EU-Kältemittelregulierung

Mara Hofacker,

Neues Kältemittel WT69 für Tiefkälte-Anwendungen

Die nächste Stufe der EU-Kältemittelregulierung greift ab 2020. Bisher fehlen bei Tiefkälte-Anlagen zur Umweltsimulation Alternativen zum nur noch eingeschränkt erlaubten Kältemittel R23. Weiss Technik stellt das neu entwickelte Kältemittel WT69 in einem ClimeEvent-Klimaschrank vor.

Der Premiumklimaschrank ClimeEvent enthält jetzt WT69 als Ersatz zu R23. © Weiss Technik

Das neue, zukunftssichere Kältemittel WT69 wird bis Ende des Jahres in allen kompakten ClimeEvent-Standard-Klimaprüfschränken mit einer Abkühlrate von 3 und 5 Kelvin eingesetzt werden. Ab 2020 werden auch Sondervarianten wie Vibrationsschränke und größere Klimaprüfkammern mit Temperaturwechselraten bis 20 Kelvin umgestellt werden. 

WT69 ist das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprozesses von Weiss Technik im Verbund mit der Technischen Universität Dresden. Es wird von der Technischen Gase und Gastechnik GmbH TEGA unabhängig produziert und vertrieben werden. Dies ermöglicht den sicheren und fachgerechten Umgang mit dem neuen Mittel von der Produktion über die Abfüllung bis hin zu Vertrieb und Transport. Dabei wird es frei am Markt verfügbar sein und kann bei Bedarf auch in anderen Anlagen eingesetzt werden.

Chemische Grundlagen

Bei der Entwicklung von WT69 wurde zunächst untersucht, ob ein natürlich vorkommender Reinstoff alternativ zu R23 für die klimatechnischen Anforderungen in Frage kam. Da dies nicht der Fall war, wurde geprüft, welche Verbindung von CO2 mit den Vorteilen von Kohlenwasserstoffen die gestellten Anforderungen erfüllt. Die gesuchte Mischung musste sehr tiefe Temperaturen erreichen, aber auch bei Temperaturen von mehr als 180 °C chemisch bzw. thermisch stabil sein. In diesem Zusammenhang mussten die Parameter Gefriertemperatur, Brennbarkeit und Dampfdruckkurve so optimiert werden, dass WT69 über den gesamten Temperaturbereich nicht brennbar oder explosiv ist und mit dem gleichen Systemdruck der bestehenden Anlagen betrieben werden kann. Diese Eigenschaften wurden nach Unternehmensangaben über drei Jahre in mehr als 100.000 Teststunden in 20 Anlagenkonfigurationen bestätigt.

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Eigenschaften im Überblick

WT69 hat gegenüber R23 einen um mehr als 90 Prozent reduzierten GWP (1.357). Es ist unabhängig zertifiziert und erfüllt alle Anforderungen an ein zukunftssicheres Kältemittel für Anwendungen bis -70 °C. Alle Prüfprofile können auch weiterhin benutzt werden, die Ergebnisse bleiben vergleichbar. Als normales synthetisches Kältemittel sind keine Sicherheitsbetrachtung, separate Kühlung oder erhöhte Kältemittelmenge notwendig. WT69 ist zuverlässig verfügbar und hat keine ozonschädigende Wirkung. Es ist nicht toxisch (Sicherheitsdatenblatt freigegeben), nicht brennbar (A1/A1 durch ASHRAE freigegeben), nicht korrodierend und chemisch stabil. 

Zum Hintergrund Kältemittelregulierung

Die Kältemittelregulierung für fluorierte Treibhausgase verschärft die Auflagen für Hersteller von Anlagen mit FKW-Kältemitteln deutlich und bedeutet neue Anforderungen für Betreiber von Bestandsanlagen hinsichtlich ihrer Prüf- und Dokumentationspflichten. Darüber hinaus wird sich R23 aufgrund der Quotenregelung weiter verknappen und verteuern. Weiss Technik hat daher frühzeitig mit der Entwicklung eines eigenen Kältemittels für Anlagen im Tiefkältebereich begonnen.

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