Instandsetzungen und Stahlbau, Multifunktionsöl, Reinigungsspray

„Alles, was klemmt“

Rostlöser, Schmiermittel, Reiniger, Korrosionsschutz und Kontaktspray – alles das soll WD-40 sein. Dabei eilt dem weit verbreiteten Multifunktionsöl inzwischen ein fast legendärer Ruf voraus. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker wollte wissen, ob das Mittel in der Praxis hält, was der Hersteller verspricht. Dazu besuchte er einen mittelständischen Instandhaltungs- und Montagebetrieb im hessischen Odenwald.

Praktischer Tausendsassa: Das Multifunktionsöl WD-40.

Bohren, Schneiden, Sägen, Schleifen und Schweißen – das und noch allerhand mehr an Bearbeitungs- und Fügetechniken steht bei MIM in Höchst täglich auf dem Programm. Das 1990 von Dieter Hübner (48) gegründete Unternehmen gilt nicht nur als Spezialist für die Instandsetzung und Wartung von Maschinen und Motoren aller Gattungen, sondern inzwischen auch als gefragter Hersteller stählerner Komponenten für den Anlagenbau. Mit anderen Worten: Hier wird sowohl demontiert, repariert und montiert als auch produziert (und manchmal sogar konstruiert).

MIM setzt marode Getriebe instand, demontiert komplette Fertigungshallen, versetzt tonnenschwere Hydraulik-Pressen, installiert Schwerlast-Krananlagen, übernimmt die Aufstellung großer Transformatoren, hilft bei der Montage von Extrudern oder modernisiert veraltete Förderanlagen – und das ist bei weitem noch nicht alles! Gleichzeitig baut das Unternehmen Kesselhäuser, Maschinengestelle, Brückenträger, Stahlbühnen oder Wand- und Dachverkleidungen – und auch diese Aufzählung ist alles andere als vollständig. „Bei Wartungsarbeiten und Instandsetzungen haben wir uns im Laufe der letzten Jahre soviel Know-how angeeignet, dass wir heute ohne Probleme auch hochwertige Neukonstruktionen aus Stahl und Edelstahl realisieren können“, berichtet Firmenchef Dieter Hübner nicht ohne Stolz.

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Ein ständiger Begleiter Hübners und seiner (De-)Montageteams – die übrigens mittlerweile rund um den Globus im Einsatz sind – ist das Multifunktionsöl WD-40. „Das nutzen wir nicht nur für die Wartung unserer eigenen Maschinen und Werkzeuge, sondern vor allem im Rahmen der zahlreichen Reparaturarbeiten. Wann immer festsitzende Verbindungen zu lösen, schwergängige Elemente instand zu setzen, verschmutzte Bauteile zu säubern oder angerostete Flächen zu reinigen sind, wenden wir das Mittel an“, berichtet Hübner. Dabei schüttelt er eine der vielen Spraydosen, die überall in seiner Fertigungshalle herumstehen.

Frei von Silikon, Harz und Teflon

Das Multifunktionsöl WD40 ist seit mehr als 50 Jahren auf dem Markt. In Industrie und Handwerk wird es auf ganz unterschiedliche Weise eingesetzt – sowohl als Rostlöser und Kontaktspray als auch als Schmiermittel, Reiniger oder Korrosionsschutzmittel. Das in verschiedenen Gebinden lieferbare und bei MIM meist als 450-Milliliter-Aerosolspray mit ausklappbarem Sprühröhrchen (dem so genannten Smart Straw) verwendete Öl ist frei von Silikon, Harzen und Teflon. Laut Hersteller, der US-amerikanischen WD-40 Company, löst es festsitzenden Schmutz und verharzte Fettreste, reinigt Flächen oder schmiert Scharniere und quietschende Räder. Außerdem eignet es sich zum Entfernen von Kleberesten und Oberflächenrost. Das Multifunktionsöl macht seiner Bezeichnung also alle Ehre. Und irgendwie weiß auch Firmenchef Hübner nicht so recht, an welcher Stelle er seine Aufzählung von WD40-Anwendungen beenden soll. „Wir lösen damit eigentlich alles, was klemmt“, sagt er schließlich. Und selbst nach mehrmaligem Nach- und Hinterfragen weiß der ausgebildete Schlossermeister die Vielseitigkeit des Mittels nur zu bestätigen. Sogar hinsichtlich des Korrosionsschutzes – der übrigens auf sandgestrahlten Stahlblechen bei mindestens 1.000 Stunden (nach US-Norm JAN-H-792) liegt. „Lediglich für das Finishing fertiger Oberflächen verwenden wir ein anderes, spezielles Reinigungsmittel namens 3-In-One Professionell aus der Spraydose“, ergänzt Hübner. Das ist allerdings ein weiteres Produkt aus dem Sortiment der WD40-Company.

Top secret: Was drin ist

Wer die multifunktionale Wirksamkeit des Wasser verdrängenden Spezialöls mit der Frage nach seiner inhaltlichen Zusammensetzung zu ergründen sucht, der kommt freilich nicht allzu weit. Denn die wird vom Hersteller nach wie vor streng geheim gehalten. Wie es heißt, haben lediglich zwei Personen haben Zugang zu der seit 50 Jahren nahezu unverändert gebliebenen Formel. Bekannt ist aber, dass WD-40 weder Silikon oder Wasser, noch Wachs, noch Graphit enthält. Auch andere Chemikalien, die als Krebs erregend einzustufen sind, gehören laut Hersteller nicht zu den Inhaltsstoffen. Michael Stöcker

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