Wettbewerbsfähigkeit stärken

Franz Morat gründet Produktion in Polen

Die Franz Morat Group hat einen neuen Standort im polnischen Nowa Ruda gegründet. Er soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig stärken und auch die Standorte im Schwarzwald langfristig sichern.

Die im Oktober 2014 fertiggestellte Produktionshalle im Invest Park von Nowa Ruda, Polen.

Framo Morat und F. Morat, die Unternehmen der Franz Morat Group, sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Beim Zahnrad- und Antriebsspezialisten Framo Morat stieg der Umsatz seit 2004 von € 29 Mio. auf die Höchstmarke von € 52,4 Mio. an. In der gleichen Zeitspanne wurde der Umsatz bei F. Morat, einem Pionier in der Kunststoff-Spritzgießtechnik, nahezu verdoppelt und liegt nun ebenfalls auf einem Rekordniveau von € 15,8 Mio. Die Unternehmens­gruppe beschäftigt rund 550 Mitarbeiter – und damit beinahe 200 Mitarbeiter mehr als noch vor zehn Jahren. Ende 2012 hatte die Franz Morat Group das Unternehmensziel ausgegeben, den Jahresumsatz bis 2022 auf € 100 Mio. erhöhen zu wollen und in diesem Zuge die Internationalisierung der Unternehmensgruppe voranzutreiben.

Preissenkungen schlagen ergebnisseitig zu Buche

„Das wichtigste Ziel ist die langfristige Sicherung unserer Standorte im Schwarzwald“, erklärt Gökhan Balkis, Geschäftsführer der Franz Morat Group. „Der zunehmende Mangel an Fachkräften und Ingenieuren in Deutschland hemmt unser derzeitiges, überdurchschnittliches Wachstum und erfordert somit eine Erweiterung unseres Geschäftsmodells. Der neue Standort in Nowa Ruda wird in den kommenden Jahren erheblich zur Kapazitätserweiterung der Unternehmensgruppe beitragen und somit unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern und unseren profitablen Wachstumskurs nachhaltig unterstützen“, so Balkis weiter.

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In den vergangenen Jahren machten sich durch den steigenden Wettbewerbsdruck verursachte Preissenkungen, die insbesondere bei montage- und dadurch personalintensiven Großprojekten in einer Reduktion der Deckungsbeiträge resultieren, ergebnisseitig bemerkbar. Die mit der Wachstumsstrategie der vergangenen Jahre einhergehenden Investitionen in Personal, Maschinen und Infrastruktur sowie kontinuierlich ansteigende Aufwendungen für Personal, Material und Energie schlagen hier ebenfalls zu Buche.

Um diesen Entwicklungen entgegen zu wirken, hat die Franz Morat Group ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit geschnürt. Lean-Programme zur Reduzierung der Gemeinkosten, Produktivitätssteigerungen durch innovative Logistik-, Werkzeug- und Maschinenkonzepte oder ein Ausbau des Global Sourcing werden mittelfristig einen Ergebniseffekt generieren. Die Gründung des neuen Produktionsstandorts wird laut Balkis hingegen bereits nach rund zwölf Monaten zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

Sieben osteuropäische Standorte im Visier

Sieben osteuropäische Länder wurden während des vergangenen Jahres mit Unterstützung eines Beratungsunternehmens analysiert und miteinander verglichen. Polen und Serbien stellten sich letztendlich als attraktivste Standorte heraus. Nach intensiver Gegenüberstellung der drei favorisierten Regionen, fiel die Wahl auf die 24.000-Einwohner-Stadt Nowa Ruda in Niederschlesien. Ausschlaggebend hierfür waren mehrere Faktoren: Zum einen ist Polen Mitglied der EU, wodurch keine besonderen Einreiserichtlinien, Arbeitsbedingungen oder Zollregularien greifen. Die Entfernung des neuen Produktionsstandorts zum Stammwerk ist mit rund 800 km überschaubar und mit LKW‘s gut zu bewältigen – ein wesentlicher Vorteil gegenüber Standorten in Asien. Nowa Ruda überzeugt zudem durch seine gute, infrastrukturelle Anbindung sowie eine Sonderwirtschaftszone, die Investoren mit Zuschüssen und Steuerbegünstigungen unterstützt. In zahlreichen Gesprächen mit dem Kreisarbeitsministerium sowie vor Ort ansässigen Unternehmen wurde ermittelt, dass die Region bei einer Arbeitslosenquote von 23 % über ein hohes Qualifikationsniveau mit guten Berufs- und Hochschulen verfügt. Die durchschnittliche Fluktuationsrate liegt darüber hinaus unter 1 %. Zu guter Letzt war die weite Verbreitung der deutschen und englischen Sprache ein wichtiges Argument.

In den vergangenen Jahren machten sich durch den steigenden Wettbewerbsdruck verursachte Preissenkungen, die insbesondere bei montage- und dadurch personalintensiven Großprojekten in einer Reduktion der Deckungsbeiträge resultieren, ergebnisseitig bemerkbar. Die mit der Wachstumsstrategie der vergangenen Jahre einhergehenden Investitionen in Personal, Maschinen und Infrastruktur sowie kontinuierlich ansteigende Aufwendungen für Personal, Material und Energie schlagen hier ebenfalls zu Buche.

Um diesen Entwicklungen entgegen zu wirken, hat die Franz Morat Group ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit geschnürt. Lean-Programme zur Reduzierung der Gemeinkosten, Produktivitätssteigerungen durch innovative Logistik-, Werkzeug- und Maschinenkonzepte oder ein Ausbau des Global Sourcing werden mittelfristig einen Ergebniseffekt generieren. Die Gründung des neuen Produktionsstandorts wird laut Balkis hingegen bereits nach rund zwölf Monaten zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

Nowa Ruda überzeugte die Investoren

Sieben osteuropäische Länder wurden während des vergangenen Jahres mit Unterstützung eines Beratungsunternehmens analysiert und miteinander verglichen. Polen und Serbien stellten sich letztendlich als attraktivste Standorte heraus. Nach intensiver Gegenüberstellung der drei favorisierten Regionen, fiel die Wahl auf die 24.000-Einwohner-Stadt Nowa Ruda in Niederschlesien. Ausschlaggebend hierfür waren mehrere Faktoren: Zum einen ist Polen Mitglied der EU, wodurch keine besonderen Einreiserichtlinien, Arbeitsbedingungen oder Zollregularien greifen. Die Entfernung des neuen Produktionsstandorts zum Stammwerk ist mit rund 800 km überschaubar und mit LKW‘s gut zu bewältigen – ein wesentlicher Vorteil gegenüber Standorten in Asien. Nowa Ruda überzeugt zudem durch seine gute, infrastrukturelle Anbindung sowie eine Sonderwirtschaftszone, die Investoren mit Zuschüssen und Steuerbegünstigungen unterstützt. In zahlreichen Gesprächen mit dem Kreisarbeitsministerium sowie vor Ort ansässigen Unternehmen wurde ermittelt, dass die Region bei einer Arbeitslosenquote von 23 % über ein hohes Qualifikationsniveau mit guten Berufs- und Hochschulen verfügt. Die durchschnittliche Fluktuationsrate liegt darüber hinaus unter 1 %. Zu guter Letzt war die weite Verbreitung der deutschen und englischen Sprache ein wichtiges Argument.

Das angemietete Produktionsgebäude im Invest Park von Nowa Ruda mit einer Fläche von 2.500 m² wurde im Oktober 2014 fertig gestellt. Zunächst ist eine Verlagerung der umsatzstärksten Serien-Montageprojekte von Framo Morat und F. Morat geplant, so dass bereits im Sommer 2015 mit der Montage in Polen begonnen werden kann. Außerdem wird der Aufbau von Engineering-Kapazitäten vorangetrieben. So möchte man den aus dem Ingenieur-Mangel in Deutschland, der speziell die abseits der Ballungszentren ansässigen Unternehmen vor Probleme stellt, resultierenden steigenden Personalaufwendungen für die Entwicklung und Konstruktion von neuen oder bestehenden Antriebsprojekten entgegenwirken. „Wir werden unsere Innovationskraft sukzessive erhöhen und gleichzeitig die Entwicklungszeiten für neue Antriebslösungen senken“, erklärt Balkis, der im selben Atemzug darauf hinweist, dass es für die Kunden während der Übergangsphase keine negativen Abweichungen hinsichtlich Qualität und Lieferzuverlässigkeit geben werde. Man plane zwar kurzfristig mit Produktivitätsverlusten, werde diese aber durch den vorbeugenden Aufbau größerer Bestände an Produktions- und Kaufteilen auffangen. Außerdem werden Investitionen in zusätzliche Verwaltungs- und Logistikkapazitäten getätigt. In den ersten Monaten werden alle Einkaufs- und Produktionsteile in Eisenbach kommissioniert. Dabei werden die aktuell gültigen Qualitätsstandards der nach ISO/TS 16949 zertifizierten Unternehmensgruppe angewendet und alle Antriebe vor der Auslieferung zu 100% geprüft.

Arbeitsplätze am Stammsitz sollen gesichert werden

Am Standort Eisenbach wird ein kleineres Montage-Team bestehen bleiben, um Serienanläufe zu begleiten, Optimierungsaufgaben durchzuführen und als zentraler Ansprechpartner zu fungieren. Zahlreiche Mitarbeiter der Schwarzwälder Stammwerke werden im Rahmen von temporären Aufbau- und Schulungsaufgaben in Nova Ruda den reibungslosen Know-how-Transfer unterstützen, der sich zeitnah in der Realisierung der gewohnten Produktivitätsstandards niederschlägt.

Während der gesamten Planungsphase hatte die Sicherung der Arbeitsplätze am Stammsitz große Priorität. „Das starke Wachstum der vergangenen Jahre ermöglicht es uns, alle fest angestellten Mitarbeiter langfristig zu beschäftigen. Die hiesigen Standorte werden nicht verkleinert, wir werden vielmehr die Chance nutzen, frei werdende Mitarbeiterkapazitäten und Produktionsflächen für unser zukünftiges Wachstum in den Business Units Zahnradtechnik, Schneckenradsätze und Kunststoff-Spritzgießtechnik einzusetzen und aktuelle Engpässe zu bedienen“, sagt Balkis.

Am neuen Standort soll auch die Erschließung neuer Absatz- und Beschaffungsmärkte forciert und durch die Präsenz in neuen Branchen außerhalb bisheriger Stammmärkte zusätzliches Wachstum generiert werden – schließlich gilt Osteuropa mittlerweile als einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Insbesondere Polen belegt bei den Konjunkturprognosen der OECD für 2015 und 2016 mit einem erwarteten Wachstum des Bruttoinlandprodukts zwischen 3,0 % und 3,5 % einen der vorderen Ränge. Nach der Gründung der niederländischen Tochterfirma Framo Morat B.V. im Jahr 2009 und der US-amerikanischen Niederlassung Framo Morat, Inc. Anfang 2014, unterstreicht die Gründung der Framo Morat Polska sp.z o.o. die zunehmende Internationalisierung der Franz Morat Group, die in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll. Derzeit befindet man sich bereits in der Planungsphase zur Gründung eines Kunststoffspritzgieß-Unternehmens für das Automotive-Geschäft in Mexiko. Man werde zukünftig das Wachstum der Unternehmensgruppe auf mehreren Schultern verteilen, so Geschäftsführer Balkis.

F. Morat-Standort VS-Pfaffenweiler wird erweitert

Doch auch in Deutschland wird 2015 stark investiert. Die bislang vom Kunststoff-Spritzgieß-Spezialisten F. Morat angemietete, rund 800 m² große Produktionsfläche am Standort VS-Pfaffenweiler wird im 1. Quartal des Jahres gekauft und im gleichen Zug auf rund 2.500 m² erweitert. Bei Framo Morat stehen Investitionen in Maschinen, Geräte, Betriebsmittel und Infrastruktur an. Das geplante Investitionsbudget der Franz Morat Group in die Standorte Eisenbach und VS-Pfaffenweiler ist mit über € 7 Mio. das höchste der Firmenhistorie. kf

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