Optische Schweißnahtprüfung

Andreas Mühlbauer,

Ganz genau hinsehen

Zur Qualitätssicherung setzt der Hersteller von Edelstahl-Tanks ein intelligentes Kamerasystem zur optischen Schweißnahtprüfung ein, das die Kontrolle effizient gestaltet und die Prüfung mit Röntgentechnik überflüssig macht.

Hochbehälter für die Trinkwasserspeicherung. © Lipp

Ein Trinkwasser-Tank aus Edelstahl, den die Firma Lipp mit Sitz in Tannhausen herstellt, fasst bis zu 3.000 m3 oder 3 Millionen Liter Wasser. Das verwendete 3 bis 5 mm dicke Edelstahlband bleibt auch bei meterhohen Behältern noch formstabil. Möglich machen dies Versteifungsrippen, die am einlaufenden Blechband angeformt werden. Das von Lipp eingesetzte optische Prüfsystem seelectorICam weld von Hema Electronic verringert Nacharbeiten bei der Qualitätssicherung der Schweißnähte und damit die Risiken, die durch fehlerhafte Nähte an den Streben auftreten könnten.

Hochbehälter für Trinkwasserspeicherung spielen vor allem in der kommunalen Trinkwasserversorgung eine Rolle. Der Werkstoff Edelstahl eignet sich besonders gut für solche Tanks, denn er ist hygienisch und ressourceneffizient.

Da die Behälter einen Durchmesser von bis zu 20 m haben können, stellt Lipp diese direkt bei den Kunden vor Ort auf. Ein Montagering bestimmt die vorgesehene Größe des Behälters und bringt ihn in eine perfekte runde Form. Von einem Stahl-Coil rollt eine von Lipp selbst entwickelte Maschine dann ein Band ab, das in der Profiliermaschine die im Abstand von 75 cm angebrachten Verstärkungsrippen er- hält. Anschließend wird der Behälter beidseitig vollautomatisch verschweißt.

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Überwachung mit klarem Bild

Die visuelle Überprüfung der Schweißnähte geschieht durch das seelectorICam weld. Das intelligente Kamerasystem ermöglicht auch bei extremen Lichtverhältnissen rund um den Lichtbogen ein klares Bild des Arbeitsfelds und damit die Überwachung am Monitor. Parallel zur Errichtung des Behälters prüft das Videosystem im gleichen Arbeitsgang und in derselben Geschwindigkeit die geschweißten Nähte innen und außen und stellt den Monteuren das Ergebnis für die Weiterverarbeitung auf den Monitoren bereit. Wichtige Parameter für den Schweißprozess wie Stromstärke und Spannung, Drahtvorschub oder Gasmenge können im System hinterlegt und so für die Schweißnahtprüfung herangezogen werden. Manuelle Nachprüfungen der Nähte reduzieren sich auf die im Prozess erkannten Stellen und werden sofort behoben.

Der Schweißprozess bei der Wassertankfertigung mit dem QSSystem in Aktion. © Lipp

Die automatisierte kameragestützte Schweißnahtüberwachung hat für Lipp noch einen weiteren Vorteil: „Unsere Mitarbeiter müssen in der Lage sein, die Parameter je nach Anforderung an den Tank justieren zu können, Schweißfehler zu erkennen und Nachbesserungen manuell durchzuführen. Allein dafür bräuchten wir eigentlich pro Tank drei bis vier qualifizierte Experten. Diese wachsen jedoch nicht auf den Bäumen. Die Automatisierung durch das Hema-Qualitätssicherungs-system nimmt uns hier einige Aufgaben ab“, sagt Matthias Kuck, Leiter des Bereichs Trinkwassersysteme bei Lipp.

Sicherheitsrisiken minimiert

Das Hema-Qualitätssicherungssystem seelectorICam weld arbeitet so effizient, dass andere Verfahren zur Überprüfung der Festigkeit der Schweißnähte, wie beispielsweise mittels Röntgenstrahlen unnötig werden. „Einen Tank in einer solchen Größe röntgen zu lassen, ist sehr kostspielig und langwierig und durch den Einsatz unseres Systems unnötig, da wir während des Aufbaus alle relevanten Stellen auf ihre Verarbeitung und Güte prüfen“, sagt Oliver Helzle, Geschäftsführer von Hema Electronic.

Das QS-System seelectorICam weld von Hema © Hema

Für Lipp bietet das visuelle Überprüfungssystem drei wesentliche Vorteile: Es gewährt Sicherheit, die für den Bau eines Hochbehälters für Trinkwasser unabdingbar ist. Es erkennt Schweißfehler effizient und minimiert damit Sicherheitsrisiken. Zudem spart das System Zeit und Kosten durch die Vermeidung von Nachprüfungen und die parallel zur Errichtung des Tanks stattfindende Prüfung der Schweißnähte.

Nach Unterlagen von Hema Electronic / am

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