Neue Werkzeuge

Iscar will Fräs- und Bohr-Spezialist werden

„Nach einem Spitzenjahr 2014 mit über 10 % Umsatzwachstum konnten wir in den ersten sechs Monaten 2015 um 6 % zulegen”, berichtet Hans-Jürgen Büchner. Für das Gesamtjahr erwartet der Iscar-Geschäftsführer noch ein Plus von 5 %. Damit würde Iscar über der VDMA-Prognose von 3 % liegen. Die größten Wachstumsmöglichkeiten sieht Büchner beim Fräsen und Bohren.

Die Variante Isoturn R3M erzielt beim Schruppen von Stahl sehr gute Bearbeitungsergebnisse.

Im ersten Halbjahr 2015 hat vor allem der Direktvertrieb das Iscar-Geschäft beflügelt. Büchner: „Die Direktkunden steigerten den Absatz um 5% und sind mit einem Anteil von 67 % der wichtigste Vertriebskanal. Die Sparten Werkzeugmaschinenhersteller und Automobil wuchsen dabei um insgesamt 8 % und machen damit nun 12 % unseres Umsatzes aus.“

Iscar-Geschäftsführer Hans-Jürgen Büchner: „Viele sehen uns als Spezialist fürs Stechen – spätestens in drei Jahren wollen wir als Fräs und Bohr-Company wahrgenommen werden. Daran arbeiten wir hart. Und niemand hat so ein breites Angebot im Fräsen wie wir.“

Demgegenüber stagnierte der Absatz über die Iscar-Handelshäuser und ging damit, gemessen am Gesamtumsatz, auf 21% zurück. „Unser Ziel ist es, den Anteil der Handelshäuser wieder auf 30 % zu steigern“, verkündet Büchner. Dazu will er sie systematisch zu Werkzeugspezialisten weiterbilden, die nicht nur Standardwerkzeuge verkaufen, sondern die Kunden auch bei den stark nachgefragten Sonderlösungen kompetent beraten können. Hier habe Iscar Germany sehr hohes Know-How, denn die Sonderwerkzeuge werden in Ettlingen produziert.

Domäne von Iscar ist nach wie vor das Stechen und Drehen – mit Schwerpunkt Stechen. Hier ist Iscar Weltmarkt- und auch in Deutschland Marktführer. Der Anteil von Drehen und Stechen am Gesamtumsatz liegt bei 58%, das Wachstum im 1. Halbjahr allerdings bei 2%. Hans-Jürgen Büchner: „Das Potential im Stechen nimmt ab, denn viele solche Arbeiten werden ins Ausland verlagert. Das Drehen bietet uns dagegen noch sehr viel Potential, hier sind wir sehr spät eingestiegen.“

Anzeige

Die größten Wachstumsmöglichkeiten sieht Büchner aber beim Fräsen und Bohren. Das Fräsen, das bei Iscar ein Viertel des Umsatzes erreicht hat, wuchs um 4%, während Bohren um 17% zulegen konnte bei einem Umsatzanteil von 13%. „Den Fokus legen wir dabei auf Fräsen und Bohren mit Wechselkopftechnologie“, erläutert Büchner.

Modulare Wechselkopfsysteme sind seiner Meinung nach die zukunftsweisende Werkzeuglösung für wirtschaftliche Fräs- und Bohrprozesse auf höchstem Leistungsniveau. Im Bereich Bohren untermauerte Iscar bereits vor 15 Jahren mit der Einführung des Chamdrill-Wechselkopfbohrsystems das Potential von modularen Bohrwerkzeugen ohne jegliche Klemmschrauben. Heute verfügt der Anbieter über eine umfangreiche Produktpalette mit weit über 1500 Bohrkopf- und Bohrkörpervarianten im Durchmesserbereich 6 - 32,9 mm.

Mit dem neuen Wechselkopfbohrsystem Cham IQ Drill erhält der Endanwender ab sofort umfangreiche Handlings-, Produktivitäts- und Qualitätsvorteile für den Bohrungsbereich 33 - 40 mm. Das revolutionäre Bohrkopf-Klemmsystem ist das weltweit erste seiner Art und ermöglicht eine einfache und sichere Handhabung ohne jegliche Ersatzteile. Die Klemmkraft wird ausschließlich im V-förmigen Hartmetallstift aufgebaut und garantiert im Zusammenspiel mit den großen Anschlagflächen eine bisher unerreichte Prozesssicherheit bei unregelmäßigen Schnittkräften, welche z.B. bei Anbohrprozessen auf schrägen Flächen entstehen.

Die ebenfalls neu entwickelte konkave HFP-IQ-Schneidengeometrie beinhaltet eine revolutionäre Querschneidenausführung und reduziert sowohl Axialkräfte als auch Drehmomentwerte während des Anbohrvorgangs. Resultat aller Geometrieoptimierungen ist eine signifikant verbesserte Eigenzentrierfähigkeit, wodurch Bohrtiefen bis 400 mm ohne jegliche Pilotbohrungen realisiert werden können.

Hans-Jürgen Büchner: „Viele sehen uns als Spezialist fürs Stechen – spätestens in drei Jahren wollen wir als Fräs und Bohr-Company wahrgenommen werden. Daran arbeiten wir hart. Und niemand hat so ein breites Angebot im Fräsen wie wir.“

Um das zu untermauern, hat Iscar Im Bereich Fräsen u.a. seine Produktfamilie Helitang T490 erweitert: Neben den vielfach bewährten Schneiden für das Hochleistungs-Fräsen steht nun eine zusätzliche Wendeschneidplatte mit Kantenlänge elf Millimeter zur Verfügung. Für den Anwender erhöht sich damit die Flexibilität in der präzisen und wirtschaftlichen Bearbeitung vieler Werkstückgrößen und Materialien.

Die neue Wendeschneidplatte schließt die Lücke zwischen den Größen acht und 13 Millimeter. Sie besitzt vier rechte Hauptschneiden mit positivem Spanwinkel für einen effektiven Spanfluss und eine sehr gute Wärmeableitung. Außerdem gestattet sie das präzise Konturenfräsen mit 90-Grad-Schultern bei gleichzeitiger Verminderung der Schnittkräfte. Die neue Variante ermöglicht Schnitttiefen bis maximal neun Millimeter und durch die ausgeprägten Nebenschneiden werden sehr hohe Oberflächenqualitäten erreicht. Die Wendeschneidplatten eignen sich für die allgemeine Stahl- und Gussbearbeitung sowie für die Schlichtbearbeitung von austenitischen und hoch hitzebeständigen Stählen. Darüber hinaus punkten sie durch Ihre Stabilität, welche eine hohe Produktivität in der Massenfertigung ermöglicht bei gleichzeitig maximaler Prozesssicherheit.

Die Werkzeuge der Produktfamilie Helitang T490 für tangential eingebettete Schneidplatten werden als Schaftfräser, Wendelschaftfräser und Planeckfräser angeboten. Alle Werkzeuge sind zudem mit innerer Kühlmittelzufuhr ausgestattet. Dadurch gelangt das Medium direkt an die Bearbeitungsstelle und erzielt optimale Kühlergebnisse. Dies erhöht die Standzeit des Werkzeugs deutlich und sorgt außerdem für mehr Prozesssicherheit.

Hans-Jürgen Büchner: „Wir haben ein komplettes Angebot für alle Zerspanungsaufgaben. Für unsere Wachstumsstrategie müssen wir das aber noch bekannter machen. Wir fokussieren uns auf das Fräsen und Bohren mit der Wechselkopftechnologie. Unser Ziel ist es, in drei Jahren mit dem Fräsen einen Umsatzanteil von 30 Prozent und beim Bohren von 20 Prozent zu erreichen. Eine Voraussetzung dafür sind neue Produkte.“

Und Erich Timons, Technischer Leiter bei Iscar, ergänzt: „40% unseres Umsatze machen wir mit Produkten, die es vor fünf Jahren noch nicht gab.“

So stellten die Ettlinger als weitere Neu- oder Weiterentwicklungen den neuen Planfräser Dove IQ Mill 845 vor, der mit optimierter Schneidengeometrie für bestmöglichen Spanbruch sorgt und erweiterte die Produktfamilie der Schneideinsätze Penta IQ Grip um fünfschneidige, 2 mm breite Varianten für Stangen und Rohre bis 22 und 32 mm Durchmesser. Die Wiper-Planfasen verfügen nun über schraubensichernde Einbettung im Plattensitz und ermöglichen hochwertige Oberflächen. Beim Drehen sorgen neue Spanformer für die Isoturn-WSP-Reihe für bessere Ergebnisse und Deca IQ Thread verfügt nun über eine Reihe tangential geklemmter Schneideinsätze zum Gewindedrehen mit zehn nutzbaren Schneiden.

Erich Timons kommentiert die Neuheiten: „Manchmal haben wir den Eindruck, Teile des Wettbewerbs haben die eigene Entwicklung eingestellt und kopieren einfach nur noch von uns. Wir haben mehr als 20 mehr oder weniger schlechte Kopien unserer Produkte bisher im Markt entdeckt, und das von sehr namhaften Wettbewerben." hs

Haben wir Sie neugierig gemacht? Bilder der neuen Iscar-Produkte finden Sie hier.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

EMO Hannover 2019

Die Zukunft ist digital

Die EMO Hannover geht konsequent den Weg in eine vernetzte Zukunft. Neben den Trendthemen wie die intelligente Vernetzung der Fabrik, Digitalisierung und Cybersecurity spielen aber auch Dauerbrenner wie Ressourceneffizienz und...

mehr...

Drehwerkzeuge

Big Kaiser erweitert Angebot

Auf Wunsch von Anwendern hat Big Kaiser sein Angebot an Drehwerkzeugen um neue Größen und Wendeschneidplatten erweitert. Neu dabei sind die C4- und C8-Größenverlängerungen, ein Typ-F-Drehhalter sowie einige Wendeschneidplatten.

mehr...
Anzeige
Anzeige

Drehtechnik

Bearbeitung von Miniaturbauteilen

Hahn+Kolb bietet für die Dreh-Bearbeitung komplexer kleinster Bauteile das Miniaturausdrehprogramm Atorn mit ISO-Wendeschneidplatten an. Die Serie umfasst Bohrstangen und Halter aus Stahl und Vollhartmetall für Ausdrehtiefen von jeweils bis zu 3×D...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

High Feed Turning

Hartdrehen mit HFT

Da beim Hartdrehen immer höhere Produktivität gefordert wird, hat Sumitomo das HFT-System (High Feed Turning) für das Hochvorschubdrehen entwickelt, das die Bearbeitungszeiten um den Faktor 6 bis 10 kürzen kann und auf der Intec gezeigt wird.

mehr...