Sicherheitsschränke für Gefahrstoffe

Vorbeugen statt bekämpfen

Gefahrstoffe sind heute unverzichtbarer Bestandteil vieler industrieller Arbeitsprozesse. Der gesetzeskonformen und technisch richtigen Lagerung entzündlicher, brennbarer oder explosiver Substanzen fällt dabei eine zentrale Rolle zu. Bewährt haben sich hierfür zum Beispiel sogenannte Sicher- heitsschränke.

Zu spät: Temperaturen von bis zu 2000°C sind keine Seltenheit bei einem solchen Großbrand (Bild: R.Rinklef).

Wo Gefahrstoffe zum Einsatz kommen – und das ist heute in fast jeden Industriebetrieb der Fall – gelten besondere gesetzliche Anforderungen. Der Arbeitgeber muss zum einen für den Schutz seiner Mitarbeiter sorgen, zum anderen aber auch Maßnahmen ergreifen, die Umwelt und Gebäude sichern. Zu den häufig unterschätzten oder verdrängten Gefahrenquellen gehören dabei Brände. Sie treten zwar gottlob selten auf, die Auswirkungen können jedoch verheerend sein. Und ist ein Feuer trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ausgebrochen, sind die Flammen oft nur schwer zu bändigen. Das Brandrisiko potenziert sich, sobald sich im Betieb leicht entzündbare, brandbeschleunigende oder gar explosive Stoffe befinden. Besonders heimtückisch: Ein durch Gefahrstoffe ausgelöstes oder verstärktes Feuer, lässt sich schwer kontrollieren.

Da aber Gefahrstoffe oft einen wichtigen Bestandteil industrieller Arbeitsprozesse bilden, ist ihre richtige Lagerung unverzichtbar. Bewährt haben sich hier Sicherheitsschränke. Unterschiedliche Hersteller bieten diverse Varianten an – immer speziell abgestimmt auf die zu lagernden Stoffe. So bestehen Sicherheitsschränke für Säuren und Laugen beispielsweise aus korrosionsbeständigem Material, um die aggressiven Stoffe sicher zu verwahren. Druckgasflaschen lagert man in geeigneten Druckgasflaschenschränken mit definierter Feuerwiderstandsfähigkeit. Für sämtliche Gefahrstoffe der Klasse „entzündbare Flüssigkeiten“ empfehlen sich feuerwiderstandsfähige Sicherheitsschränke. Stand der Technik heute ist eine Widerstandsfähigkeit von 90 Minuten. Das heißt: die Schränke garantieren für die Dauer von eineinhalb Stunden, dass im Brandfall der Temperaturanstieg im Schrankinneren die kritische Marke von 180 K nicht überschreitet. Dafür sorgen die verwendeten Materialien.

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EU fordert Brandkammertest

Ein Sicherheitsschrank von Asecos beispielsweise besteht im Außenkorpus aus Stahlblech. Im Innenkorpus werden feuerresistente Brandschutzplatten eingesetzt. Besondere Dichtungsprozesse versiegeln den Schrank, sobald zu hohe Hitze einwirkt. Der Schrankinhalt bleibt so vor größeren Temperaturanstiegen geschützt. Die Europäische Norm 14470-1 fordert von solchen Sicherheitsschränken zur Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten neben gewissen Konstruktionskriterien auch den Nachweis der Feuerwiderstandsfähigkeit. Sie muss im Brandkammertest bewiesen werden.

Soweit die Theorie. Sind diese Simulationen aber tatsächlich aussagekräftig? Was ein Sicherheitsschrank im Fall der Fälle aushalten kann, zeigt die Realität: Bei Vedag in Bamberg, einem Hersteller von Flachdach-Abdichtungssystemen, brach im Juni ein Brand in der Produktionshalle aus. Ursache war ein Defekt in der Fertigung. Nach einer Verpuffung im Gebäude wuchs das Feuer zu einem Großbrand heran. Über 300 Feuerwehrleute versuchten der Flammen Herr zu werden, doch wegen der starken Hitze des Brandes mussten sie das Gebäude kontrolliert abbrennen lassen. Dabei entstanden Temperaturen zwischen 1.000 und 2.000 Grad Celsius – über mehrere Stunden hinweg.

In der 90 Meter langen Halle stand ein Typ 90 Sicherheitsschrank von Asecos. Darin befanden sich etwa 70 Liter entzündbare Lösemittel. Als die Löscharbeiten beendet waren, konnte man dem Schrank zwar äußerlich ansehen, welchen Kräfte er hatte Paroli bieten müssen. Entscheidend jedoch war, dass alle gelagerten Behälter im Inneren und die darin abgefüllten Gefahrstoffe intakt waren! Die enorme Hitze des Brandes hatte den Gefahrstoffen im Schrank nichts anhaben können.

Das Beispiel zeigt: Unglücksfälle lassen sich nicht immer verhindern, Betriebsleitung und Sicherheitsbeauftragte können aber ihr Bestmöglichstes tun, um den Schaden zu reduzieren. Eine umfangreiche Gefährdungsbeurteilung hilft dabei, Risiken bereits im Vorfeld zu erkennen und diesen vorzubeugen. Brandgefährliche Stoffe etwa, die sich im Gebäude befinden, gehören in einen Sicherheitsschrank. Eine sichere Lagerung beugt vor: Sowohl der Entstehung von Bränden als auch ihrer Förderung und Ausbreitung.

Hersteller Asecos widmet sich seit der Gründung (1994) der Forschung und Entwicklung innovativer Produkte zur sicheren Gefahrstofflagerung und -erfassung. Zurzeit umfasst seine Produktpalette über 1.700 technische Möglichkeiten zu gesetzeskonformer Lagerung und Handling von Gefahrstoffen sowie umfangreiche Service-Leistungen. Zudem gehören Lösungen zu Raumluftreinigung und Nichtraucherschutz zum Portfolio. ms

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