Tool-Management-Systeme

Schubladendenken statt Vorratshaltung

Die Diskrepanz zwischen ausgegebenen und tatsächlich verbrauchten Wendeschneidplatten war hoch bei Röhm. Hinzu kamen langwierige Abläufe zur Ausgabe von Wendeschneidplatten und Schleifmitteln, die der Spannmittelhersteller mithilfe eines Werkzeugausgabesystem automatisieren wollte. Inwiefern das Tool-Management-System Garant Tool24 Smartline der Hoffmann Group dabei geholfen hat, zeigt ein aktueller Blick in die Werkshalle.

Dass ein etabliertes System nicht immer unbedingt die beste Lösung ist, zeigt ein Beispiel bei der Röhm GmbH. Der Spannmittelhersteller aus Sontheim an der Brenz zeigt sich flexibel, geht es um die Anpassung an neue Marktanforderungen oder um die Modernisierung bestehender Produktionsprozesse. So wurde im Jahr 2014 die Werkzeugausgabe für Wendeschneidplatten und Schleifmittel durch das Werkzeugausgabesystem Garant Tool24 Smartline der Hoffmann Group automatisiert. Vor dessen Einführung betrieb Röhm eine Werkzeugausgabe im klassischen Sinn. Um Werkzeuge an einer Ausgabestelle abzuholen, mussten die Mitarbeiter einen Lagerentnahmeschein ausfüllen und die Unterschrift der Vorgesetzten einholen.

„Unser Werkzeugausgabeprozess war relativ aufwändig“, erklärt Fabian Baur, Product Manager bei Röhm. „Hinzu kam, dass die beiden Ausgabestellen nur zu bestimmten Zeiten geöffnet waren. Da drohten immer wieder Engpässe.“ Um auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten genügend Wendeschneidplatten und Schleifmittel zur Verfügung zu haben, mussten die Mitarbeiter ihren Bedarf planen. Viele legten sich dazu einen kleinen Vorrat am Arbeitsplatz an. Vor allem die Versorgung der Frühschicht zum Wochenstart gestaltete sich problematisch, denn diese beginnt bereits am Sonntagabend. Auch die sporadisch anfallenden Samstagsschichten waren immer wieder eine Herausforderung. Röhm beschloss deshalb, ein Werkzeugausgabesystem einzuführen.

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Die Mitarbeiter können sich bequem per Scan ihrer Identifikationskarte am System anmelden.

„Wir wollten ein System, das wir nach unseren Vorstellungen anpassen und erweitern können“, fasst Baur die Anforderungen zusammen. „Außerdem sollte es problemlos rund um die Uhr laufen können und verschiedene Schubladengrößen haben, damit der verfügbare Raum gut ausgenutzt werden kann.“ Die Lösung fand Röhm schließlich bei einem langjährigen Geschäftspartner im Werkzeugbereich: der Hoffmann Group. Diese hatte ihr neues Ausgabeautomatensystem Garant Tool24 Smartline damals gerade neu auf den Markt gebracht. Das Tool-Management-System überzeugte nicht nur durch schickes Design und den modularen Aufbau, sondern auch durch eine ausgereifte und umfangreiche Software sowie ein sehr gutes Nutzen-Leistungs-Verhältnis. „Es wurden zunächst drei Garant Tool24 Smartline Schränke für die Ausgabe von Wendeschneidplatten kombiniert und an einem leicht zugänglichen, zentralen Ort in der Werkshalle aufgestellt“, erzählt Markus Schneider, Meister im Segment 5, Projekte, bei Röhm. „So wissen die Mitarbeiter genau, wo sie ihre Werkzeuge bekommen. Und weil das so praktisch ist, wurde letztes Jahr ein vierter Schrank für Schleifmittel integriert.“

Wichtig war für Röhm zudem eine Standardschnittstelle zu SAP, damit Entnahmen, Befüllungen und Korrekturbuchungen stets sauber erfasst sind und der Bedarf genau geplant werden kann. Bei Röhm schickt das Tool-Management-System eine Meldung an SAP, sobald der für ein bestimmtes Werkzeug vorgegebene Mindestbestand unterschritten wird. SAP erzeugt dann eine Bestellung und leitet diese nach Freigabe durch den Einkäufer an den entsprechenden Lieferanten weiter. Das ist sehr effizient, und Röhm hat nicht nur alle Daten im System, sondern auch immer die erforderliche Anzahl an Wendeschneidplatten und Schleifmitteln im Haus. Außerdem lässt sich genau auswerten, wie der tatsächliche Umschlag bei den verschiedenen Artikeln aussieht, um den Lagerbestand weiter zu optimieren.

Bei der Einführung des Systems standen die Projektverantwortlichen stets in engem Kontakt mit der Hoffmann Group. „Das System lässt sich einfach per Plug & Play implementieren. Weil wir aber ein sehr detailliertes Konzept ausgearbeitet hatten und zahlreiche Anpassungen vornehmen wollten, haben wir den Support der Hoffmann Group ausgiebig in Anspruch genommen. Das hat super geklappt“, erinnert sich Baur. „Insgesamt dauerte die Implementierung rund sechs Monate. Doch der Aufwand hat sich gelohnt, denn seither läuft alles extrem rund.“

Markus Schneider, Meister im Segment 5, Projekte (l.), und Fabian Baur, Product Manager (r.), beide bei Röhm.

750 Artikel eingelagert
Inzwischen hat Röhm 750 Artikel unterschiedlicher Lieferanten in Garant Tool24 Smartline eingelagert. Nachdem sich die Mitarbeiter mit ihrer Identifikationskarte per Scan am System angemeldet haben, sehen sie das Produktbild, den Produktnamen, die Normbezeichnung und den Produktpreis. „Dadurch, dass die Mitarbeiter die Preise kennen, gehen sie bewusster mit den Werkzeugen um“, hat Schneider beobachtet. „Es werden seither gezielt die für einen bestimmten Prozess günstigeren Werkzeuge gewählt, und die Werkzeuge werden länger benutzt.“ Entnimmt ein Mitarbeiter dennoch einmal ein unpassendes Werkzeug, kann er es zurücklegen und selbst die Korrekturbuchung vornehmen. Garant Tool24 Smartline ist so programmiert, dass nach der Anmeldung am System die Entnahme automatisch auf die dem Arbeitsplatz des jeweiligen Mitarbeiters zugehörige Kostenstelle gebucht wird. Lediglich die Maschineneinrichter machen eine Ausnahme: Sie geben die Kostenstelle des Arbeitsplatzes an. Auf diese Weise lassen sich die Werkzeugkosten und Verbräuche den einzelnen Abteilungen zuweisen, um eine genaue Verrechnung zu ermöglichen. 

„Das System ist einfach zu bedienen, aber für unsere Mitarbeiter bedeutete die Einführung eine Umstellung“, so Baur. „Wir haben die Mitarbeiter deshalb in Kleingruppen eingeteilt und zwei Wochen lang jeden Morgen zwei Gruppen rund 30 Minuten lang trainiert.“ Auch Schneider sieht in der ausführlichen Einarbeitung der Mitarbeiter einen wichtigen Erfolgsfaktor: „Dadurch konnten sich die Mitarbeiter mit den Funktionalitäten vertraut machen und wichtige Fragen gleich vor Ort klären. Das hat zu einer sehr schnellen und breiten Akzeptanz geführt.“

Seit der Einführung hat sich der Bedarf an Wendeschneidplatten und Schleifmitteln an den Arbeitsplätzen halbiert. Insgesamt wurden seit Sommer 2014 rund 10.500 Entnahmen registriert – oder etwa 15 Entnahmen pro Tag. Die automatisierte Werkzeugausgabe läuft zuverlässig an sieben Tagen in der Woche und ist absolut wartungsfrei. Auch die Wegezeiten haben sich verkürzt, denn Garant Tool24 Smartline steht zentral in der Werkshalle. Obwohl die Mitarbeiter heute öfters zur Werkzeugausgabe gehen, ist die Effizienz gestiegen, weil sich Werkzeuge ungefähr dreimal so schnell beschaffen lassen. „Weil Tool24 Smartline so praktisch ist, überlegt Röhm, künftig auch Gewindebohrer oder ähnliche Werkzeuge darüber zu verwalten. Bei Bedarf lässt sich das System ja einfach erweitern“, erklärt Schneider. Und Baur fügt abschließend hinzu: „Wir sind von Garant Tool24 Smartline überzeugt und würden das System auf jeden Fall weiterempfehlen.“ cs

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