Schwenkbiegesystem

Biegen statt Handhaben

Diesem Prinzip folgt ein System aus Schwenkbiegemaschine und Roboter, das RAS Reinhardt aus Sindelfingen entwickelt hat. Denn durch die Schwenkbiegetechnik bleibt das Blech beim Biegen immer in der Horizontalen, muss also nicht aufwändig hochgeführt und wieder abgesenkt werden. Und auch die beim Einsatz von Robotern in der Biegetechnik bisher üblichen langen Programmierzeiten sollen der Vergangenheit angehören, denn durch eine vollständige Software-Integration steuert die Biegemaschine den Roboter automatisch. Beide Merkmale verkürzen die Nebenzeiten drastisch, weswegen das flexible Biegesystem durchaus im Kleinserienbereich anwendbar ist.

Hinter der Biegemaschine sehen Sie einen Konsolenroboter mit 150 Kilogramm Tragvermögen und sechs Gelenken. Da er auf einer zusätzlichen Linearachse montiert wurde, ist mehr Beweglichkeit beim Aufnehmen und Stapeln von Blechen die Folge und allgemein wird der Arbeitsbereich größer. Zunächst greift der Roboter das Blech mit Saugern und führt es dann der Maschine zu. Dort messen optische Sensoren die Blechlage und melden etwaigen Versatz an den Roboter zurück, der daraufhin die Blechposition korrigiert. Anschließend fährt die Linearachse den Roboter mit dem ausgerichteten Blech vor und zurück, um Schenkel nach Schenkel zu biegen.

Das Biegesystem kommt ohne Kontaktanschläge aus, ein zeitraubendes Anfahren von Sensoren sowie das Einpendeln des Bleches an den Anschlägen entfällt. Da die Linearachse das Blech zum Biegen jeweils exakt positioniert, sind sehr genaue Schenkelmaße die Folge, die von der Positioniertoleranz der Robotergelenke nicht beeinflusst werden können. Das Schwenkbiegesystem kann Formate bis 3.000 × 1.500 Millimeter verarbeiten und dabei Bleche bis drei Millimeter biegen.

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Zum Wenden der Bleche sind keine Umgreifstationen notwendig, da der Roboter das Blech von oben und unten der Biegemaschine zuführen kann. Beim Wenden wird es einfach auf die andere Seite gedreht, ohne es zwischendurch ablegen zu müssen. Möglich wird dies durch eine besonders geformte Oberwange der Schwenkbiegemaschine. Sind kleinere Teile zu biegen, lässt sich die Roboterhand mit einer Offsetachse ausrüsten, die wiederum einen Saugrahmen aufnimmt. Und für relativ „winzige“ Biegeteile bis 360 × 360 Millimeter ist eine optionale Sauger-Umsetzposition möglich.

Die Biegewange der Maschine schwenkt auf 0,1 Grad genau und direkt auf den vorprogrammierten Winkel, was zu besonders präzisen Biegeergebnissen führt. Blechdickentoleranzen beeinflussen das Biegeergebnis nicht. Durch den flächigen Kontakt zwischen Biegewerkzeug und Material entstehen auf diesem keine Kratzspuren. Viele Vorteile also, die Sie sich näher zu Gemüte führen sollten...rm

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