Mehrwegtücher

Der Dreck muss sicher weg

Das Einwegtuch war gestern. Heute machen Mehrwegputztücher den Dreck weg. So nutzt Ruhfus Systemhydraulik den Mehrwegtuch-Service von Mewa, um den Betrieb sauber zu halten, Zeit zu sparen und die Umweltbilanz aufzupolieren. Damit die Vorteile uneingeschränkt zum Tragen kommen können, schließt Mewa mögliche Gefahrenquellen in Form von scharfkantigen Rückständen oder Selbstentzündung der ölhaltigen Lappen bei der Lagerung und dem Transport aus.

Bei der Herstellung von Hydraulikzylindern kommen jede Menge Öle und Kühlschmierstoffe zum Einsatz und werden mit Mehrwegtüchern aufgewischt.

Es tropft, es ölt, es schmiert. Lösemittel, Farben, Öle - überall gibt es etwas aufzuwischen. „Bei uns wird ständig gebohrt und gefräst“, berichtet Uwe Kühn, Betriebsleiter und Prokurist der Ruhfus Systemhydraulik GmbH. „Bei der Herstellung von Hydraulikzylindern kommen jede Menge Öle und Kühlschmierstoffe zum Einsatz. Diese Schmiere mischt sich mit Metallspänen, das muss alles aufgewischt werden.“ Der Dreck muss weg, doch wie und wohin? „Wir hatten jahrelang Einwegtücher im Einsatz. Aber dann stellte sich die nächste Frage: Wohin mit den Bergen von gebrauchten Tüchern? Überall lagen die dreckigen Lappen rum. Das sah chaotisch aus und war unangenehm bei Kundenbesuch.“ Zudem besteht bei öl- und schmiermittel-getränkten Putzlappen stets die Gefahr der Selbstentzündung. Die Suche nach einer nachhaltigeren Lösung brachte Ruhfus mit Mewa zusammen.

Die Idee, Putztücher nicht wegzuwerfen, sondern zu waschen, um sie wieder einsetzten zu können entstand bereits im Jahr 1908 in Ostritz-Altstadt bei Görlitz. Die vom Kaufmann Hermann Gebauer gegründete Mechanische Weberei Altstadt (Mewa) webte Tücher für die wachsende deutsche Industrie, um überschüssige Öle, Fette und Farben wegzuwischen und Maschinen sowie Anlagen sicher sauber zu halten. Die Tücher waren robust und konnten mehrmals verwendet werden - dank der dazugehörigen Service-Idee, die gebrauchten Textilien zurückzunehmen, zu waschen und wieder sauber zurück zum Kunden zu bringen. Dieses Konzept überzeugte schon vor über 100 Jahren namhafte Unternehmen wie Siemens, AEG und Bayer. Damit das Prinzip auch in der modernen Industrielandschaft bestehen kann, wird die Dienstleistung kontinuierlich an die Kundenbedürfnisse angepasst. So kann die Weberei heute von 13 deutschen und elf weiteren europäischen Standorten aus Kunden in 19 Ländern aus Industrie und Handwerk mit Mehrwegputztüchern versorgen.

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Auch die Frage der sicheren Entsorgung ist geklärt. Denn ölverschmierte, mit Lösungsmittel getränkte Tücher gelten beim Transport als Gefahrgut und bedürfen der normgerechten Behandlung. Damit die Einhaltung aller Vorschriften garantiert werden kann, hat Mewa die luftdichten Container, Sacons genannt, in denen sich die Tücher nicht entzünden können, eigens entwickelt. „Wir unterbinden die Sauerstoffzufuhr, indem wir Container mit luftdichtem Verschluss einsetzen: So ist ein Brand ausgeschlossen“, erklärt Michael Ballermann, zuständig für Arbeitssicherheit und Gefahrgut bei Mewa. So müssen sich die Unternehmen nicht um einen Entsorgungs- und Verwertungsnachweis kümmern. Auch die gemäß den gefahrgutachtlichen Vorschriften (ADR) geforderten Verladerpflichten sowie die Kennzeichnung der Sacons übernimmt der Dienstleister.

Aus Gefahrgut wird Energie

Die verschmutzten Putztücher sind aber nicht nur ein Gefahrgut, sie haben auch ihr Gutes: Aus den gebrauchten Tüchern wird neue Energie gewonnen, wodurch das Prinzip Wiederverwertung fortgesetzt wird. Die ausgewaschenen Schmutzrückstände werden gefiltert, Fette und Öle abgetrennt und - soweit möglich - thermisch wiederverwertet. Mehrere tausend Kubikmeter Recycling-Öl kommen so pro Jahr zusammen. Damit kann der Textilexperte 80 Prozent des Energiebedarfs zum Waschen und Trocknen der Putztücher decken. Bei Ruhfus schätzt man den nachhaltigen Ansatz: „Das entspricht unserer Firmenphilosophie, denn auch wir bemühen uns darum, die Umwelt zu schonen, Abfall zu vermindern“, erklärt Kühn.

Ressourcenschonend ist auch der Umgang mit Wasser. Durch ein Wiederverwertungssystem für das Spül- und Waschwasser spart Mewa nach eigenen Angaben bis zu 50 Prozent Wasser gegenüber herkömmlichen Waschverfahren. Die sogenannte Kaskadentechnik filtert noch verwertbares Waschwasser aus den letzten Spülgängen. Wiederaufbereitet kann es dann für weitere Waschgänge verwendet werden. Gewaschen wird mit biologisch abbaubaren Wasch- und Waschhilfsmitteln in einer möglichst geringen Dosierung.

Sicher sauber

Damit jedes Putztuch auch noch nach 50 Wäschen so gut wie das andere ist, durchlaufen die Putztücher nach jedem Waschgang eine mehrstufige Kontrolle. Zunächst sortieren Mitarbeiter ausgefranste und löchrige Tücher aus. Danach folgt die computergesteuerte Prüfung. Tücher, die zu leicht und zu dünn sind, werden automatisch aussortiert. Ist ein Tuch zu schwer, muss es noch einmal in die Wäsche. Denn zu viel Gewicht heißt, dass es noch Schmutz oder Fremdkörper enthält. Metalldetektoren sortieren Tücher mit verbliebenen Spänen und Metallresten aus, die Oberflächen oder gar den Benutzer verletzen könnten. Auch die Sacons, in denen die Tücher gelagert und transportiert werden, werden in einer speziellen Waschstraße gewaschen, die Mewa ebenso wie alle anderen Anlagen eigenständig entwickelt hat.

„Inzwischen sieht es bei uns richtig aufgeräumt aus. Unser Ordnungsproblem ist gelöst“, freut sich Uwe Kühn. Die gebrauchten Tücher werden in die bereitgestellten Sammel-container geworfen, die immer dorthin gerollt werden können, wo die Tücher gerade benötigt werden. Um den ausreichenden Vorrat und den Nachschub kümmert sich ein Servicefahrer des Unternehmens. Er holt im verabredeten Rhythmus die Container mit den gebrauchten Tüchern ab und bringt frisch gewaschene Tücher mit. „Wir haben jederzeit einsatzbereite Tücher. Der ganze Ablauf funktioniert reibungslos, ohne den Betrieb zu stören“, resümiert Kühn. cs

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