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Persönliche Schutzausrüstung3M zahlt 2 Mrd. US-Dollar für Scott Safety

Rundum geschützter Feuerwehrmann

Der US-amerikanische Multitechnologiekonzern 3M hat mit Johnson Controls einen endgültigen Vertrag zum Erwerb von Scott Safety für 2,0 Milliarden US-Dollar geschlossen.

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Fasergewebe für SchutzkleidungSchutz vor Überschlag

Der Ernstfall passiert ganz überraschend und schnell. Wenn beispielsweise Elektrotechniker und Wartungspersonal in der Nähe von Energie erzeugenden oder Energie führenden Systemen zugange sind, besteht latent die Gefahr unkontrollierter Lichtbögen. Kann heißen: Allerhand Volt oder gar Kilovolt schlagen von Anlage oder Leitung auf den Mitarbeiter über. Das tut nicht nur weh.

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ti4  Arbeitsschutz u. -sicherheit (Minileiter): Schutz vor Überschlag

Herkömmliche Arbeitskleidung aus Baumwolle oder Polyester bietet hier kaum Schutz. Sie kann durch einen Störlichtbogen in Flammen aufgehen oder dessen Energie an den Körper weiterleiten. Die Folgen sind ernst: Schwere Verbrennungen oder Stromschlag mit nicht selten tödlichem Ausgang. Die Statistik der Berufsgenossenschaft spricht da eine deutliche Sprache. Sie registriert für das Jahr 2000 insgesamt 683 Strom-Arbeitsunfälle; 19 davon endeten tödlich, wobei sich 13 ursächlich auf den Durchschlag von Verbrennungen durch Lichtbögen zurückführen ließen.

Dass es neben allerlei lebenswichtigen Verhaltensregeln bislang keine gegen Störlichtbögen schützende Arbeitskleidung gab, war zweifellos eine Sicherheitslücke. Die wurde aber durch die Entwicklung spezieller Schutzanzüge geschlossen, bei der die Markenfaser Nomex von Du Pont zum Einsatz kam. Dieses Fasermaterial bietet gute flamm- und hitzehemmende Eigenschaften und eine gute Wärmeisolierung. Es ist atmungsaktiv, schützt bedingt auch gegen Säuren und ist permanent antistatisch.

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Der unverzichtbare Blick auf die Normung beschreibt exakt das Anwendungsgebiet von Schutzanzügen aus dem Material von Du Pont. Sie entsprechen den Anforderungen der europaweit in der CENELEC II dokumentierten Normen und können bei entsprechender Ausführung weitere Standards erfüllen. Diese sind – tief Luft holen – zum Beispiel: Die EN 531 a, B1, C1 (Schutzkleidung für hitzeexponierte Arbeiter), die PrENV 50354 : 2001 Klasse II (Störlichtbogenprüfverfahren für Materialien und Kleidungsstücke für Anwender, die einer Störlichtbogengefährdung ausgesetzt sind), die PrEN 1149-3 : 2001 (elektrostatische Eigenschaften) sowie die PrEN 340 : 2002 (allgemeine Anforderungen), die EN 368 (30% H2SO4, Dachrinnentest) oder die PrEN 11611: 2002 Klasse 1 (Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren).

Aus der Nomex-Faser gefertige Gewebe bieten bei einem Flächengewicht von 265 g/m2 eine bessere Schutzfunktion als andere Materialien mit höherem Flächengewicht. Dabei lässt sich durch den Einsatz sogenannter ,,modularer" Schutzkleidungssysteme – bestehend aus Jacke, Latzhose (265 g/m2) und Poloshirt (205 g/m2) – gleichzeitig eine hohe Bewegungsfreiheit erhalten.

Und das ist gut so! Denn neben ihrer schützenden Funktion muss Arbeitskleidung immer auch komfortabel und leicht sein, damit die Risikogruppen sie im Einsatz auch tatsächlich tragen. Von wachsender Bedeutung für die Industrie ist zudem, dass die Arbeitskleidung das Erscheinungsbild – die vielbesungene Corporate Identity – eines Unternehmens widerspiegelt. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, dürfen sich technische Textilien den Gestaltungs- und Verarbeitungswünschen der Designer nicht verschließen. Hier macht sich positiv bemerkbar, dass die Nomex-Fasern in einem spinndüsengefärbten Prozess produziert werden. Dies ermöglicht es Designern, die Schutzkleidung entsprechend den Designanforderungen von Unternehmen zu entwerfen. Dank der speziellen Eigenschaften der Faser wird die Wirksamkeit der Anzüge weder von der Farbgebung noch von vielen Waschzyklen beeinträchtigt. Mit anderen Worten: Schutzfunktion und Optik bleiben relativ lange erhalten. Die Lebensdauer der Schutzkleidung liegt laut Hersteller bei bis zu vier Jahren. Dieses Bündel an Vorteilen hat mittlerweile auch international tätige Unternehmen wie Schering, Siemens oder Opel überzeugt. Sie setzen für ihre Schutzausrüstung ge- gen Störlichtbögen speziell angefertigte Designer-Schutzausrüstung ein, die mit der Markenfaser von Du Pont hergestellt wurden.Michael Stöcker

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