Interview mit Chris Metzler

Gedore: "Werkzeuge müssen immer intelligenter werden"

Keine Produktion, kein handwerklicher oder Industriebetrieb kommt ohne Werkzeuge unterschiedlicher Komplexität aus. Doch wie verändern sich die Anforderungen mit den neuen digitalen Technologien? Im Vorfeld der Eisenwarenmesse in Köln sprach SCOPE-Redakteur Andreas Mühlbauer mit Chris Metzler, Mitglied der Geschäftsführung von Gedore.

Chris Metzler, Mitglied der Geschäftsführung von Gedore. © (Bild: Gedore)

SCOPE: Die Produktpalette von Gedore erstreckt sich von einfachen Bits bis hin zum Hochleistungs-Spezialwerkzeug und entsprechendem Zubehör. Wie lässt sich all dies organisatorisch und produktionstechnisch managen?
Chris Metzler: Unser Portfolio umfasst mehr als 16.000 Produkte, von denen der mit Abstand größte Teil aus Eigenfertigung „made in Germany“ stammt. Das ist etwas sehr Besonderes und zeigt die Einzigartigkeit von Gedore . Das Managen eines so breiten Sortiments ist eine Herausforderung, der wir uns seit fast 100 Jahren täglich stellen. Die Kunst besteht darin, den Blick für das Wesentliche zu behalten. Dabei helfen uns neben hochmoderner Technik und sehr erfahrenen Fachkräften die konsequente Ausrichtung am Markt und den Erwartungen unserer Kunden sowie eine fließende Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen und Werken. Entwicklung und Fertigung finden in unserem Hauptwerk in Remscheid sowie bei unseren Tochtergesellschaften an verschiedenen Standorten auf der Welt statt. Hier kommt es auf ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Spezialisierung der Produktion und Zentralisierung organisatorischer Prozesse an.

Anzeige

SCOPE: Wie haben sich in den vergangenen Jahrzehnten bis heute die Ansprüche an Werkzeug geändert, welche Rolle spielen dabei kundenspezifische Anforderungen?
Metzler: Mit den sich ändernden Rahmenbedingungen in der Industrie wandeln sich auch die Anforderungen an uns. Wir orientieren uns grundsätzlich an kunden- und anwendungsspezifischen Anforderungen und stimmen die Entwicklung – in vielen Fällen sehr spezifisch – darauf ab. Unser Ansatz ist daher klar lösungsorientiert und zielt darauf ab, unseren Kunden ein individuelles, flexibles und effizientes Arbeiten zu ermöglichen. Das Gedore Mixx & Click Baukastensystem ist ein gutes Beispiel dafür: Unsere L-Boxxen sind sowohl mit unserem Werkzeug-Mobil WorkMo kompatibel als auch mit Sortimo-Fahrzeugeinrichtungen.

Generell gilt: Werkzeuge und Lösungen müssen immer intelligenter werden, um mit der Entwicklung nicht nur Schritt zu halten, sondern ihr im besten Fall voraus zu sein. Themen wie intelligente Vernetzung, Dokumentation und sicherheitsrelevante Anforderungen stehen definitiv ganz oben auf unserer Agenda. Aus Sicht des Kunden zu denken und ihm alle Lösungen aus einer Hand zu liefern ist uns äußerst wichtig. Den zunehmenden Wunsch nach Individualisierung erfüllen wir mit einem modularen Ansatz und klarem Fokus auf Relevanz.

SCOPE: Wirkt sich die Industrie-4.0-Entwicklung auch auf die Ansprüche Ihrer Kunden aus? Und welche Schritte unternehmen Sie im Hinblick auf die Digitalisierung im eigenen Unternehmen?
Metzler: Die erste Frage ist: Was ist überhaupt unter diesen Schlagworten zu verstehen? Wir haben zu ihnen unser eigenes Verständnis entwickelt. Digitalisierung und Industrie 4.0 sind eine der tragenden Säulen bei Gedore . Dabei sprechen wir einerseits über Produkte. Zum Beispiel ermöglicht die jüngste Generation unseres elektronischen Drehmomentschlüssels E-torc Q / QR eine einfache Messdatenerhebung und -speicherung sowie den Transfer der Daten über WLAN oder USB-Mini-Port. So kann der Anwender ortsunabhängig kontrollieren, ob die Verschraubung ordnungsgemäß durchgeführt und mit dem vorgegebenen Drehmoment angezogen wurde. Worauf wir stolz sind: Für sein innovatives Design wurde der Drehmomentschlüssel sogar mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet.

Andererseits sprechen wir über intelligente und workflowoptimierte Produktionsverfahren. Doch all das hängt von der Frage ab, was der Kunde und Anwender in der Zukunft braucht und will und wie er es sich beschaffen möchte. Diesbezüglich wird sich die Welt innerhalb weniger Jahre völlig verändern. Wir begreifen das als sehr große Chance, hinterfragen Bestehendes und sind offen für völlig Neues. Die Märkte von morgen erwarten ein Höchstmaß an Flexibilität. Darauf richten wir Gedore bereits heute aus.

SCOPE: Gedore ist schon seit langem weltweit vertreten und vernetzt. Wird das Unternehmen weiter wachsen? Welche Pläne haben Sie für die Zukunft, insbesondere im Hinblick auf die weltweite Markenstrategie?
Metzler: We think globally, we act locally. All unsere weltumspannenden Pläne sind geprägt vom Respekt für regionale Unterschiede und von der Sensibilität für die Befindlichkeiten und Erwartungen der Menschen. Das ist für uns ein Ausdruck von Haltung. Damit wachsen wir jedes Jahr deutlich stärker als die Märkte. Es geht dabei nicht um Wachstum per se, sondern darum, für Menschen verfügbar zu sein, wann und wo sie uns brauchen.

Unsere Vision ist, dass jeder Mensch, der einen Bedarf an qualitativ hochwertigen, intelligent gemachten und seine Sicherheit unterstützenden werkzeugbasierten Lösungen hat, an Gedore denkt.

Folgerichtig entwickeln wir Gedore zu der Marke für Werkzeug und werkzeugbasierte Lösungen und konsolidieren unser Branding ganz konsequent. Neben der starken und weltweit etablierten Marke Gedore für Industrieanwender bieten wir in sinnvoller Ergänzung dazu ab April 2018 mit der Linie Gedore red auch ein hochwertiges Sortiment für versierte Heimwerker an. Unser Ziel: smarte Lösungen und Konzentration auf das Wesentliche – das ist unser Weg in die Zukunft. Seien Sie dabei, wir freuen uns auf Sie! Gehen Sie mit! Mit Gedore.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

So einfach kann Automation sein

Die item item linear motion units® bieten Lineareinheit, Motor, Getriebe und Steuerung plus Software für Konfiguration & Inbetriebnahme. Jetzt im Factsheet informieren!

mehr...

AMB 2018

Werkzeugsystem für Langdrehmaschinen

Sein neues System 32T stellt der Werkzeugspezialist Horn auf der AMB vor, welches das Dreischneider-Portfolio hin zu kleineren Maßen ergänzt. Konzipiert wurde es für Langdrehmaschinen sowie zum Ein- und Abstechen auf kleineren Drehmaschinen.

mehr...
Anzeige
Anzeige