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Artikel und Hintergründe zum Thema

Spezialschmierstoffe und Schmierstoff-Services

Tribologisch gut beraten

Mit verschiedenen Serviceleistungen unterstützt der Schmierstoffspezialist Klüber Lubrication die Betreiber von Maschinen und Anlagen dabei, die Energieeinspar-Potentiale der in ihren Prozessen eingesetzten tribologischen Systeme zu erfassen und transparent zu machen. Wie SCOPE-Redakteur Michael Stöcker erfuhr, kann das zu Einsparungen in stattlicher Höhe führen.
Im Einsatz der richtigen Schmierstoffe steckt vielerorts ein hohes Energieeinspar-Potential.

Fast alle Betreiber produzierender Anlagen vereint der Kampf gegen zu hohen Energieverbrauch und Verschleiß. Mit Hilfe ihrer Instandhalter und Qualitätsmanager suchen sie eifrig nach Möglichkeiten, beides zu reduzieren. Große Aufmerksamkeit widmen viele dabei dem Schmierstoffeinsatz. Allerdings tun sich viele Anlagen- und Maschinenbetreiber mitunter schwer, treffsicher zu erkennen, an welchen Stellen in ihren Prozessen tatsächlich Potential zur Erhöhung der Energieeffizienz und zur Verbesserung der Produktionseffizienz vorhanden ist. Deshalb hat der Schmierstoffspezialist Klüber Lubrication ein Serviceangebot entwickelt, das es ermöglicht, die tribologischen Optimierungspotentiale zu erkennen und sie dann auch systematisch zu realisieren.

Wie das konkret aussehen kann, dokumentiert ein aktuelles Fallbeispiel aus der energieintensiven Zementindustrie: Der Energieverbrauch und die Wartung von Druckluftkompressoren machen hier einen wesentlichen Teil der Betriebskosten aus. Durch die Umstellung auf ein hocheffizientes synthetisches Kompressorenöl können jedoch die Energieeffizienz gesteigert und die Wartungsintervalle verlängert werden. Als nun kürzlich einer der führenden Zementhersteller die Effizienz seiner öleingespritzten Schraubenkompressoren erhöhen wollte, zog er Klüber Lubrication beratend hinzu.

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Für Kompressoren dieser Bauart werden üblicherweise mineralölbasierte Schmierstoffe eingesetzt. Die auf den ersten Blick günstigen Anschaffungskosten dieser herkömmlichen Produkte werden jedoch dadurch relativiert, dass sie im Vergleich zu modernen synthetischen Spezialschmierstoffen einen hohen Wartungsaufwand erfordern und zudem in großen Mengen verwendet werden müssen, um die gewünschte Schmierleistung zu erzielen.

Im vorliegenden Fall wurde ein Mineralöl verwendet, dessen Ölwechselintervalle bei 4.000 Stunden lagen. Nach einer genauen Analyse des Equipments empfahlen die Experten von Klüber Lubrication die Umstellung auf ein Druckluftkompressorenöl auf Basis eines synthetischen Kohlenwasserstoffgemischs. Dadurch ließen sich die Ölwechselintervalle auf bis zu 10.000 Betriebsstunden verlängern. Das Öl zeichnet sich durch eine hohe Verdampfungsstabilität aus, was für saubere Druckluft, reduzierte Reinigungskosten und die Vermeidung ungeplanter Ausfälle durch Verharzung sorgt. Durch die geringe Bildung von Oxidationsrückständen können Ölfilter- und Ölabscheiderstandzeiten verlängert und dadurch die Instandhaltungskosten reduziert werden.

Bei dem betroffenen Zementhersteller wurden in einem ersten Schritt über einen definierten Zeitraum zunächst Vergleichstests durchgeführt. Dabei wurden einige ausgewählte Kompressoren zunächst mit einem mineralölbasierten Schmierstoff betrieben und dabei die Betriebstemperatur, der Energieverbrauch und der Schmierstoffverbrauch gemessen. Nach zwei Monaten Betriebsdauer wurden die Kompressoren gereinigt und anschließend über den gleichen Zeitraum mit dem neuen Hochleistungsöl betrieben.

Die Analyse der Vergleichsmessungen ergab eine deutliche Zunahme der Effizienz der Kompressoren. Die Betriebstemperatur konnte von zuvor 96°C auf 86°C gesenkt werden. Trotz der höheren Anschaffungskosten für das synthetische Öl kann die absolute Kostenreduzierung aufgrund von Einsparungen bei den Energiekosten, längeren Standzeiten der Ölfilter, reduziertem Schmierstoffverbrauch und geringerem Wartungsaufwand mit jährlich 2.000 Euro pro Kompressor beziffert werden. Bei den zirka 50 Kompressoren in dem betroffenen Werk beläuft sich die jährliche Gesamteinsparung somit auf rund eine Million Euro. Das lässt aufhorchen!

Wenn dabei derart hohe Einsparungen erzielt werden, hat das freilich seine guten (Hinter-)Gründe: Um optimale Wirkungsgrade zu erreichen, berücksichtigen Tribologen bei der Entwicklung von Spezialschmierstoffen nicht nur die Materialien der jeweiligen Reibpartner, sondern immer auch die Umgebungsbedingungen, unter denen das Bauteil in der Praxis funktionieren muss. Dabei spielen zum Beispiel sehr hohe oder sehr tiefe Temperaturen und weitere Einflussfaktoren wie Druckbelastung, Rotationsgeschwindigkeit oder Feuchtigkeit eine wesentliche Rolle.

Auch die Auswahl der jeweiligen Additive entscheiden mit über die spezifischen Eigenschaften des Spezialschmierstoffes.

Das Servicepaket von Klüber Lubrication umfasst unter dem Dachkonzept Klüber Efficiency Support unter anderem die zwei Servicebausteine Klüber Energy und Klüber Maintain, die alle Beratungsleistungen rund um Energieeffizienz und Instandhaltung bündeln. Dazu gehören zudem das kontinuierliche Überprüfen des Zustandes von Schmierung und Schmierstoff sowie ergänzende Serviceleistungen zur Verlängerung der Lebensdauer von Maschinen und Bauteilen.

Einer ersten Beratung voraus geht bei Klüber stets eine umfassende Untersuchung aller relevanten Einflussfaktoren. Die gewonnen Ergebnisse fließen dann ein in einen Report, der einen Überblick über die relevanten Kennwerte wie etwa die Kosteneinsparung, die CO

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-Bilanz und den Energieverbrauch gibt. Da sich die Ergebnisse auch auf ähnliche Anwendungen im Unternehmen übertragen lassen, können sich Einsparungen schnell multiplizieren. Unterm Strich lässt sich ablesen, wie die Reduzierung des Energieverbrauchs der Umwelt zu Gute kommt und für eine nachhaltige Senkung der Betriebskosten sorgt.

Zu den Instandhaltungs-Services von Klüber Lubrication gehört die professionelle Erstellung eines Betriebsschmierplans für alle Schmierstellen im Betrieb. Das umfasst nicht nur die Identifikation der idealen Wartungsintervalle, sondern auch die Vermeidung von Über- oder Unterschmierung durch den Einsatz richtig dosierter Schmierstoffmengen und die passende Applikationsmethode für die jeweilige Schmierstelle. Gerade bei einer hohen Kapazitätsauslastung der Produktion kann der Instandhaltungs-Service entscheidend dazu beitragen, teure Maschinenausfälle sowie Stillstandzeiten während der Wartung zu vermeiden. ms

Schmierstoffe nach Maß

Klüber Lubrication wurde 1929 in München gegründet und zählt heute zu den weltweit führenden Herstellern von Spezialschmierstoffen. Das Unternehmen bietet tribologische High-End-Lösungen für fast alle Branchen, wobei die Produkte überwiegend nach Kundenanforderungen entwickelt und hergestellt werden. Das Unternehmen verfügt über alle gängigen Zertifizierungen und ein in der Schmierstoffindustrie nahezu einzigartiges Prüffeld. Klüber Lubrication beschäftigt derzeit rund 2.000 Mitarbeiter in über 30 Ländern und gehört zur Freudenberg Chemical Specialities SE & Co. KG, einem Teilkonzern der Freudenberg-Gruppe.

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