Sicherheitsschränke

Gefährliches Zusammenspiel

Lacke, Lösemittel und Verdünner sind Gefahrstoffe. In jedem Betrieb stellt sich daher die Frage der effizienten und sicheren Lagerung. Vor allem wenn unterschiedliche Gefahrstoffe zum Einsatz kommen, ist Vorsicht geboten. Denn einige Betriebs- mittel werden erst im Zusammenwirken mit anderen gefährlich oder ergeben durch Wechselwirkungen ein Gefahrenpotenzial. Beim Einsatz moderner Sicherheitsschränke kann aber die Gefahrstofflagerung dennoch unmittelbar am Arbeitsplatz erfolgen
Platzsparende Lösung: Kombischrank zur Zusammenlagerung von Säuren und Laugen (rechts) und brennbaren Flüssigkeiten (links).

Lacke, Lösemittel und Verdünner sind Gefahrstoffe. In jedem Betrieb stellt sich daher die Frage der sicheren Lagerung. Vor allem wenn unterschiedliche Gefahrstoffe zum Einsatz kommen, ist Vorsicht geboten. Denn einige Betriebsmittel werden erst im Zusammenwirken mit anderen gefährlich. Der Einsatz moderner Sicherheitsschränke ermöglicht es aber, die Gefahrstoffe dennoch unmittelbar am Arbeitsplatz aufzubewahren.

Die in der Industrie gängigen Gefahrstoffe lassen sich grob drei große Klassen zuordnen: Druckgase; brandgefährliche Stoffe; und ätzende oder gesundheits- beziehungsweise umweltgefährliche Stoffe. Die Stoffe innerhalb der drei Klassen haben gleiche oder ähnliche Merkmale, so dass nicht jeder gefährliche Stoff individuell zu bewerten und behandelt ist.

Die Lagerung der Gefahrstoffe ist in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sowie anderen Gesetzen und Vorschriften geregelt. Als Faustregel gilt: Ungeordnete Lagerung ist nicht erlaubt! Denn bei der Lagerung von Gefahrstoffen auf engem Raum ist zu beachten, dass oft erst das Mischergebnis zweier Stoffe die gefährliche Substanz ergibt oder andere Gefahren verursacht, bei denen Schutzmaßnahmen nicht greifen. „Vor der Einrichtung des Gefahrstofflagers sollte deshalb eine individuelle Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Zum einen um sich zu vergewissern, was man wo lagern darf und zum anderen in welchen Mengen“, empfiehlt Sven Sievers, Bereichsleiter Innovationen und Produktmanagement bei Asecos. Zur Orientierung hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) eine detaillierte Klasseneinteilung von Gefahrstoffen erstellt. Sie dient als Basis zur Einschätzung der im eigenen Betrieb genutzten Gefahrstoffe und dem aus ihren Eigenschaften resultierenden Risiko. Zusätzlich sind Hinweise bezüglich der Zusammenlagerung von Gefahrstoffen im VCI-Leitfaden enthalten.

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„Gleiches mit Gleichem“

Auf der sicheren Seite ist immer, wer sich an die Regel `Gleiches mit Gleichem´ hält. In einem Lagerabschnitt sollten immer ähnliche Gefahrstoffe gelagert werden. Bei der Innenlagerung gilt, dass sie entweder unter Einhaltung vorgeschriebener Mindestabstände, in separaten Räumen oder durch feuerbeständige Bauteile getrennt erfolgen muss. Auch sind stets die vorgeschriebenen Maximallagermengen zu beachten.

Ein solcher Lagerabschnitt kann in einem typgeprüften Sicherheitsschrank bestehen. So kann die sichere Gefahrstofflagerung auch direkt am Arbeitsplatz stattfinden. Das spart Wegzeiten und bares Geld. Die Auswahl für den richtigen Schranktyp hängt von den zu lagernden Stoffen ab. „Gemeinsam mit dem Betrieb sprechen unsere Experten den Bedarf durch und gehen dabei auch auf Prozess- und Bedarfsänderungen ein. Erst auf dieser Basis kann ermittelt werden, welche Schrankkombinationen geeignet sind. Dabei kommt es auch mal vor, dass Spezialanforderungen, wie etwa Sondermaße gewünscht werden“, berichtet Sven Sievers. Druckgase etwa werden in geprüften Druckgas-Sicherheitsschränken gelagert. Das Gefährliche an ihnen ist, dass die Flaschen mit dem komprimierten Gas entflammen oder bersten können. Strömt Gas aus, kann das bei unsachgemäßer Lagerung zu Bränden, Vergiftungen, Verätzungen und Erstickung führen. Druckgasflaschenschränke sollten daher ihren Inhalt über 90 Minuten vor Hitze und Flammen schützen (EN 14470-2). Zudem ist eine Entlüftung unabdingbar, sobald explosionsgefährliche oder giftige Gase gelagert werden.

Auch zur Innenlagerung von brandgefährlichen Substanzen sollten nur Sicherheitsschränke mit einer Feuerwiderstandsfähigkeit von mindestens 90 Minuten eingesetzt werden (EN 14470-1). In dieser Zeit können Mitarbeiter in Sicherheit gebracht und Löschmaßnahmen eingeleitet werden. Die Schränke sollen auch ständig entlüftet werden, da sich im Inneren explosive Dämpfe, Gase oder Stäube bilden können. Und es muss dafür gesorgt werden, dass Leckagen in Bodenauffangwannen erfasst werden.
Säuren und Laugen haben selten brandgefährliche Eigenschaften. Bei ihrer Lagerung muss weniger nicht auf Feuerwiderstandsfähigkeit geachtet werden; die Gefahren liegen eher in reizenden und ätzenden Wirkungen. Metallschränke würden binnen kurzem korrodieren. Deshalb sind korrosionsbeständige sowie mit den gelagerten Substanzen verträgliche Materialien in den Schränken verbaut. Die Konstruktion von Säuren- und Laugenschränken erlaubt es sogar, Säuren und Laugen im gleichen Schrank zu lagern, da sie in zwei Kammern geteilt, die nur separat zu öffnen sind und getrennt entlüftet werden. ms

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