Spindelhubgetriebe

Evelin Eitelmann,

Tubix-Baureihe: Eine Form, viele Möglichkeiten

Neues entsteht, wenn damit begonnen wird, sich über vorhandene, bisher als Status quo anerkannte Prinzipien hinwegzusetzen. Es entstehen losgelöste Ideen, die zunächst unrealistisch erscheinen. Aber dadurch, dass aus diesen Ideen neue Lösungsansätze entstehen, werden sie greifbar. In dieser Weise hat beim Unternehmen Neff Gewindetriebe ein kreatives Team die bisher bekannten Spindelhubgetriebe neu gedacht.

Die Grundform der neuen Tubix-Getriebe von Neff lässt sich einfach in vorhandene Konstruktionen integrieren. © (Bild: Neff Gewindetriebe)

Der Name Neff steht traditionell für qualitativ hochwertige Gewindetriebe. Seit über 100 Jahren werden Gewinde geschnitten, gewirbelt, gerollt oder geschliffen. Heute bietet das Unternehmen Lösungen rund um Gewindespindeln und Muttern. Neben Kugel- und Trapezgewindetrieben in verschiedensten Ausführungen, fertigt es eine Vielzahl von Endprodukten und Systemen. So finden sich im Katalog Spindelhubgetriebe in unterschiedlichsten Ausführungen, Teleskopgewindetriebe und seit neuestem auch Spindelhubgetriebe mit dem Getriebegehäuse gestaltet aus gekreuzten Rohren. Bei der Entwicklung wurde der Value-Engineering-Ansatz konsequent verfolgt. Das heißt, die Form folgte stets der Funktion. Das Ergebnis ist eine Spindelhubgetriebe-Baureihe von unverwechselbarer Gestalt und unzähligen Möglichkeiten in ihrer Anwendung. Das sehen auch andere so, denn Anfang März wurde dem Unternehmen feierlich der international anerkannte IF-Design-Award 2018 für diese Baureihe verliehen.

Zwei charakteristisch gekreuzte Präzisionsrohre übernehmen beim Spindelhubgetriebe die Funktion des traditionellen Getriebegehäuses. Das vereinfacht Materialvariationen. So können zum Beispiel Edelstahl-Spindelhubgetriebe für Anwendungen in der Medizin-, Verpackungs- oder Nahrungsmitteltechnik ohne großen Zusatzaufwand realisiert werden. Dass dabei das Zerspanvolumen im Gegensatz zu herkömmlichen Getriebegehäusen um bis zu 45 Prozent reduziert wird, liegt auf der Hand. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern verringert auch die Durchlaufzeit.

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Neue Einsatzmöglichkeiten durch flexible Anwendung
Ausgehend vom klaren und extrem kompakten Aufbau der Hubgetriebe lassen sich reihenweise Applikationen ableiten, die eine Vielzahl von bestehenden Anwendungen abdecken und neue Einsatzmöglichkeiten erschließen. So lässt sich schon die Grundform der neuen Getriebe einfach in vorhandene Konstruktionen integrieren. Wahlweise können die Standard-Anbauplatten unterhalb oder oberhalb des Antriebzapfens angebracht werden. Durch die Variation der Grundplatten in Form und Anschlussmaßen ergeben sich darüber hinaus vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten. So können die neuen Spindelhubgetriebe auf einfache Weise an bestimmte Kundenanforderungen angepasst werden oder bei der Substitution bereits bestehender Antriebslösungen die schon bestehenden Bohrbilder realisiert werden.

Geringere Kosten bei gleichzeitig kompakterer Bauform
Weiter sind die Rohre mit einer fast beliebigen Länge herstellbar. In Bezug auf das Spindelrohr ergibt sich daraus der Vorteil, dass das Maß zwischen Grundfläche und Antriebswelle problemlos variiert werden kann. Wenn in Folge die Befestigungsplatte am Rohr-Ende verschweißt wird, kann bei sehr schlanken Anwendungen das Spindelrohr als Abstützung dienen. Ein verlängertes Antriebswellen-Rohr in Kombination mit einer Hohlwelle und einem angeschweißten Motorflansch erspart den Einsatz der sonst üblichen Motorglocken, was wesentlich kompakter baut und zusätzlich Kostenvorteile bringt. Durch die Möglichkeit der freien Gestaltung der Anschraubflansche und Rohrlängen können die neu entwickelten Hubgetriebe also auch überall dort eingesetzt werden, wo aufgrund vorhandener Konstruktionen beengte Einbaumaße vorliegen.

Neben den bereits bestehenden Spindelhubgetriebebauarten „N – Axial verfahrende Spindel“ und „R – Drehende Spindel“ wurden zwei weitere Standardvarianten generiert. Eine Schubzylinderausführung entsteht durch die Verlängerung des Spindelrohres als Führungsrohr. Durch diese flächige Führung kann die innenliegende Kolbenstange Querkräfte aufnehmen, sodass in bestimmten Fällen auf zusätzliche Führungen verzichtet werden kann. Der Abstreifer am Ende des Spindelrohres schützt dessen Innenleben vor Schmutz, Feuchtigkeit und Staub. Es liegt also ein vollkommen abgeschlossenes Antriebssystem vor.

Durch kardanische Aufnahme Schwenkbewegungen einfach umsetzen
Die zweite Variante entsteht durch Verlängerung des Spindelrohres entgegengesetzt zur Hubrichtung. Dadurch wird dieses Spindelrohr gleichzeitig zum Schutzrohr. Ausgestattet mit kardanischen Aufnahmemöglichkeiten können mit dieser Ausführung Schwenkbewegungen, wie zum Beispiel in Scherenhubtischen oder Klappenverstellungen, einfach umgesetzt werden.

Ausgestattet mit kardanischen Aufnahmemöglichkeiten können mit dieser Ausführung Schwenkbewegungen, wie zum Beispiel in Scherenhubtischen oder Klappenverstellungen, einfach umgesetzt werden. (Bild: Neff Gewindetriebe)

Beim Bestellvorgang hat der Konstrukteur die Möglichkeit, über eine bebilderte Übersicht bereits verschiedene vorausgewählte Varianten zu selektieren und diese durch kundenspezifische Angaben wie zum Beispiel dem Hub individuell auf seinen Anwendungsfall anzupassen.

Als Gewindetrieb kommen wahlweise die bewährten Neff-Trapezgewindespindeln oder die Neff-Kugelgewindetriebe in verschiedenen Durchmessern und Steigungen zum Einsatz. Auch Gleitgewindetriebe auf Basis von Kugelgewindespindeln können ausgewählt werden.Hier ergibt sich gegenüber Trapezgewindetrieben der Vorteil eines größeren Kerndurchmessers und damit einer höheren Beständigkeit gegen das Einknicken der Spindel.

Das Zubehör und die Anbauteile aus dem Neff-Baukasten wie Befestigungsplatten, Gabelköpfe, Gelenkaugen und Faltenbälge aus den kubischen Spindelhubgetrieben sind auch für die neue Baureihe verwendbar. Ab sofort stehen zudem verschiedene Baugrößen für Hubkräfte bis 150 kN zur Verfügung.

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