Auf der Euromold 2012 treffen sich von 27. bis 30. November in Frankfurt am Main erneut alle Spezialisten rund um Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung. Nach wie vor ist die Messe auch eine der wichtigsten Veranstaltungen rund um die generative Fertigung (AM)." />

Additive Fertigung

Licht als Werkzeug

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uf der Euromold 2012 treffen sich von 27. bis 30. November in Frankfurt am Main erneut alle Spezialisten rund um Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung. Nach wie vor ist die Messe auch eine der wichtigsten Veranstaltungen rund um die generative Fertigung (AM). Von Interesse dürften vor allem der neu in das Programm aufgenommene Kongress ‚Photonische Prozessketten‘ sowie die Sonderschau Rapidµ@µ der NC Gesellschaft sein.

Mit dem Messekonzept ‚Von der Idee über den Prototyp bis zur Serie‘ bildet auch die 19. EuroMold die gesamte Prozesskette ab. Sie führt damit die Beteiligten aus allen Bereichen der Produktentwicklung zusammen – vom Designer über Formenbauer, Werkzeug- und Maschinenbauer bis hin zu Zulieferern und Anwendern. Neben dem Schwerpunkt Werkzeug- und Formenbau werden auch die Bereiche Rapid Prototyping, Modell- und Prototypenbau, CAD/CAM, Simulation/VR, Werkzeugmaschinen sowie Werkzeuge, Engineering-Dienstleistung und Design zu sehen sein. Veranstalter Demat erwartet dieses Jahr 1500 Aussteller aus 45 Ländern und 60.000 Fachbesucher. Besonders die gestiegene Zahl der Erstaussteller lasse eine sehr erfolgreiche Messe erwarten, so die Verantwortlichen. Bereits sechs Monate vor Messebeginn hatten sich 64 Erstaussteller angemeldet, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 12,2 Prozent entspricht.

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Dieses Jahr ist

Österreich Gastland

der internationalen Leitmesse der Produktentwicklung, das speziell für die deutsche Wirtschaft eine hohe Bedeutung hinsichtlich Produktentwicklung und Werkzeug- und Formenbau besitzt. Umgekehrt ist für Österreich Deutschland mit Abstand der wichtigste Handelspartner. Neben dem Maschinenbau spielt Österreich auch im Kunststoffbereich mit einem Umsatz von 13 Milliarden Euro eine bedeutende Rolle.

Drei neue Themenparks präsentiert die EuroMold 2012: Im Themenpark

Schmuckindustrie

bildet die Messe die gesamte Prozesskette der Schmuckherstellung vom Design über Rapid Prototyping bis zur Gussmaschine ab. War die EuroMold schon traditionell eine wichtige internationale Plattform für die Schmuckindustrie, so stieg ihre Bedeutung noch weiter durch das Aufkommen der generativen Verfahren wie 3D-Druck und deren Einbindung in die Schmuckherstellung. Ebenso feiern die Themenparks

Rotationsformen

und

Thermoformen

ihre Premiere auf der EuroMold 2012.

Die Halle 11 bildet als ‚

House of Creation

‘ ein weiteres Highlight. Die Themenbereiche Design + Engineering, Werkstoffe, Simulation und Virtual Reality (VR) sowie Rapid Prototyping und Manufacturing bilden hier einen Marktplatz der modernen Produktentwicklung ab. Zudem ist die Messe im Bereich der additiven Verfahren seit mehreren Jahren der größte und wichtigste Marktplatz in Europa. Bereits zum 14. Mal findet auf der EuroMold die internationale ‚Wohlers Conference‘ statt. Neu im Programm ist der Kongress ‚Photonische Prozessketten – Die Revolution der Produktion?‘ am 28. und 29. November in Halle 11.0. Hier werden Trends und Entwicklungen sowie Wege zur vollständigen Erschließung des Potenzials des Werkzeugs Licht für die Produktion diskutiert. Die Vorträge beschäftigen sich unter anderem mit generativen Laserverfahren für die produzierende Industrie, speziell die Automobilindustrie und die Medizintechnik, sowie mit speziellen Verfahren zur Oberflächen- und Werkzeugstrukturierung. Der Kongress wird in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik und dem VDMA veranstaltet.

Ultraprazisionsfertigung im Fokus

‚Von der Idee bis zum fertigen Serienteil‘ lautet auch das Motto der

Sonderschau Rapidµ@µ

zum Thema Ultrapräzisionsfertigung der NC-Gesellschaft und ihrer Partner. Auf 100 m² wird die komplette Prozesskette der Herstellung einer Zeckenzange gezeigt, welche den daten- und fertigungstechnischen Integrationsprozess − mit sieben integrierten Prozessbausteinen − darstellt. Ausgehend von der Produktentwicklung (Design und Konstruktion) werden die Prozessbausteine des Additiv Manufacturing (AM; Konzeptmodell, Formkern für Verpackung) mit dem Mikro-Wasserstrahl-Schneiden, der Messtechnik für diese Anforderungen und den erforderlichen Software-Systemen verknüpft. Das Spritzgusswerkzeug, welches die Serienfertigung ermöglicht, findet dann seinen Einsatz und beendet die Prozesskette. Die Verpackung wird per Thermoforming hergestellt, bei welchem über den RP-Formkern die Folie abgebildet wird.

Das Team des Dienstleisters IDbreeder zeigt in der Sonderschau, wie es eine formale Lösung für die Kombination verschiedener Fertigungsverfahren fand. Das Unternehmen setzt dabei auf ein Zusammenspiel von realem Modellbau und digitaler Modellentwicklung. Es übersetzte die zur Formfindung eingesetzten Claymodelle in digitale Geometrien, so dass frühzeitig im Entwicklungsprozess Modelle per Rapid Prototyping gefertigt werden konnten.

Mitarbeiter von Dick & Dick zeigen, wie sie die besten Entwürfe der Zeckenzange anhand des Scribbles der Designer in SolidWorks digitalisierten und konkretisierten. Via 3D-Simulation konnten so alle das Design betreffenden, funktionalen, ergonomischen und ökonomischen Überlegungen dargestellt werden. Die Beteiligten einigten sich darauf, den Prototypen per Rapid Prototyping herzustellen. Das entwicklungsbegleitende 1:1-Anschauungsmodell, ein vergrößertes Ausstellungsmodell – an dem jeder Mechanismus verdeutlicht werden kann – sowie das Formwerkzeug für die Kunststoffziehverpackung stellte Alphacam per FDM her. Der AM-Dienstleister ist – wie alle Beteiligten – ebenfalls auf dem Stand vertreten. Kegelmann Technik etwa lieferte die Spritzform für die Griffschalen und zeigt dazu alle Schritte von der Werkzeugkonstruktion via Catia V5 über die NC-Programmierung bis hin zur Werkzeugmontage. Daetwyler Industries und Dick & Dick fertigten dann die Greifer der Zeckenzange per Mikro-Wasserstrahlschneiden. Mit einer Breite von nur 0,3 mm greifen die beiden ultra-schmal geschnittenen Zangen derart exakt ineinander, dass eine Schließweitenbegrenzung in die Zangenmechanik integriert werden musste, um den Parasiten nicht zu durchstechen. Die NC Gesellschaft e. V. wird in der Sonderschau auch die international anerkannten Prüfszenarien für Werkzeugmaschinen einbeziehen und vorstellen. Diese Standards sind als VDI/NCG-Richtlinien erschienen beziehungsweise in Vorbereitung. -mc-

Demat GmbH, Frankfurt/Main Tel. 069/274003-0, http://www.euromold.com

NC Gesellschaft e.V., Ulm Tel. 0731/552755, http://www.ncg.de EuroMold: Halle 11, Stand F148

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