Drehmomentschlüssel

Sicher in sensiblen Zonen

Die Montage einer Druckmaschine ist eine komplexe Angelegenheit, bei der es auf hohe Präzision ankommt. Welche Bedeutung dabei der Einsatz moderner Werkzeuge hat, das zeigte sich bei der Aufstellung einer neuen Fünf-Farben-Druckmaschine in der Remscheider Druckerei Paffrath. Der elektromechanische Drehmomentschlüssel von Stahlwille spielte hier eine zentrale Rolle.

Erfordert ein definiertes Drehmoment: Spannungsjustage der Gummituch-Zylinder einer Fünf-Farben- Druckmaschine.

Rolf Brocks hat die Messlatte hoch gelegt. Mit seinen 51 Mitarbeitern will der geschäftsführende Gesellschafter von Paffrath Print & Medien 15 bis 20 Prozent Umsatzzuwachs erzielen. Der Modernisierung des Maschinenparks mit Bogenoffsetmaschinen von Heidelberger Druckmaschinen fällt dabei große Bedeutung zu. Heute laufen drei Mehrfarben-Druckmaschinen im Drei-Schicht-Betrieb. Die bisherige Fünf-Farben-Maschine ist bereits abgeschrieben und wird durch eine neue, leistungsstärkere Speedmaster CD 102-5+L ersetzt. „Die Ansprüche unserer Kunden sind vor allem bei der Papierveredelung gestiegen. Deshalb ist die neue Speedmaster mit einem Lackwerk ausgestattet, das unsere Leistungen beim Finishing erweitert und verbessert“, erklärt Brocks.

Die neue Kartondruckmaschine wurde auf sechs Sattelschleppern angeliefert: fünf Druckwerke, ein Lackwerk plus An- und Ausleger. Die Einzelteile werden von der Heidelberger Druckmaschinen AG bis ins Detail vorgefertigt und dann vor Ort beim Kunden montiert. Die etwa dreiwöchige Montage beginnt mit dem Druckwerk 1; daran schließt sich ein Druckwerk nach dem anderen an. Nach dem fünften Druckwerk – zuständig für Sonderfarben – folgen das Lackwerk und zum Schluss die An- und Ausleger. Sämtliche Module müssen untereinander so verschraubt werden, dass keinerlei Schwingungen zwischen ihnen auftreten können.

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Kontrollierter Schraubenanzug

Weil die Schwingungsfreiheit für einen einwandfreien Druckprozess unverzichtbar ist, gehören die Schraubverbindungen bei der Montage stets zu den sensiblen Zonen. Sie müssen den Betriebskräften dieser über 40 Tonnen schweren Druckmaschine gewachsen sein.

Die einzelnen Teile der Druckmaschine werden mit insgesamt 14 Schraubverbindungen miteinander verkoppelt. Außerdem verfügt jedes Druckwerk über mehrere Zahnräder zum Antrieb der Zylinder, die jeweils mit sechs bis zehn Schrauben befestigt werden. Servicetechniker Thomas Heinicke verfügt zwar über langjähriges Know-how bei der Montage von Druckmaschinen; an dieser Stelle jedoch verlässt er sich nicht allein auf seine praktische Erfahrung. Deshalb verwendet er den elektromechanischen Drehmomentschlüssel 730D des namhaften Wuppertaler Werkzeugspezialisten Stahlwille, um das definierte Drehmoment von 78 Nm aufzubringen. Mit diesem schlanken Werkzeug könnte er bei Bedarf bis zu 7.500 ermittelte Werte problemlos abspeichern und zwecks späterer Dokumentation oder Qualitätssicherung auf einen Computer übertragen. Servicemann Heinicke schätzt die Elektronik im Werkzeug, „weil sie wesentlich präziser arbeitet als die Mechanik von mechanischen Drehmomentschlüsseln. Sollte ich Schrauben zu fest oder nicht fest genug anziehen, könnten im schlimmsten Fall die Zahnräder zerstört werden. Das bedeutet meist das Aus für die Druckmaschine.“

Einer von den vier Zylindern eines jeden Druckwerkes ist der Gummituchzylinder. Er ist mit einem kompressiblen Gummituch umspannt, welches das Bild auf den Druckbogen überträgt. Auch dieses Gummituch muss mit einem genau definierten Drehmoment angezogen werden, um einen passgenauen und sauberen Druck sicherzustellen. Bei der Montage der neuen Speedmaster stellt der Servicetechniker ein Drehmoment von 70 Nm auf dem Drehmomentschlüssel von Stahlwille ein und zieht dann das Gummituch an, bis der allseits bekannte Klick ertönt. In der Regel ist die anfängliche Einstellung der Gummitücher für einen reibungslosen Mehrfarbendruck ausreichend. Zum Service der Heidelberger Druckmaschinen AG gehört aber pro Jahr die ein- bis zweimalige Wartung der Druckmaschinen. Dabei überprüfen die Servicetechniker immer auch die Spannung der Gummitücher und stellen sie bei Bedarf entsprechend nach.

Die Sache mit den Gummitüchern

Anders verhält sich die Sache mit den Gummitüchern beim Lackwerk, das für das Finishing zuständig ist. Aufgrund unterschiedlicher Aufgaben wie beispielsweise Stanzen, Perforieren, Prägen oder Lackieren müssen die Gummitücher – je nach Auftrag – manchmal täglich mehrfach gewechselt werden. Das übernehmen dann die Paffrath-Drucker selbst. ms

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