Filteranlagen mit Endlosbändern

Andrea Gillhuber,

Endlosband für optimalen Filterkuchen

Filteranlagen reinigen Kühlschmierstoffe auch ohne Filterverbrauchsstoffe. In verschiedenen Vakuum- und Kompaktfiltern kommen zum Beispiel Endlosbänder zum Einsatz, die einen optimalen Filterkuchenaufbau begünstigen und Standzeiten von mehreren Jahren aufweisen.
Wolfgang Heidland (links), geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Gewebeherstellers, und Karl-Rudolf Vogel, Teamleiter Produktentwicklung bei Knoll, geben den Blick auf das 12 m lange und 2 m breite Endlosfilterband frei. (Bilder: Knoll/Heidland) © Knoll/Heidland

Bei der Wahl des passenden Filters gilt es, das Zerspanungsverfahren sowie Werkstoff, Geometrie und Menge der anfallenden Späne zu beachten. Aber auch die Wirtschaftlichkeit spielt eine Rolle. So sind Verbrauchsstoffe wie Zellulose und andere Vliesmaterialien ein Kostenfaktor, der sich in vielen Fällen vermeiden lässt. Das Unternehmen Knoll Maschinenbau bietet daher seine VL- und KF-Filter auch mit Endlosbandfilter an. Auf diesem wächst bei der Filtrierung ein dicker Filterkuchen, der selbst als Filtermedium dient und kleinste Schmutzpartikel abscheidet. Die bei zunehmender Dicke abnehmende Durchlässigkeit der Filterfläche veranlasst ein Weitertakten des Bandes. Nach einer Trocknungsstrecke, auf der dem Filterkuchen Flüssigkeit entzogen wird, erfolgt die Abreinigung des Filterbandes mit Luft oder Bürste. Eine Rückspülung entfernt anschließend noch Restpartikel.

Für Karl-Rudolf Vogel, Teamleiter Produktentwicklung bei Knoll, ist dies eine effiziente, wirtschaftliche Filtrierungsmöglichkeit. Knoll setzt diesbezüglich auf die Firma Heidland, einem Marktführer im Bereich der Konfektion technischer Gewebe für die Fest-flüssig-Trennung. „Schon seit Jahren machen wir mit den Heidland-Bandfiltern beste Erfahrungen. Sie sind fester Bestandteil unserer KF-E-, VL- und VLO-Technik“, bestätigt Vogel. „Früher nutzten wir einlagige Gewebe, dann machten wir Versuche mit doppellagigem Material. Aber erst Heidland ist es gelungen, ein zweilagiges Filterband herzustellen, das einen störungsfreien Durchlass für das Kühlschmiermittel und auch jahrelange Haltbarkeit bietet.“

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Der Filterkuchen ist so geschichtet, dass er mit Luftdüsen abgereinigt werden kann. Die HSS-Späne werden anschließend zu Briketts gepresst. © Knoll/Heidland

Heidland-Geschäftsführer Guido Rausse erklärt: „Für die Filtration von Kühlschmiermittel setzen wir seit vielen Jahren laminierte Polyestergewebe ein: ein Fein- und ein Trägergewebe, die aufeinander abgestimmt sind.“ Durch die spezielle Verbindung beider Gewebelagen wird die freie Oberfläche nur unmerklich reduziert. Der KSS kann die Gewebe- barriere nahezu ungehindert passieren. Die Fest- stoffpartikel jedoch werden durch das feine Sieb- gewebe mit definierter Maschenweite auf der Tuch-oberfläche zurückgehalten. „Unsere so konstruierten Gewebe verfügen über einen um etwa 40 Prozent höheren Durchlass im Vergleich zu herkömmlichen einlagigen Geweben oder Doppellagengeweben gleicher Filtrationsklasse“, betont Rausse.

REM-Aufnahme der Abströmseite eines laminierten PET-Gewebes von Heidland: Fein- und ein Trägergewebe sind optimal aufeinander abgestimmt. © Knoll/Heidland

Zur hohen Qualität seiner Produkte trägt auch eine weltweit einzigartige Beschichtungsmaschine für laminierte Filtergewebe bei, mit der vollautomatisch Randbeschichtungen von 20 bis 200 mm aufgebracht werden können. Diese PU-Beschichtung verhindert bei einem Filterband die so genannte Querfiltration und schützt den Geweberand vor Beschädigungen durch lose oder scharfkantige Anlagenteile.

Erfahrungen in der eigenen Produktion

Knoll setzt seine Filteranlagen auch in der eigenen Produktion ein, so liegen eigene Erfahrungen mit dem Heidland-Gewebe vor. So ist zum Beispiel für die Maschinen in der Schleifbearbeitung der HSS-Schraubenspindeln ein Großfilter VLX 5000 installiert, der ein Endlosfilterband mit über 12 m Länge und 2 m Breite enthält. Als KSS wird hier ein Öl verwendet, das eine kinematische Viskosität von ungefähr 20 mm2/s bei einer Betriebstemperatur von 25 °C aufweist. Es muss zuverlässig von den feinen HSS-Spänen und von den besonders abrasiven Schleifscheibenabrieben aus Korund gereinigt werden.

Filterkuchen wird schonend abgeblasen

Die Qualität des Bandes und des Filterkuchens ermöglicht es, die Abreinigung nicht mechanisch mit Bürsten oder Ähnlichem vorzunehmen, sondern Düsen einzusetzen. Sie heben mit Abluft aus der sowieso vorhandenen Vakuumerzeugung den Filterkuchen an, so dass dieser berührungsfrei abgestreift werden kann. Das schont das Band, so dass es nicht wie früher im Zweijahresrhythmus gewechselt werden muss, sondern vier Jahre Standzeit aufweist.

Teamleiter Vogel weist noch auf einen zusätzlichen Vorteil hin: „Der Filterkuchen ist so ideal aufgebaut, das er im Nachgang gepresst werden kann – was bei HSS-Spänen nicht unbedingt üblich ist. Wir schicken ihn daher in eine Spänepresse, die Briketts mit nur noch 8 Prozent Restölgehalt erzeugt. Das bedeutet ein geringeres Volumen und kostengünstigere Entsorgung.“ Innerhalb von zweieinhalb Jahren hatte sich diese Investition zur Späneaufbereitung bereits amortisiert, einschließlich der Verschleißteile.

Nach Unterlagen von Knoll Maschinenbau /ag

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