so viele Informationen am Rand der Infrastrukturen erzeugt werden, lassen sich die Daten zur Verarbeitung nur schwer in ein Rechenzentrum verschieben. Aufgrund der Vielzahl von eingesetzten Geräten kann dies nur mit hohen Investitionen in externe Netzwerke gelingen.

Zudem kann sich der Wert der Daten in vielen Fällen möglicherweise nicht optimal entfalten, wenn der gesamte Inhalt gespeichert wird. Beispielsweise muss eine Kamera, die an einer Straßenkreuzung vorbeifahrende Autos zählt, nicht das gesamte Video speichern. Es reicht vielmehr aus, die Anzahl der in einem bestimmten Zeitraum gezählten Fahrzeuge zu dokumentieren. Die Videodaten könnten dennoch für einen späteren Zeitpunkt aufbewahrt oder einfach gelöscht werden.

Zu berücksichtigen ist auch, dass die Daten zeitnah verarbeitet werden müssen. IoT-Geräte müssen schnell entscheiden, wie sie Informationen verwerten. Eine Latenzzeit durch das Lesen und Schreiben der Daten in ein Kern-Rechenzentrum kann dabei nicht toleriert werden. Aufgrund dieser Anforderungen müssen Unternehmen die Verarbeitung von Daten und Applikationen an den Rand verlagern. Dort werden sie vorverarbeitet, bevor sie zur langfristigen Aufbewahrung in das Kern-Rechenzentrum hochgeladen werden.

IoT-Daten sind meist unstrukturiert und lassen sich problemlos in der Public-Cloud-Infrastruktur speichern. Alle großen Cloud-Anbieter stellen kostengünstige, skalierbare Speichersysteme auf Basis von Objektspeicher-Lösungen bereit. Mit schnellen Netzwerken und kostenlosem Datenzugriff lassen sich in der Public Cloud große Mengen an Enterprise-IoT-Daten optimal speichern.

Daten richtig nutzen und Wert aus ihnen ziehen

Und die Public Cloud hat noch mehr zu bieten: Cloud Service Provider (CSP) liefern leistungsfähige Datenanalyse-Werkzeuge, die große Mengen an unstrukturierten Inhalten aufnehmen und verarbeiten. Damit können Unternehmen hochskalierbare ML-/AI-Anwendungen entwickeln, um Daten effizienter als in einem privaten Rechenzentrum zu verarbeiten.

Die Daten, die vernetzte Geräte erzeugen, tragen einen gewissen Wert in sich. Die Datenströme im IoT sollten daher in Echtzeit verfügbar sein. Nur so können Unternehmen jederzeit von den neuesten Informationen profitieren. Dies gilt auch für das „Industrial Internet of Things“ (IIoT). Echtzeitdaten können beispielsweise die Produktionszyklen der Schwerindustrie positiv beeinflussen. Dadurch lassen sich Ausfallzeiten in einem Hochofen minimieren oder Materialkosten einsparen.

Aufgrund des hohen Werts von IoT-Daten ist es extrem wichtig, jederzeit darauf zugreifen zu können. Darüber hinaus müssen die Daten zu 100 Prozent zuverlässig und sicher vor ungewollten Manipulationen geschützt sein.

Olaf Dünnweller ist Area Vice President Territory Sales EMEA und Geschäftsführer Deutschland bei Commvault. © Commvault

Die realistische Prognose von geschäftlichen Anforderungen ist der Schlüssel zum Unternehmenserfolg und wichtige Voraussetzung für einen schnellen Return on Investment. Dies gilt für börsennotierte, multinationale Konzerne ebenso wie für innovative Start-ups mit disruptivem Geschäftsmodell. So sehen sich Unternehmen aller Größen mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählen die zunehmende Digitalisierung der Märkte, der immer härtere Wettbewerbsdruck sowie ein scheinbar endloser Strom von Daten und neuen Technologien.

Diese Kräfte sind jedoch nicht unüberwindbar. Die Technologie wird sich konsequent weiterentwickeln. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen sich dieser Herausforderung stellen und neue Lösungen entwickeln, die den Kunden einen entscheidenden Mehrwert bieten.

Viele IT-Anbieter haben mittlerweile starke Partner an ihrer Seite, die den Unternehmen bei der Integration der passenden Lösung helfen, so auch der Systemintegrator und Digitalisierungsexperte Kramer & Crew. Die enge Zusammenarbeit eröffnet neue Möglichkeiten und die die neusten Technologien für Endanwender.

Daten sicher managen

Data Lakes machen vielen Unternehmen Angst – dabei bietet das Internet of Things auch enorme Chancen und Wettbewerbsvorteile. Das IoT zwingt die Unternehmen dazu, ihre IT- und Geschäftsprozesse zu überdenken. Am Markt durchsetzen werden sich diejenigen Firmen, die das Management und die Sicherheit ihrer Daten erfolgreich meistern und daraus einen nachhaltigen Wert für ihr Business generieren. Dazu müssen die entstehenden Daten aber richtig verwaltet werden: Am sinnvollsten geschieht das durch Edge-Computing und Back-up in der Cloud sowie mit den passenden Partnern.

Olaf Dünnweller, Area Vice President Territory Sales EMEA und Geschäftsführer Deutschland bei Commvault / ag

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