Igus

Andrea Gillhuber,

Umsatz rückläufig, Auftragseingang fast stabil

Igus meldet unterschiedliche Signale durch Corona: Während der Auftragseingang in den ersten vier Monaten nahezu stabil blieb, ging der Umsatz um 11 Prozent zurück. Im Angesicht der Pandemie zeigte sich das Unternehmen solidarisch.

Igus-Geschäftsführer Frank Blase mit Kollegen während der virtuellen Pressekonferenz. © WBM

Sinkender Umsatz, aber nahezu stabiler Auftragseingang, das vermeldete Igus in seiner virtuellen Jahrespressekonferenz Anfang Mai. In 2019 konnte das Unternehmen seinen Umsatz trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes um 2 Prozent auf 764 Millionen Euro steigern. Mit der aktuellen Corona-Krise haben sich die Rahmenbedingungen jedoch verschärft: Der Umsatz ging in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent zurück. Der Auftragseingang ist nahezu stabil und derzeit nur bei minus 2 Prozent.

Anzeige

„Wir erhalten momentan viele Anfragen und vereinbaren zahlreiche virtuelle Besuchstermine“, erklärt Geschäftsführer Frank Blase. „Das Interesse von Kunden an Lösungen, die die Technik verbessern und dabei Kosten senken, steigt spürbar.“

Und Igus hat einige neue Produkte entwickelt und auf den Markt gebracht, die ihre Kunden dabei unterstützen. In seiner virtuellen Pressekonferenz nennt igus einen Hersteller von Verpackungsmaschinen als Beispiel: Es sollten pro Sekunde zwei Toastbrote geschnitten, verpackt und versiegelt sein. Eine Schwachstelle war bisher das bewegte Kabel für die schnelle Bestückung der Maschine. Auf der Suche nach einer Lösung, bereits vor der aktuellen Corona-Lage, fand das Unternehmen im Internet den chainflex Lebensdauerrechner für dynamische Leitungen – und damit das genau passende Produkt für seine hochdynamische Anwendung. Mit dem Zusatz einer intelligenten smart plastics Überwachung dieser Leitung erreichte es sein Ziel: Die Verfügbarkeit der Anlage im 24/7-Dauerbetrieb, ein planbarer Leitungsaustausch alle 18 Monate und dadurch hohe Einsparungen von Kosten.

Solidarität in Zeiten von Corona

Schnelle und zuverlässige Belieferung mit Tribopolymer-Produkten in der aktuellen Situation aufrechtzuerhalten ist für igus ein wichtiges Ziel. „Igus liefert zurzeit ohne Einschränkungen“, informiert Geschäftsführer Frank Blase. „Im Durchschnitt sind kleine und mittlere Bestellungen nach 2,5 Tagen auf dem Weg zum Kunden.“ Die lokale Versorgung weltweit ist durch 14 Produktionsstätten sichergestellt.

Um die Handlungsfähigkeit in Produktion und Lieferung aufrechtzuerhalten, setzte Igus allein am Hauptstandort über 100 Maßnahmen um – vom Bau von fünf neuen Kantinen bis hin zur Erschwerniszulage für Produktions-Mitarbeiter. Darüber hinaus produziert der Kunststoffspezialist Kopfbänder für „Face Shields“ im Spritzgussverfahren aus recyceltem iglidur A200. Dadurch ist eine günstige Massenproduktion möglich. Die ersten 100.000 Kopfbänder sind kostenfrei für medizinische Einrichtungen verfügbar, danach soll die Abgabe zu Selbstkosten erfolgen. Auch eine Sonderproduktion von 140.000 kompletten Face Shields läuft derzeit an, damit sollen alle Kölner Schülerinnen und Schüler – eine Spendenaktion für die Heimatstadt.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Editorial

Krisen müssen draußen bleiben

„Ich hab sie gar nicht kommen sehen, plötzlich stand sie da, groß wie ein Riese. Sie sagte: ‚Hallo, guten Tag, mein Name ist Krise!‘“ So stellt sich eine Krise im gleichnamigen Lied von Max Raabe vor, bevor sie bei ihm einzieht.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige