Additive Fertigung

Geschwindigkeit und Genauigkeit beim 3D-Druck ausschlaggebend

Mit 3D-Druckern von Objet stellt der Medizintechnik-Hersteller Ivivi Technologies Vorserien seiner Elektrotherapiegeräte her. Patienten können diese Modelle im klinischen Versuch ohne Einschränkung testen. Das Rapid Prototyping verkürzte den Fertigungsprozess um fünf bis sechs Wochen und innerhalb eines Jahres ergab sich ein positiver Return on Investment.
Dieser Geräteprototyp wurde innerhalb weniger Stunden auf einem Eden350 gedruckt. Vom Aussehen her ähneln die Prototypen oft einem per Spritzguss gefertigten Teil. Stimmt alles, kann Ivivi hausintern schnell 20 bis 100 Einheiten für klinische Versuche fertigen.

Für klinische Tests musste Ivivi Technologies schon immer kleine Stückzahlen seiner Elektrotherapiegeräte herstellen. Dabei vergingen früher im Vorfeld eines jeden klinischen Tests Monate für die Planung, Entwicklung und Produktion eines Gerätes. Das war teuer und die Zeit bis zur Marktreife der Produkte war lang. „Wir waren auf externe Ressourcen angewiesen. Häufig dauerte es Monate, um einen einzigen sehr teuren und extrem empfindlichen Prototypen herzustellen. Der musste dann auch meistens noch ein paar Mal geändert werden, bis wir das Produkt für den klinischen Test perfekt hatten“, erinnert sich Andre A. DiMino, Vice Chairman of the Board, Executive Vice President und Chief Technical Officer bei Ivivi Technologies, einem börsennotierten Medizintechnikunternehmen: „Uns war klar, dass wir eine schnellere und effizientere Lösung brauchten, mit der wir für die klinischen Tests die Konstruktion, Entwicklung und Herstellung unserer Medizintechnikgeräte intern bewältigen konnten. Wir hatten vom Rapid Prototyping gehört und waren sehr gespannt, ob diese Technologie uns die Lösung bringen würde.“

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Ivivi, die inzwischen aufgekauft wurde und nun unter Ivivi Health Sciences firmiert, entwickelt Geräte für die nichtinvasive Elektrotherapie für den kardiologischen, neurologischen und orthopädischen Bereich sowie zur Behandlung nichtheilender Wunden wie Druck- und diabetische Geschwüre. Da das Einsatzspektrum der Elektrotherapiegeräte so vielfältig ist, mussten schon immer entsprechend viele Geräte für klinische Tests hergestellt werden.
DiMino sprach mit allen Anbietern von Rapid-Prototyping-Systemen und beschloss, dass Rapid-Prototyping seine Prozesse wirklich verbessern kann. Beim Vergleich der Verfahren stellte sich schließlich heraus, dass für das Unternehmen die Schnelligkeit des Herstellungsprozesses und die Genauigkeit der Prototypen ausschlaggebend war. DiMino entschied sich schließlich für den 3D-Printer Eden350 von Objet. Die mit dieser Anlage produzierten Teile waren leicht und langlebig und wiesen eine exakte und glatte Oberfläche auf. Zudem konnten sie mit elektronischen Komponenten ausgestattet und dann sofort in die klinischen Tests geschickt werden.

Objet hat Ivivi über den besten Standort für den 3D-Printer beraten und eine umfassende Technologieschulung angeboten. Ende 2007 wurde der Eden350 installiert. Die Integration des 3D-Printers in die Produktionsumgebung und den Produktionszyklus von Ivivi war ein voller Erfolg. Es dauerte nicht einmal ein Jahr, bis sich die Investition amortisiert hatte. „Im Schnitt haben wir den Herstellungsprozess unserer Geräte für klinische Tests um fünf bis sechs Wochen verkürzt“, so DiMino. Doch das System bietet noch weitere wichtige Vorteile:

Ivivi kann jetzt neue Prototypen schneller und besser entwickeln; über Nacht sind Änderungen möglich.

Ivivi stärkt seine Beziehungen zu seinen wichtigsten Vertriebspartnern: Der Medizintechnikhersteller kann nun spezifische Anpassungen nach geschäftlichen und medizinischen Anforderungen in nur einem Tag realisieren.

Das System bietet eine schnelle und kostengünstige Methode, um maßgeschneiderte Produktionswerkzeuge wie Vorrichtungen und Aufsätze zu konstruieren und herzustellen, und um klinische Tests abzuschließen. Vorher musste dafür wiederholt auf teure externe Dienstleister zurückgegriffen werden.

Die Anschaffung eines zusätzlichen Connex500 3D-Printers, mit dem gleichzeitig Modellmaterialien mit unterschiedlichen mechanischen und physikalischen Eigenschaften verarbeitet werden können, konnte DiMino leider durch den Verkauf des Unternehmens bisher nicht realisieren. Damit könnte das Unternehmen jedoch sogar Medizintechnikgeräte herstellen, die sowohl starre Elektronikgehäuse als auch weichere Komponenten umfassen, die für den Komfort des Patienten wichtig sind. Trotzdem ist DiMino überzeugt: „Die Anschaffung des 3D-Printers Eden350 hat sich als eine der besten geschäftlichen Entscheidungen erwiesen, die ich je getroffen habe.“ -mc-

Ivivi Health Sciences, San Francisco, Tel. 001 201-767-6040, http://www.ivivihealthsciences.com

Objet Geometries GmbH, Rheinmünster Tel. 07229/7772-0, http://www.objet.com

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