Individuelle Absturzsicherungen

Sicher arbeiten in der Höhe

Montage- und Reparaturarbeiten in großer Höhe sind riskant und gefährlich. Nur professionelle Sicherungsmaßnahmen können dazu beitragen, Abstürze zu vermeiden und etwaige Folgeschäden so gering wie möglich zu halten. Als Spezialist in Sachen Höhensicherungstechnik bietet das Unternehmen Spanset persönliche Schutzausrüstungen für die individuelle Absturzsicherung. SCOPE ONLINE stellt sie vor.

Verankert und mitlaufend: Eine Höhensicherung muss dem Anwender stets ausreichend Bewegungsfreiheit lassen.

Absturzunfälle sind in der Arbeitswelt nicht die häufigste Unfallursache, ihre Folgen aber oft schwer oder sogar tödlich. Nach einer aktuellen Analyse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Juni 2012) sind Abstürze durchschnittlich sogar in fast einem Drittel aller Fälle die Ursache für tödliche Arbeitsunfälle. An erster Stelle liegen dabei Abstürze von Dächern, Gerüsten, Leitern und Transportmitteln. Besonders gefährlich ist das Arbeiten auf Baustellen: Abstürze tragen hier zu über 50 Prozent zu den tödlichen Arbeitsunfällen bei.

Jörg Houben ist Key Account Manager und Produktverantwortlicher für Höhensicherungstechnik beim Unternehmen Spanset. Er sagt: „Die sicherste Methode, Absturzunfälle zu vermeiden, ist der Verzicht auf unnötige Höhentätigkeiten.“ Das klingt banal, bedeutet aber nichts anderes, als immer wieder darüber nachzudenken, ob die anstehende Arbeit nicht auch vom Boden aus durchführbar ist. Manchmal ist das freilich nicht möglich – man denke nur an Dacharbeiten, Arbeiten an Hochregallagern, Aufzügen sowie Kanal- und Schachtarbeiten. Oder an Tätigkeiten beim Aufbau und bei der Wartung von Turmkränen oder Arbeiten an Windenergieanlagen, Masten, Photovoltaik- und solarthermischen Anlagen sowie Lüftungsschächten und Lichtkuppeln.

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Der Gesetzgeber verlangt es, Arbeiter gegen Stürze aus der Höhe zu schützen und eine Möglichkeit zur sicheren Arbeit in der Höhe zu schaffen. Zu den entsprechenden Maßnahmen gehört es – vor Beginn der Arbeiten – eine Gefährdungsbeurteilung nach §§ 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes, die auch dokumentiert werden muss, anzulegen. Um Unfälle zu vermeiden, sind ergänzend dazu die erforderlichen Schutzmaßnahmen zu ergreifen und konsequent umzusetzen sowie geeignete persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA) einzusetzen. Außerdem sind die Mitarbeiter in der Handhabung dieser persönlichen Schutzausrüstungen zu unterweisen und im Umgang damit zu trainieren.

Drei Kategorien der Höhensicherung
Bei den Höhensicherungsmaßnahmen kennt die Arbeitswelt drei Produkt- bzw. Systemkategorien: Die Rückhaltesysteme, die Positionierungssysteme und die Auffangsysteme.

Rückhaltesysteme schränken die Bewegungsfreiheit nur soweit ein, dass sich der Benutzer – ausgehend von einem sicheren Anschlagpunkt – in die Richtung der Absturzkante bewegen, den gefährlichen Bereich aber nicht erreichen kann. Bei der Arbeitsplatzpositionierung wird der Benutzer durch ein verstellbares Halteseil gehalten. Er hat somit beide Hände zum Arbeiten frei. Da hierbei aber eine potenzielle Absturzgefahr besteht, muss zusätzlich ein Auffangsystem verwendet werden. Auffangsysteme sind die einzige Höhensicherungsmaßnahme, die einen möglichen Absturz „zulässt“. Der Benutzer ist hierbei mit einem Auffanggurt und einem geeigneten Verbindungsmittel mit Falldämpfer oder Höhensicherungsgerät so gesichert, dass er bei einem Absturz kontrolliert aufgefangen wird.

Grundsätzlich bieten kollektive Schutzmaßnahmen stets die beste Sicherung vor einem Absturz. „Ein Geländer oder ein Gerüst gewährt natürlich allen Benutzern die größtmögliche Sicherheit vor einem denkbaren Absturz“, sagt auch Houben. Es gibt jedoch viele Arbeitsplätze, an denen das Anbringen einer Kollektivschutzmaßnahme unmöglich ist. Für diese Fälle bietet Spanset speziell auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasste Lösungen. Zum Beispiel die festinstallierten Safeline-Seilsicherungssysteme, die vertikal den sicheren Zugang zu höher oder tiefer gelegenen Arbeitsbereichen schaffen oder die horizontalen Safeline-Systeme für Dächer oder Montagehallen. Dazu sagt Houben: „Egal ob Stahlträger, Beton, Dachprofile oder andere Befestigungspunkte mit geeigneter Festigkeit, die Safeline-Systeme bieten im horizontalen Einsatz bis zu vier Personen gleichzeitig die bestmögliche Sicherheit“.

Übrigens: Bei der Gefährdungsbeurteilung darf der Aspekt der lichten Höhe unterhalb des Anschlagpunktes des Benutzers nicht außer Acht gelassen werden. Je nachdem, welches Auffangsystem verwendet wird, benötigt es eine gewisse Fallstrecke und außerdem dürfen keine Gegenstände, Maschinen oder Dachvorsprünge im Weg sein. Auch für den Fall der Fälle, wenn also ein Mitarbeiter abgestürzt ist, muss man vorbereitet sein. Nur den Notruf zu wählen und auf Hilfe zu warten, kann für den Gestürzten fatale Folgen haben. Denn regungsloses Verharren im Auffanggurt kann ein Hängetrauma verursachen und binnen 20 Minuten durch die Behinderung der Blutzirkulation zur Ohnmacht und sogar zum Tod führen. Eine schnelle, sichere Rettung durch die eigenen Kollegen kann hierbei den über Leben und Tod entscheidenden Zeitverlust verringern. Houben: „Wir bieten dafür ein breites Spektrum an Gotcha-Rettungssystemen, die es selbst einem eingewiesenen Laien ermöglichen, den eigenen Kollegen zu retten.“

Damit ist ein weiterer, ganz entscheidender Punkt für alle Arten von Höhenarbeiten genannt: Der fachlich richtige Umgang mit den jeweiligen Sicherungshilfsmitteln. Das Unternehmen Spanset entwickelt seine Produkte generell als Teil einer Gesamtstrategie für Sicherheitslösungen – international agierend mit eigenen Produktions- und Vertriebsgesellschaften in Europa und Übersee. Zu den Sicherheitslösungen gehören auch wichtige Bausteine wie der Aufbau, die Schulung, die Anwendung, die Prüfung und die Instandhaltung der Systeme. Dabei sind die Schulungsangebote so aufgebaut, dass Facharbeitern eine praktische Lösung für die persönliche Absturzsicherung geboten wird und somit alle Anforderungen an das Arbeiten in der Höhe erfüllt werden. Jörg Houben ergänzt noch: „Alternativ sind aber auch Seminare vor Ort möglich, um den größtmöglichen Lernerfolg zu erreichen“. Denn dabei können die praktischen Übungen mit dem eigenen, vertrauten Equipment durchgeführt werden. ms

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