Drehmoment- und Drehwinkelschlüssel

Drehmomentgenau verschrauben

Mit dem E-torc Q, der neuesten Generation elektronischer Drehmoment-/Drehwinkelschlüssel, deckt Gedore jetzt auch den kontrollierten Rechts- und Linksanzug für den kleinen bis mittleren Drehmomentbereich ab. Mit den neusten Ausführungen wurde die Produktfamilie um weitere Messbereiche von 0,25 Nm bis 300 Nm erweitert, zwei weitere Versionen bis 1.000 Nm sind für Anfang 2018 geplant.

Die Analyse der Schraubvorgänge kann direkt am Schlüssel erfolgen (Bilder: Peter Susewind/ Gedore).

Trotz leistungsfähiger Laser- und Klebetechnik spielt das mechanische Verschrauben immer noch eine große Rolle beim industriellen Fügen. Vorteil: Die Verbindung lässt sich im Reparatur- beziehungsweise Korrekturfall ohne großen Aufwand lösen, sofern die Schrauben mit dem benötigten Drehmoment angezogen wurden. Ein wichtiges Hilfs- und Kontrollwerkzeug ist hier der Drehmomentschlüssel, um Verschraubungen kontrolliert durchzuführen. Sind etwa die Muttern, zum Beispiel beim Radwechsel, zu schwach angezogen, können sich die Räder lösen, werden die Muttern mit zu hohen Drehmoment angezogen, können Bolzen und Schrauben überdehnen, bevor sie abreißen und noch Bremskomponenten, Radnaben und Felgen beschädigen.

Ebenfalls mit exakt definiertem Drehmoment verschraubte Verbindungen verlangt der Leichtbau bei Fahrzeugen, denn Leichtbauwerkstoffe wie Magnesium, Aluminium und Kunststoff sind schraubempfindlich. Der Grund ist die geringere Zugfestigkeit verglichen mit Stahlvarianten. Und beschädigt man bei Überbeanspruchung der Schraubverbindung das Gewinde, dann beeinträchtigt dies die Qualität der Verschraubung und gefährdet so auch die Sicherheit des Fahrzeugs. Dasselbe gilt auch in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Verschraubt werden aber auch ganz empfindliche Teile, zum Beispiel bei der Montage sensibler, bestückter Platinen in der Mikroelektronik. Egal wo, Drehmomentschlüssel haben einen festen Platz und es werden auch in Zukunft noch genügend empfindliche Leichtbau-Komponenten, mechanische oder elektronische Bauteilen verschraubt werden müssen.

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Aber auch nicht korrektes Verschrauben lässt sich mittels elektronischem Drehmoment-/Drehwinkelschlüssel erfassen. Eine kleine Unachtsamkeit, und die Schraube sitzt schief im Gewinde und lässt sich nicht mehr vollständig eindrehen, was sogar an einer Schraubstation passieren kann. Misst man hier statt nach üblichen zum Beispiel drei Umdrehungen schon nach einer das gewünschte Drehmoment, dann erkennt die Steuerung, dass etwas nicht stimmt und macht Meldung ans System. Das entsprechende Teil wird dann aus der Fertigungslinie herausgenommen und zur Nachbearbeitung gebracht. Dort wird der fehl gelaufene Fertigungsschritt korrigiert und dokumentiert. Unerlässliches Hilfsmittel in der Nachbearbeitung und dem Qualitätsmanagement ist hier der E-torc Q/QR, Gedores neueste Generation elektronischer Drehmomentschlüssel. Dieser stellt dem Benutzer alle in der VDI/VDE 2645 Blatt 3 beschriebenen Verfahren zur Ermittlung der Weiterdrehmomente zu Verfügung. Nach der Nachbearbeitung meldet der Schlüssel zum Beispiel übers WLAN, dass die Schraube nun richtig sitzt und mit dem vorgegebenen Drehmoment angezogen wurde.

Schraubfälle hinterlegen

Der elektronische Drehmomentschlüssel verfügt laut Hersteller über eine große Messgenauigkeit (±1 %) und soll so eine hohe Reproduzierbarkeit garantieren. Wichtig ist hier ein deutlich erkennbares Signal, sei es optisch, sensorisch oder akustisch, sowie ein möglichst kleiner Einfluss von unterschiedlicher Handhabung durch den Anwender. Das Messsignal wird auf dem Display dargestellt. Es können mehrere Schraubfälle in Form von Verschraubungsdaten, Grenzwerten oder kompletten Arbeitsplänen hinterlegt werden. Diese einprogrammierten Grenzwerte werden während des Anziehens der Verschraubung permanent mittels Messwerte und grafischen Signalen im Display dargestellt. Parallel kann diese Art von Drehmomentschlüsseln alle Messungen inklusive der dazugehörigen Kurven in einem internen Messwertspeicher ablegen. Dieser lässt sich sowohl über eine Schnittstelle auslesen als auch über einen direkt angeschlossenen Drucker ausdrucken. Entsprechend fungiert ein solcher Drehmomentschlüssel nicht nur für die produktionsbegleitende Dokumentation, sondern auch für die Qualitätssicherung.

Der E-torc Q/QR eignet sich für den Einsatz in der Qualitätssicherung sowie in der Prototypen- und Kleinserienfertigung.

Dank ihrer hohen Messgenauigkeit und der umfangreichen Mess- und Analyseverfahren eignen sich die E-torc Q/QR Drehmomentschlüssel insbesondere für die Nutzung und begleitende Dokumentation in Qualitätssicherung und Prozessoptimierung sowie in Forschung und Entwicklung. „Dafür sind die E-torc Q Drehmomentschlüssel mit einer Software für die Parametrierung, Erfassung, grafische Auswertung und Archivierung von Schraubdaten ausgestattet. Die Daten können wahlweise über die USB-Schnittstelle oder via WLAN ins System eingespielt werden“, berichtet Michael Pilz, Key Account Manager bei Gedore. Visualisiert werden die Verschraubungsprozesse jeweils über ein 4,3-Zoll-Touchscreen-Farbdisplay. Dieses ermöglicht die direkte Analyse der Schraubvorgänge am Schlüssel. bs

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