Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel

Mit Sicherheit nach oben

Die Logistik gilt inzwischen als zentraler Kostenblock bei der Projektierung von Windkraftanlagen. Auf dem Weg von der Produktion zur Aufstellung müssen mächtige Bauteile über lange, oft unwegsame Strecken transportiert werden. Sehr aufwändig ist die Logistik für Offshore-Anlagen. Allerdings lassen sich diese Ausgaben durch sinnvolle Planung und Aus- stattung deutlich reduzieren.

Neuentwicklung: Traverse für die Einzelblattmontage von liegenden Rotorblättern

Ein großer Teil der Gesamtkosten einer Windkraftanlage entfällt heute auf den Logistikaufwand. Im Gegensatz zu den eher festen Herstellkosten für Fundament, Turm, Maschinenhaus und Rotor lassen sich diese Ausgaben aber durch sinnvolle Planung und Ausstattung erheblich senken. Mit diesem Ziel vor Augen engagieren sich mit Spanset, Spanset-Secutex und GKS Axzion gleich drei Unternehmen der Spanset-Gruppe in diesem Markt. Sie bieten für Bauteile-Transport, Anlagenaufstellung und Wartung spezielle Produkte und Dienstleistung.

Zwar werden die Windkraftanlagen immer effizienter, größer und schwerer; aus Sicht der Logistik ist es aber vorteilhafter, für die Anlagen kleinere, leichtere Bauteile zu verwenden. Größere Rotoren und Nabenhöhen erhöhen zwar den Ertrag einer Windkraftanlage, führen aber zu höheren Gewichten und größeren Dimensionen der Bauteile. Probleme bei Transport und Montage sowie hohe Kosten sind die Folgen. Anlagenbauer wie Nordex verfolgen daher bei neuen Anlagen modulare Konzepte mit begrenzten Maximalgewichten der Komponenten.

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Der Kostenfaktor Logistik stellt alle Beteiligten hinsichtlich der Sicherheitsstandards und Wirtschaftlichkeit vor Herausforderungen. Auf dem Weg von der Produktion zur Aufstelung verläuft der Transport von Turmsegmenten, Maschinenhäusern und Rotorblättern nicht nur über gut ausgebaute Straßen; auch Verschiffung und Überführung an schwer zugängliche Aufbauplätze sind zu bedenken. Besonders aufwändig sind Offshore-Anlagen. Experten schätzen, dass sie bis zu vier Mal so viel kosten wie an Land errichtete Anlagen. Zur Transportsicherung von Bauteilen für Windkraftanlagen werden Zurrgurte und -ketten, Antirutschmatten, Kantenwinkel und -schutzschläuche, Gurtbandnetze und Staupolster verwendet. Vor Ort erforderlich ist der Einsatz spezieller Lastaufnahmemittel, die eine Montage selbst unter schwierigen Bedingungen gestatten. Bei Offshore-Anlagen stellen Seegang und Wind große Herausforderungen dar. Dafür entwickelte Axzion spezielle Lastausgleichs- und Wendetraversen.

Montieren bei starker Brise

Dazu ein Beispiel: Üblicherweise wird der Rotor einer Windkraftanlage liegend montiert und dann komplett gehoben und befestigt. Die Methode ist aber nur bei geringen Windstärken möglich, da Böen den Kran überlasten könnten. Wartezeiten in der Aufbauphase sind nicht selten.

Für Arbeiten bei stärkerem Wind hat Axzion deshalb mit einem Hersteller von Windkraftanlagen eine neue Traverse namens Variobeam für die Einzelblattmontage liegender Rotorblätter entwickelt. Sie lässt sich auch verwenden, wenn Platz für die liegende Montage des Rotors fehlt, ist demontierbar und hat Steckverbindungen mit zusätzlicher Flanschbefestigung. Der Zapfen wird in das passgenaue Gegenstück gesteckt; die dauerhafte Befestigung erfolgt über die Flanschschrauben. Die einzelnen Elemente sind maximal drei Meter lang. Praktisch ist auch ein neuer Automatikhaken mit Funksteuerung, mit dem sich die Hebebandschlaufe auf Knopfdruck abwerfen lässt.
Gemeinsam mit Nordex wurde zudem ein Anschlag-Punkt (TAP) für Turmsegmente entwickelt. Er ist für bis zu 100 Tonnen schwere Segmente ausgelegt und erreicht bei einem maximal zulässigen Neigungswinkel von 30° eine Tragfähigkeit von 25 Tonnen. Das geringe Eigengewicht (25 kg) des aus Vergütungsstahl geschmiedeten Bügels erleichtert die Montage. Lastseitig wird ein handelsüblicher, hochfester Schäkel mit 25 Tonnen Nenngröße in den TAP eingefädelt. Er dient der Aufnahme von Rundschlingen oder Seilen.

Zum TAP-Bügel passt die neue Spanset Magnum-X Rundschlinge aus Hochleistungspolyester, bei der Gewicht und Auflagenbreite unter Last im Vergleich zu herkömmlichen Rundschlingen halbiert wurden. Die faltenlose Schlauchhülle schmiegt sich eng um das tragende Gelege und ist durch die eingearbeitete Hochleistungsfaser schnitt- und abriebfester als gewebte PE-Schlauchhüllen. Bei gleicher Tragfähigkeit kann man die Magnum-X an engere Kantenradien anlegen als herkömmliche Rundschlingen. ms

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