Ventilatoren-Verordnung

Andreas Mühlbauer,

„Die Ventilatoren-Verordnung funktioniert“

Mit der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls hat sich die EU verpflichtet, die CO2-Emission bis 2020 um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. Um dieses Klimaziel zu erreichen, verabschiedete die EU die ErP-Richtlinie und legte verbindliche Grenzwerte für Ventilatoren fest. Geoff Lockwood, Technical Director bei ebm-papst UK, hat an der Entwicklung der Richtlinie mitgewirkt.

SCOPE: Worum geht es beim Thema ErP?

Geoff Lockwood ist Technical Director bei ebm-papst UK Ltd. und Vorsitzender der Fan Working Group bei der European Ventilation Industry Association (EVIA). © ebm-Papst

Geoff Lockwood: Die „Verordnung 327/2011 im Hinblick auf die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Ventilatoren, die durch Motoren mit einer elektrischen Eingangsleistung zwischen 125 W und 500 kW angetrieben werden“ wurde 2011 veröffentlicht. Schätzungen zufolge sind seit 2012 als Folge der Verordnung 46.800 GWh Energie beziehungsweise 21,5 Mio. Tonnen CO2 eingespart worden. Jedoch sind Rechtsvorschriften entstanden, die unklar formuliert sind und unnötige Ausschlüsse beinhalten. Es existiert eine Ausnahme dahingehend, dass in den Geltungsbereich auch Ventilatoren fallen, „die in andere energieverbrauchsrelevante Produkte eingebaut sind“.

SCOPE: Warum ist dieser Aspekt so umstritten?

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Lockwood: Integrierte Ventilatoren sind Komponenten, die in andere Produkte eingebaut sind. Die Gegner führen ins Feld, dass diese kaskadierende oder doppelte Regulierung von Teilen und Produkten ihre Entwicklungstätigkeit unnötig belastet. Ihrer Meinung nach ließe sich dies eindeutiger regeln: durch eine Regulierung von Ventilatoren aus dem Katalog. „Maßgeschneiderte“ Ventilatoren hingegen sollten keiner Regelung unterworfen sein. Maßgeschneidert bezeichnet dabei einen Ventilator, der sich von einem Ventilator aus dem Katalog unterscheidet. Aber schon durch eine rosafarbene Lackierung würde ein Ventilator als maßgeschneidert gelten – ein Schlupfloch zur Umgehung der Vorschriften.

SCOPE: Was würde passieren, wenn diese Ventilatoren dennoch ausgenommen würden?

Lockwood: Ein Großteil der genannten Einsparungen ist auf Ventilatoren zurückzuführen, die in andere energieverbrauchsrelevante Produkte eingebaut sind. Eine Änderung des Geltungsbereichs dahin, dass integrierte Ventilatoren nicht unter die Verordnung fallen, wäre ein Schritt zurück zur Situation im Jahr 2012 und gleichbedeutend mit einem höheren Energieverbrauch und der Rückkehr zu alten, ineffizienten Anlagen.

SCOPE: Wie ist der Prozess auf EU-Ebene gestaltet, um diese Themen zu diskutieren?

Lockwood: Die Überprüfung von Rechtsvorschriften ist verbindlich vorgeschrieben. Es gelten dabei bestimmte spezifische Vorgaben, darunter die Untersuchung der Frage einer Erhöhung der unteren Energieeffizienz-Grenzwerte. Im Forum kommen die Mitgliedstaaten, NGOs und andere Interessenvertreter zusammen, um über eine überarbeitete Fassung zu beraten, die der Referent der Generaldirektion (GD) Energie als Vorschlag vorlegt. Der Prozess wirkte sich positiv aus: Viele Änderungen im Zuge dieser Überarbeitung entstanden auf Initiative der Ventilatoren-Branche.

SCOPE: Derzeit beobachten Sie die nächste Überprüfung.

Lockwood: Ja, die nächste Überprüfungsrunde hat begonnen. Im Juni hat der Ausschuss für Regulierungskontrolle (RSB) die Überprüfung vorerst negativ bewertet. Bliebe es bei der negativen Bewertung, würden wir auf den Stand von 2012 zurückfallen. Doch der Referent beabsichtigt eine erneute Eingabe beim RSB. Es bleibt zu hoffen, dass die tatsächliche Lage erkannt und der ursprüngliche Geltungsbereich beibehalten wird, um die Folgen für unsere Umwelt einzudämmen.

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