Energieeffizienz-Netzwerk REGINEE

Inspiration statt Imitation

Das Unternehmen MPG Mendener Präzisionsrohr hat sich dem REGINEE-Netzwerk Südwestfalen angeschlossen. Warum sich Geschäftsführer Dr. Andreas Gahl dazu entschlossen hat, zeigt dieser Beitrag.

Handlungen anderer Unternehmen zu kopieren ist nicht Dr. Andreas Gahls Sache. Viel lieber bevorzugt er Brainstorming und Diskussionen, setzt auf eigene Ideen. Mit dieser Einstellung war sein Unternehmen – die MPG Mendener Präzisionsrohr GmbH – etwa einer der ersten Betriebe Deutschlands, der ein Energiemanagement zertifiziert nach DIN ISO 50001 eingeführt hat. Auch die CO2-Einsparziele der Energiewende, wie sie für 2020 vorgegeben sind, hatten die Spezialisten für Wärmetauscherrohre und -produkte bereits 2011 hauptsächlich durch Prozessoptimierung erreicht. „Der Energieeinsatz je produzierter Tonne Fertigrohr konnte damals schon um über 20 Prozent gesenkt werden“, sagt Dr. Gahl, Geschäftsführer des südwestfälischen Unternehmens.

Neben optimierten Prozessen spart MPG auch durch Wärmerückgewinnung und Kraft-Wärme-Kopplung. Die Photovoltaik-Anlage trägt weiterhin zur Reduktion von CO2bei. Das Wissen, das er sich dabei aneignet, möchte der MPG-Geschäftsführer nun mit anderen Unternehmern teilen. Die Gelegenheit dazu bekommt Gahl im Regionalen Energieeffizienz-Netzwerk REGINEE.

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) hat die REGINEE-Initiative im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Dabei ist vorgesehen, dass sich Unternehmen einer Region miteinander vernetzen und sich bei Treffen darüber informieren, mit welchen Mitteln und Maßnahmen sie Energie einsparen und wie sie aufgekommene Probleme gemeistert haben. „Mit diesem Erfahrungsaustausch soll nicht nur die Energieeffizienz der Unternehmen gesteigert, sondern auch deren Kosten reduziert werden“, sagt Christian Otto, Geschäftsführer des Verbandes, der Unternehmen aus der mittelständischen Wirtschaft rund um die Themen Energiekostenreduzierung und -management berät. Die Gründung von 100 solcher Netzwerke will der Verband bis Ende 2020 im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) und des Aktionsprogramms Klimaschutz der Bundesregierung unterstützen.

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„Auch wenn manche Energieeffizienz-Maßnahmen nur eine CO2-Reduktion, nicht aber eine Kostensenkung bedeuten, so setzen wir sie doch aus Überzeugung um. Wir möchten einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel, zur Verbesserung der Situation leisten“, sagt Dr. Gahl. Die einzelnen Maßnahmen, wie etwa Kraft-Wärme-Kopplung zu nutzen, bilden die Grundlage für Vorträge und Diskussionen bei den einzelnen Netzwerktreffen, die der VEA organisiert und begleitet. Der Verband hat mittlerweile, zum Teil mit Unterstützung der jeweils zuständigen IHK, sieben solcher Netzwerke gegründet.

Die MPG hat sich dem Netzwerk Südwestfalen angeschlossen. Die Verantwortlichen der zehn teilnehmenden Betriebe haben bereits die Arbeit aufgenommen, weitere können sich nicht mehr anschließen. Weil bei einem solchen Netzwerktreffen Unternehmen unterschiedlicher Branchen zusammenfinden, seien viele umgesetzte Maßnahmen nicht auf den eigenen Betrieb übertragbar, erklärt Gahl. „Aber ein anderer Blickwinkel lässt manchmal Ideen für das eigene Unternehmen entstehen.“ So ist er nach einem Netzwerktreffen etwa auf die Idee gekommen, das Gesamt-Druckluftniveau des Unternehmens abzusenken. Die passende Maßnahme dazu haben er und sein Team selbst entwickelt, ganz ohne zu kopieren. ee

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