Gefahrstoffarbeitsplätze

Geschickte Umleitung

Die neuen Gefahrstoff-Arbeitsplätze von Asecos bieten dem Anwender ein hohes Maß an Sicherheit und Gesundheitsschutz. Dafür sorgen aufeinander abgestimmte Frischluftschleier an der Frontöffnung, eine optimal gestaltete Abluftführung und eine lufttechnische Überwachung. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker hat die Systemlösung unter die Lupe genommen.

Gefahrstoff-Arbeitsplätze gibt es heute in fast allen Branchen und nicht nur im Forschungs- oder Chemielabor. Auch Aufgaben wie die industrielle Kleinteile-Reinigung, das Umfüllen gesundheitsschädlicher Betriebsmittel oder die Arbeit mit Klebstoffen fallen in diese Kategorie. Dabei lässt sich eine effiziente und sichere Rückhaltung der Schadstoffe an einem Gefahrstoff-Arbeitsplatz meist nur durch die geschickte Kombination aus Zu- und Abluft erfolgen.

Das Rückhaltevermögen ist dabei in hohem Maße von den erreichten Luftgeschwindigkeiten des Zuluftstroms abhängig. Die Erhöhung der Zuluftmenge bedingt aber immer auch eine Erhöhung der Abluftmenge. Um Schadstoffe optimal zu erfassen und fortzuführen sind hohe Luftgeschwindigkeiten im Bereich der Frontöffnung erforderlich. Nur so wird verhindert, dass Schadstoffe an der Rückwand „abprallen“ können und wieder nach vorne aus dem Gefahrstoffarbeitsplatz heraus geblasen werden. Und stets gilt das Prinzip, dass gefährliche Dämpfe oder Gase unmittelbar an der Austritts- oder Entstehungsstelle einzufangen sind – bevor sie überhaupt ihre gefährliche Wirkung in der Umgebung entfalten können. Diese Anforderungen werden auch durch gesetzliche Bestimmungen und Verordnungen gestellt. Hersteller Asecos – Spezialist im Bereich der Sicherheitsschränke – hat nun vor einigen Wochen eine neue Systemlösung für Gefahrstoff-Arbeitsplätze präsentiert, bei der die Gefahrstoffe nahe der Quelle zuverlässig umschlossen und erfasst werden. Im Frontbereich werden per Radialventilator gezielt Frischluftschleier generiert, die im Arbeitsbereich vorhandene oder entstehende Gefahrstoffe zügig nach hinten an die Prallwand transportiert. Dort werden die Gefahrstoffe dann über Ansaugschlitze an das Abluftsystem weitergeleitet. Durch diese geschickte Umleitung ermöglichen die neuen Gefahrstoff-Arbeitsplätze ein sehr sicheres Arbeiten mit Chemikalien. Gesundheitsgefährdende Dämpfe oder Gase haben kaum eine Chance, in den Arbeitsraum einzudringen. Und laut Hersteller wird die Entstehung einer explosionsfähigen Atmosphäre durch die ausgeklügelte Ablufttechnik „zuverlässig vermieden“. Für Arbeiten mit Spritz- und Splittergefahr muss freilich auf Geräte mit zusätzlichem Frontschieber zurückgegriffen werden. Und grundsätzlich muss der Gefahrstoff-Arbeitsplatz an eine geeignete, bauseitige Abluftanlage angeschlossen werden.

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Eine serienmäßig eingebaute lufttechnische Überwachungseinrichtung mit Permanentanzeige informiert den Anwender (oder Sicherheitsbeauftragten) über den störungsfreien Betrieb des Arbeitsplatzsystems. Die Überwachung der vorhandenen Luftmengen im Ab- und Zuluftschacht erfolgt per Druckmessung über integrierte Druckdosen mit einstellbarem Sollwert. Bei einer zehnprozentigen Abweichung gegenüber den eingestellten Luftwerten erfolgt ein akustischer und optischer Alarm. Der optische Alarm erlischt nur, wenn die eingestellten Sollwerte wieder erreicht werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen potenzialfreien Alarmkontakt zur Weiterleitung an eine zentrale Leitstelle herzustellen. Und ein integrierter Akku sichert die Funktion der gesamten Überwachungseinheit bei Stromausfall.

Hohe Variabilität

Über die integrierte Ablufttechnik hinaus bietet die Systemlösung von Asecos die Möglichkeit, unterschiedliche Typen von Gefahrstoff-Arbeitsplätzen zu realisieren. Verschiedene Größen, Modelle und Ausstattungsvarianten erlauben die Gestaltung sehr individueller Lösungen. So stehen beispielsweise Konstruktionen mit transparenter oder opaker Rückenwand, mit Seitenscheiben in Acryl- oder Sicherheitsglas oder in geschlossener Variante zur Auswahl. Ebenso ist jede gewünschte Medienversorgung – also die Versorgung mit Wasser, Gas, Druckluft oder Reinstmedien – in zahlreichen Kombinationen umsetzbar. Darüber hinaus kann der Anwender zwischen Arbeitsflächen aus Edelstahl, Mineralwerkstoff oder Melaminharz beschichteten Platten wählen. Auch Varianten ganz ohne Arbeitsfläche zur Aufstellung auf vorhandene Werkbänke oder Flächen lassen sich gestalten. Und es besteht die Möglichkeit von individuellen Einbauten wie Ausgussbecken, Gitterrosten und dergleichen. Vielfältiges Zubehör wie Untergestelle für stehende oder sitzende Tätigkeiten oder passende Unterbauschränke zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten, Säuren oder Laugen rundet die Systemlösung ab.
Michael Stöcker (stoecker@hoppenstedt.de)

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