Drucker von 3D Systems

Andreas Mühlbauer,

Sauber nutzt 3D-Druck in der Formel 1

Im Rahmen einer Partnerschaftsvereinbarung zwischen 3D Systems und dem Alfa Romeo Sauber F1-Team hat die Sauber Motorsport AG fünf neue SLA-3D-Drucker ProX 800 für sein Stammhaus und technisches Zentrum in Hinwil, Schweiz, angeschafft.

Der C37 des Alfa Romeo Sauber F1 Teams – mit Teilen, die mit Hilfe von SLA- und SLS-3D-Drucklösungen von 3D Systems erstellt wurden - auf der Strecke des Formel 1 Grand Prix von China 2018. © Alfa Romeo Sauber F1 Team

Sauber Motorsport setzt Lösungen von 3D Systems bereits seit mehr als 10 Jahren ein. Die neuen SLA-Stereolithografie-Systeme ergänzen die bereits vom F1-Team genutzten Produkte von 3D Systems, zu denen unter anderem sechs SLS-3D-Drucker gehören.

„Als wir die Erweiterung unserer SLA-Produktionskapazitäten beschlossen, fanden wir, dass es Zeit war, unsere Zusammenarbeit mit 3D Systems weiter zu vertiefen. Außerdem mussten wir unsere Kapazitäten erweitern. So war es nur logisch, einige der älteren SLA-Systeme durch Drucker mit einem höheren Durchsatz wie den ProX 800 zu ersetzen“, sagt Christoph Hansen, Leiter der Abteilung Additive Fertigung bei Sauber. „Die SLA-Lösungen von 3D Systems kommen bei uns in erster Linie bei Windkanalprüfungen zum Einsatz, aber auch für Werkzeuge für das Laminieren von Karbonteilen oder den Vakuumguss von Siliziumteilen.“

Unverzichtbar für Windkanalprüfungen

Alfa Romeo Sauber F1 Team Racecar Rollhoop-Teil für Windkanal-Testmodell, hergestellt auf dem 3D Systems ProX 800 SLA 3D-Drucker. © Alfa Romeo Sauber F1 Team

Windkanalprüfungen sind bei der aerodynamischen Entwicklung eines Formel-1-Rennwagens unerlässlich. Für die Tests im hochmodernen firmeneigenen Windkanal von Sauber wird ein Modell des Fahrzeugs in 60 Prozent der Originalgröße herstellt. Zur Produktion dieses Modells kommen überwiegend additive Fertigungstechniken zum Einsatz. Die SLS- und SLA-3D-Drucker werden dabei für unterschiedlichste Teile genutzt - von Frontflügeln, Bremsleitungen und Fahrwerksabdeckungen bis hin zu Motorabdeckungen, Innenkanälen und Handabweisern.

Anzeige

„Dieser Prozess ist nicht mit einer konventionellen Fertigung zu vergleichen - eine Fertigung mit anderen Verfahren als dem 3D-Druck kommt eigentlich nicht in Frage. Wir benötigen eine Vielzahl von Teilen mit hervorragender Oberflächenqualität in kürzester Zeit“, sagt Reto Trachsel, Leiter Aerodynamisches Design bei Sauber. „Es ist schon vorgekommen, dass unser Windkanal, der auch von externen Firmen genutzt wird, rund um die Uhr gelaufen ist und wir 200 bis 300 Kunststoffteile pro Arbeitstag hergestellt haben.“

Mit 3D-gedruckten Werkzeugen über die Ziellinie

Nach Genehmigung der Entwicklung werden die endgültigen Teile hergestellt. Diese bestehen häufig aus Kohle­fasermaterialien und werden entweder mit konventionellen Verfahren oder ebenfalls im 3D-Druck hergestellt.

„Das Alfa Romeo Sauber F1Team nutzt unterschiedliche SLA-Werkstoffe von 3D Systems zur Herstellung von Werkzeugen für verschiedenste Anwendungen“, sagt Hansen. „Die Partnerschaft zwischen 3D Systems und dem Alfa Romeo Sauber F1 Team bringt die weltweit modernsten additiven Fertigungslösungen mit der fortschrittlichsten Automobiltechnik zusammen. Dank der Steigerung des Durchsatzes in der Produktion durch die zusätzlichen ProX-800-SLA-Drucker kann Sauber jetzt noch mehr Designänderungen prüfen und die Grenzen der Innovationen im Rennsport immer weiter verschieben“, sagt Phil Schultz, Senior Vice President und General Manager, On-Demand-Lösungen und Kunststoffe, bei3D Systems. „Die Formel 1 ist das ultimative Versuchsfeld für den 3D-Druck. Die Erfahrung, die wir hier gewinnen, kann auch auf die breite Masse der Pkws sowie in der Luftfahrttechnik und in anderen Bereichen angewendet werden.“

Technische Dienstleistungen für externe Kunden

Sauber setzt die additiven Fertigungstechnologien von 3D Systems nicht nur für die eigene Prototypenerstellung und Fertigung ein, sondern nutzt die 3D-Drucker auch für seinen Engineering Service. Damit stehen das Know-how von Sauber sowie seine 3D-gedruckten hochpräzisen Mockup-Modelle, Vorrichtungen und Halterungen, Werkzeuge und seriengefertigten Teile Kunden in ganz Europa zur Verfügung.

Abschließend sagt Hansen: „Mit Sauber Engineering können unterschiedlichste kleinere und größere Unternehmen von den Entwicklungen im Rennsport profitieren. Ganz egal, ob wir die Leistung unserer eigenen F1-Fahrzeuge optimieren oder unseren externen Kunden helfen, Erkenntnisse aus dem Prototypenbau in die Serienfertigung umzusetzen.“

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

Automationslösungen von item

Erweitern Sie Ihr Wissen innerhalb der Automation und erfahren Sie alles rund um Motoren, Getriebe und Steuerungen im Leitfaden von item Industrietechnik.

mehr...

3D-Druck

Lasersintern zu Spritzguss-Preisen

Der Kunststoff-Spezialist Igus hat sich im Bereich der additiven Fertigung eine starke Position aufgebaut – in der Bauteileherstellung ebenso wie bei der Entwicklung von 3D-Druck-Materialien für spezielle Anforderungen. Andreas Mühlbauer sprach mit...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Highlight der Woche

Interessenten können ab sofort auf der Homepage der ACE Stoßdämpfer GmbH die für Ihre Anwendung maßgeschneiderte Gasfeder berechnen und auslegen. Unter ‚Berechnungen' ist das Gasfeder-Berechnungstool auf der Website ace-ace.de zu finden.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige
Anzeige

Highlight der Woche

MES macht Schluss mit Stillstand
Die MES-Software von PROXIA unterstützt die Kieselmann GmbH bei der Herstellung von umfangreichen Leitungs- und Ventilsystemen, den Überblick über eine äußerst komplexe Produktion zu behalten. Das MES ermöglicht, die Fertigung wirtschaftlich zu planen und zu organisieren sowie mit sicheren Kennzahlen Effizienzpotentiale aufzudecken und zu nutzen.
Bericht lesen

Zum Highlight der Woche...

Trumpf

Umsatz steigt auf 3,6 Milliarden Euro

Die Trumpf Gruppe verbucht zum Abschluss des Geschäftsjahrs 2017/18 am 30. Juni 2018 eine deutliche Steigerung von rund 15 Prozent beim Umsatz. Der Wert beläuft sich nach vorläufigen Berechnungen auf 3,6 Mrd. Euro.

mehr...