Rohrsystem-Fundament

Auf leisen Sohlen

Wenn Offshore-Windengergieanlagen (OWEA) durch das Einrammen von Pfählen gegründet werden, ist das immer auch mit Lärm verbunden. Für die Tierwelt stellt dies eine erhebliche Belastung dar. Der Grenzwert, der von den Genehmigungsbehörden festgelegt wird, liegt in Deutschland bei 160 Dezibel - das ist lauter als ein startender Düsenjet! Dies einzuhalten ist heute selbst mit erheblichem technischen Aufwand nicht immer möglich.

Durch die neue Rohrsystemlösung Preon Marine von Vallourec & Mannesmann Tubes verringert sich die Lärmbelastung immerhin auf etwa 75 Dezibel, vergleichbar mit einer Fahrradklingel. Gegenüber Schwerkraftfundamenten, die fußballfeldgroße Flächen verbrauchen, wird zudem ein wesentlich geringeres Areal benötigt. Das ist nicht nur umweltverträglicher als die bisherigen Möglichkeiten, sondern eröffnet durch schnelle und kostengünstige Installation wirtschaftlich neue Perspektiven. Unternehmen können mit der neuen Lösung Gebiete in der Nord- und Ostsee erschließen, die selbst den strengen deutschen Regelungen unterliegen. Gut möglich, dass diese Entwicklung „einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende in Deutschland leisten wird“, wie es Andreas Denker, Managing Director der Industry Division von Vallourec, formuliert.

Ob Jacket, Tripod oder Tripile – bisher ruhte jede Konstruktion zur Verankerung der Offshore-Windenergieanlagen auf einem oder wenigen Pfählen, die mit etwa 3.000 Hammerschlägen bis zu 60 Meter tief in den Meeresboden gerammt wurden. Das sicherte den festen Stand. Die neue zum Patent angemeldete Rohrsystemlösung von Vallourec & Mannesmann Tubes verteilt die aufzunehmenden Lasten der OWEA anders: Die Tragwerkskonstruktion aus nahtlosen Stahlbau-Hohlprofilen hat eine polygonale Grundfläche. Pro Ecke werden bis zu drei Verpresspfähle aus Stahl in den Meeresboden gebohrt und verankert. Durch die konstruktive Struktur reicht es aus, die mit einem Gewinde versehenen Verpresspfähle nur etwa 20 Meter tief in den Boden einzubringen. Gegenüber Rammpfählen haben die Verpresspfähle einen deutlich geringeren Außendurchmesser. So lässt sich mit weit weniger Kraft, sehr viel leiser, mit wesentlich weniger Materialeinsatz und deutlich schneller ein tragendes Fundament errichten.

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Die Lösung kann dazu beitragen, die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Bis 2050 soll Windkraft die Hälfte des benötigten Stroms in Deutschland erzeugen. Dafür will die Bundesregierung die Kapazitäten On- und Offshore von heute 25 auf 85 Gigawatt erhöhen. ms

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