Virtual Machining-Software

Schuss ins Schwarze

Als Marke kennt man Weitner in den Kfz-Werkstätten führender Autohersteller. Kontinuierlich hat der Spezialist für Werkstattausrüstung in neueste Technologien investiert. Mit innovativen Produkten, neuen Fertigungsmethoden und aktueller Virtual-Machining-Produktionssoftware konnte das Unternehmen seine Stück- und Rüstzeiten um rund 50 Prozent senken.

Durch die digitale Prozesskette vom ERP bis an die Maschine konnte der Zerspanungs-Spezialist seine Maschinenlaufzeiten um rund 30 Prozent senken sowie die Rüst- und Nebenzeiten um insgesamt 50 Prozent reduzieren.

„Jedes Jahr investieren wir einen sehr hohen Betrag in neue Technologie.“ Heinz Weitner, Geschäftsführer der Werner Weitner GmbH, weiß, dass er sein Unternehmen nur vorwärts bringt, wenn er konsequent auf die neuesten Maschinen und Softwarelösungen setzt. Mit dieser Strategie besteht die Werner Weitner GmbH bereits seit 1968. Aus dem Ein-Mann-Betrieb wurde innerhalb kurzer Zeit ein wichtiges Zuliefer- und Lohnfertigungsunternehmen. Das Produktspektrum umfasst Kfz-Spezialwerkzeuge, komplette maschinelle Werkstattausrüstungen, einen Prototypenbau, Präzisionsteile und eine eigene Hochleistungspumpen-Baureihe mit einem Arbeitsdruck von bis zu 700 Bar. Der Mittelständler produziert mit seinen rund 260 Mitarbeitern im Dreischichtbetrieb an sechs Tagen pro Woche neben Präzisionsdreh- und Frästeilen auch Komplettbaugruppen für namhafte Hersteller in der Automobilwelt, der Medizintechnik und weiterer Branchen. Sein Maschinenpark besteht mittlerweile aus nahezu 50 CNC-Maschinen, davon 25 Fräsmaschinen mit 3- bis 5-Achsbearbeitung sowie Komplett-Bearbeitungszentren.

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Coscom Virtual Machining sichert bei Werner Weitner den kompletten CAD/CAM Prozess im Vorfeld der Produktion am virtuellen Arbeitsplatz (PC) ab.

Zahlreiche Kunden kooperieren bereits bei der Entwicklung ihrer Produkte eng mit Weitner. Bevor die Produktion der Serienfertigung beginnt, erhält Werner Weitner ein 3D-Modell in Form von CAD-Dateien, um die passenden Werkzeuge zu entwickeln. Eine komplett digitale IT-Infrastruktur in Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung hilft dem Unternehmen und verleiht ihm Flexibilität, so dass es rasch auf Änderungen bei Kundenwünschen reagieren kann. Im Einsatz sind bei Weitner mehrere CAD-Systeme, wie Siemens NX, CATIA oder Solid Edge.

Als Arbeitsumgebung in AV, Programmierung und Fertigung setzt Werner Weitner auf eine durchgängige Prozesslösung von Coscom. Die CAD/CAM-Software Profi CAM VM ist seit 2003 im Einsatz. Sie wurde in den letzten Jahren kontinuierlich mit dem CAM-Datenmanagement FactoryDirector VM, der Werkzeugverwaltung ToolDirector VM und mit der Maschinensimulation Profi Kinematik VM zum Virtual Machining ausgebaut. Mithilfe der Software schaffte es der Mittelständler, seine Fertigungszeiten um 30 Prozent pro Bauteil zu senken. Mit Profi CAM VM programmiert Weitner alle Werkstücke je nach Bearbeitungstechnologie und Bauteil-Komplexität in 2,5D oder 3D. Das CAM-Datenmanagement FactoryDirector VM, in den Gesamtprozess eingebettet, dient als zentrale „Daten-Drehscheibe“ für sämtliche Informationen, die die Produktionsabläufe betreffen. Artikelbezogen stellt das Modul alle aktuellen technologischen Informationen inklusive Änderungsindex und Werkzeugliste zur Verfügung. Das macht sich besonders bei Wiederholteilen bezahlt, wie Manfred Apelsmeier, CNC-Fertigungsleiter bei Werner Weitner, schildert: „Bei wiederkehrenden Aufträgen haben wir alles auf einen einzigen Klick parat. ‚Mit dem ersten Schuss ins Schwarze‘ ist da die Devise, denn Programmfehler oder veraltete NC-Programme sind durch den FactoryDirector ausgeschlossen.“ Zurzeit befinden sich rund 5.900 Bauteile mit jeweils zwei bis drei Aufspannungen und ca. 20.000 NC-Programmen in der zentralen Fertigungsinformations-Datenbank, Tendenz steigend.

Ab 2011 erweiterte Werner Weitner die Maschinensimulation Profi Kinematik VM, um die bisher verwendete Simulations-Software abzulösen. Profi Kinematik VM verleiht den Mitarbeitern in der Programmierung/AV die Möglichkeit, die komplette Bearbeitung in der Maschine anhand von Vorwärts- und Rückwärtssimulation vor der Bearbeitung am PC zu überprüfen. Die Coscom-Simulationssoftware unterstützt die Maschinenkonzepte und -kinematiken unterschiedlichster Hersteller im Weitner-Maschinenpark.

100 Prozent ohne Crash

„Insgesamt brachte uns die Lösung eine Halbierung der Rüstzeit. Doch das Wichtigste: Wir können unsere Bauteile zu 100 Prozent ohne Crash fahren, weil wir die Bearbeitung bereits vorher virtuell abgesichert haben,“ so Weitner. Eine aussagekräftige Maschinensimulation benötigt uner anderem simulationsfähige Werkzeugdaten. Hier setzt die Werner Weitner GmbH auf die Werkzeugverwaltung ToolDirector VM und organisiert damit derzeit rund 800 Komponenten. Mit ToolDirector VM genügt ein Klick und die zur Programmierung und Simulation benötigten Einzel- und Komplettwerkzeuge, Spannmittel und Vorrichtungen sowie die Mess- und Prüfmittel stehen mit all ihren Technologiedaten bereit.

Um die Maschinen noch effizienter zu nutzen, nutzt Weitner das moderne HPC-Fräsen zum Hochgeschwindigkeitsfräsen. Maschinen, die über diese Technologie verfügen, senken die Bearbeitungszeit um bis zu 60 Prozent. Man profitiert zudem von einer geringeren Lärmbelastung, einer höheren Maschinenlebensdauer und einem reduzierten Werkzeugverschleiß mit bis zu dreimal höheren Standzeiten. Mit Profi CAM Full HPC unterstützt Coscom diese Technologie in der NC-Programmierung. Außerdem arbeitet das Unternehmen mit einem Nullpunktspannsystem. Die Zeit zum Umrüsten einer Maschine verringert sich damit beachtlich, das Einfahren der Bauteile fällt komplett weg. Musste man früher bei komplexen Bauteilen für die Bearbeitung auf einer anderen Maschine mehrere Tage um- oder neu programmieren, gelingt das heute mit moderner CAM-Technologie innerhalb einer Stunde. kf

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